42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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103. Boston-Marathon

Auch Fatuma Roba schafft den Hattrick

23.04.1999

Die Frauen haben bei der 103. Auflage des Boston-Marathons zum wiederholten Male für die höherklassigen Ergebnisse gesorgt. Dabei trat die Olympiasiegerin Fatuma Roba (Äthiopien) in die Fußstapfen von Uta Pippig, der aufgrund der andauernden Suspendierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband nur die Rolle der Co-Kommentatorin bei einem US-Fernsehsender blieb. Die Berlinerin hatte zwischen 1994 und '96 das prestigeträchtigte Rennen dreimal in Folge gewonnen, Roba schaffte dies nun ebenfalls. Die Äthiopierin siegte bei warmen Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad sowie einem leichten Rückenwind in erstklassigen 2:23:25 Stunden. Damit war sie nur vier Sekunden langsamer als ein Jahr zuvor. Deutlich langsamer waren dagegen die Spitzenzeiten der Männer. Dabei feierte der Vorjahreszweite Joseph Chebet (Kenia) in 2:09:52 Stunden seinen ersten großen Marathonsieg. Der 28jährige war der einzige, der unter 2:10 Stunden blieb, während im vergangenen Jahr noch jeweils drei Läufer unter 2:08 und drei unter 2:09 gelaufen waren. Die beiden Sieger kassierten mit jeweils 80.000 Dollar die höchste Siegprämie bei einem Marathonlauf. Zeitprämien gibt es in Boston nicht - lediglich Rekordgelder, die aber nicht anfielen. Insgesamt starteten rund 12.600 Läufer in Hopkinton, von wo der leicht abfallende, aber aufgrund diverser Hügel schwer zu laufende Kurs nach Boston führt. 11.293 Athleten wurden im Ziel registriert.

Bei den Männern war schon zu einem frühen Zeitpunkt des Rennens klar, daß Weltspitzenzeiten dieses Mal kaum möglich sein würden. Trotz der anfangs leicht abfallenden Strecke waren die 5- und 10-km-Zwischenzeiten mit 15:45 beziehungsweise 31:27 Minuten regelrecht langsam. Die nächsten 10 km wurden etwas schneller absolviert, die Hälfte war nach 65:29 Minuten erreicht, doch erst nach der 25-km-Marke wurde es interessant. Der 30jährige Silvio Guerra (Equador) übernahm die Fürhung und löste sich von der Spitzengruppe, in der neben dem späteren Sieger Chebet auch der New-York-Marathon-Sieger John Kagwe (Kenia) lief. "Die erste Hälfte des Rennens war nicht so schnell. Deswegen fühlte ich mich gut und steigerte das Tempo", erzählte Silvio Guerra später. Fast zehn Kilometer führte Guerra, der erst seinen vierten Marathon lief und in Boulder trainierte. Doch dann kam Chebet wieder heran und ging vorbei. "Ich war ein bißchen beunruhigt aufgrund der Führung von Guerra", erzählte Chebet. "Mein Tempo war etwas langsamer als letztes Jahr. Aber es ging mir einfach nur darum, die anderen zu überholen und zu gewinnen", sagte Chebet, der auf den letzten Kilometern noch fast eine halbe Minute Vorsprung herauslief. Nach zweiten Plätzen in Boston und New York 1998 glaubt Chebet, daß er mit diesem Triumph seinen Stellenwert in Kenia verbessert hat. Guerra blieben für Rang zwei in 2:10:19 noch 40.000 Dollar Prämie. "Bei 20 Meilen bekam ich Blasen, deswegen verlangsamte ich mein Tempo etwas", sagte Guerra. Die Ränge drei und vier gingen an die beiden Südafrikaner Frank Pooe (2:11:37) und Abner Chipu (2:12:46), die ein gleichmäßiges Tempo liefen. Vorjahressieger Moses Tanui (Kenia) gab nach Kilometer 30 auf.

Bei den Frauen sorgte während der ersten Hälfte des Rennens eine Chinesin für Aufmerksamkeit: Mit einer Bestzeit von 2:25:45 Stunden war Sun Yingjie zu ihrem ersten ausländischen Start gereist. Mit einer 5-km-Durchgangszeit von 15:59 Minuten lag sie dabei nur 13 Sekunden hinter der Männer-Spitze. Und ihr Vorsprung vor Fatuma Roba betrug zeitweise sogar über eine Minute. Nach 32:31 war sie 10 km gelaufen, doch bald wurden die Abstände kleiner. "Ich hatte keine Angst vor der Chinesin, entschied mich aber, das Tempo zu steigern", sagte Roba, neben der bis fast Kilometer 30 noch die Kenianerin Catherine Ndereba lief. Beim Halbmarathon führte Sun Yingjie noch mit sechs Sekunden (1:10:21 Stunden), doch dann brach sie bald ein und wurde letztlich nur noch Elfte (2:37:11), einen Platz vor Marathon-Neuling Lynn Jennings (USA/2:38:37). "Ich war sehr müde, aber die Fahnen haben mir Auftrieb gegeben", kommentierte Roba die Unterstützung fahnenschwenkender Landsleute. Eine starke Leistung zeigte die zweitplazierte New-York-Marathon-Siegerin von 1997, Franziska Rochat-Moser (Schweiz), die sich auf 2:25:51 Stunden verbesserte. Sie lief zeitweise zusammen mit der drittplazierten Yuko Arimori (Japan/2:26:39).

Ergebnisse, Männer: 1. Joseph Chebet (Ken) 2:09:52, 2. Silvio Guerra (Ecu) 2:10:19, 3. Frank Pooe (RSA) 2:11:37, 4. Abner Chipu (RSA) 2:12:46, 5. John Kagwe (Ken) 2:13:58, 6. Peter Githuka (Ken) 2:14:04, 7. Andrej Kuznetsow (Rus) 2:14:20, 8. Jose Luis Molina (USA) 2:14:27, 9. Ruben Maza (Ven) 2:14:41, 10. Julius Ondieki (Ken) 2:15:28, 11. Masaki Oya (Jpn) 2:15:45, 12. Joshua Kipkemboi (Ken) 2:15:56, 13. Joseph LeMay (USA) 2:16:11, 14. Franklin Tenorio (Ecu) 2:16:32, 15. Luka Kibet (Ken) 2:17:50, 16. Isaac Garcia (Mex) 2:18:14, 17. Andres Espinosa (Mex) 2:18:47, 18. Rod DeHaven (USA) 2:19:23, 19. Joseph McVeigh (USA) 2:20:21, 20. Tesfaye Bekele (Eth) 2:21:20, ... 25. Heiko Schinkitz (Chemnitz) 2:24:22. Frauen: 1. Fatuma Roba (Eth) 2:23:25, 2. Franziska Rochat-Moser (Sui) 2:25:51, 3. Yuko Arimori (Jpn) 2:26:39, 4. Collen de Reuck (RSA) 2:27:54, 5. Martha Tenorio (Ecu) 2:27:58, 6. Catherine Ndereba (Ken) 2:28:27, 7. Ludmila Petrowa (Rus) 2:29:13, 8. Mitsuko Sugihara (Jpn) 2:30:34, 9. Renata Paradowska (Pol) 2:31:41, 10. Anuta Catuna (Rom) 2:33:49, 11. Sun Yingjie (Chn) 2:37:11, 12. Lynn Jennings (USA) 2:38:37, 13. Julia Kirtland (USA) 2:39:45, 14. Josette Colomb-Janin (Fra) 2:40:36, 15. Danuta Bartoszek (Can) 2:43:18, 16. Maki Nakagawa (Jpn) 2:43:28.


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