41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

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Koreanerin Song-Ok Jong siegt in Sevilla

Sonja Oberem und Claudia Dreher nutzen recht gute Bedingungen zu Olympiaqualifikation

02.09.1999

Den Frauen blieb im Gegensatz zu den Männern eine Marathon-Hitzeschlacht erspart. Im ersten Teil des Rennens waren die Temperaturen angenehm, später wurde es wärmer, aber längst nicht so heißt wie abends. 24 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 48 Prozent vermekt das Ergebnisprotokoll. Doch auch hier gilt: In der Sonne wird es am Ende um einiges wärmer gewesen sein. Die neue Weltmeisterin kommt nicht unerwartet aus Asien, allerdings nicht aus Japan sondern aus Nord-Korea. Von Song-Ok Jong war vor dieser WM in den internationalen Statistikbüchern nicht viel zu finden. Sie ist 25 Jahre alt und war mit einer Bestzeit von 2:29:54 Stunden gemeldet. In Sevilla siegte sie in der Landesrekordzeit von 2:26:59 Stunden vor der Japanerin Ari Ichihashi (2:27:02) und der Rumänin Lidia Simon (2:27:41), die sich in diesem Jahr als Siegerin von Osaka auf 2:23:24 Stunden verbessert hatte. Hervorragend schnitten die deutschen Läuferinnen ab. Sonja Oberem (Bayer Leverkusen) belegte einen ausgezeichneten sechsten Rang in 2:28:55 Stunden, Claudia Dreher (SC Riesa) wurde Neunte mit 2:29:22 Stunden. Beide schafften in Kombination mit einer Platzierung unter den ersten Zehn sowie einer Zeit unter 2:31:50 Stunden damit bereits die Olympia-Qualifikation des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Auch die anderen beiden deutschen Läuferinnen erzielten im Rahmen ihrer Möglichkeiten gute Platzierungen: Manuela Zipse (ABC Ludwigshafen) wurde 22. in 2:37:24, Anke Laws (USV Cottbus) belegte Platz 24 in 2:38:57. Damit reichte es im Mannschafts-Weltcup für das DLV-Team zu Platz drei in 7:35:41 Stunden hinter Japan (7:27:52) und Rumänien (7:34:37).

In einem lange Zeit relativ gleichmäßigen Tempo lief Claudia Dreher von Beginn an in einer größeren Spitzengruppe mit. "Es wurde langsam angelaufen, deswegen hatte ich mit dem Tempo kein Problem", erklärte die 28-Jährige, die im Frühjahr als Siegerin des Hannover-Marathons in 2:27:55 eine auch international gute Zeit erreichte. Nach Zwischenzeiten von 17:58 Minuten (5 km) und 35:26 (10 km) bestand die Führungsgruppe aus 16 Läuferinnen. Darunter waren Manuela Machado (Portugal), die 1995 Weltmeisterin war und zweimal eine Silbermedaille gewonnen hatte (1993 und '97), sowie die Olympiasiegerin Fatuma Roba (Äthiopien) und Kenias neue Marathonhoffnung Esther Wanjiru, die in diesem Jahr bereits 2:25:40 Stunden gelaufen war. Am Ende dieser Gruppe hielt sich Claudia Dreher. Rund 60 Meter Rückstand hatte zu diesem Zeitpunkt eine siebnköpfige zweite Gruppe, in der Sonja Oberem zeitweilig das Tempo bestimmte.

An der Spitze veränderte sich lange Zeit wenig. 15 Läuferinnen waren nach 20 km und 1:10:34 Stunden noch zusammen. Die zweite Gruppe hatte zu diesem Zeitpunkt allerdings einen deutlicheren Rückstand von 47 Sekunden. Nach 1:14:30 Stunden war die erste Hälfte des Rennens gelaufen. Erst nach Kilometer 30 (1:46:03) gab es den ersten ernsthaften Vorstoß aus der inzwischen auf zehn Läufer reduzierten Spitzengruppe. Während Claudia Dreher kurz zuvor den Kontakt verloren hatte, machte Roba Druck. Lediglich Simon, Ichihashi und Jong konnten der dreifachen äthiopischen Boston-Siegerin folgen, die anderen liefen nun einzeln hinterher. Diese Situation wiederum kam Sonja Oberem weiter hinten entgegen. "Ich hatte mich anfangs zurückgehalten. Dann habe ich mich sehr gut gefühlt, trotz der ganzen Schwierigkeiten im Vorfeld. Es kam mir entgegen, dass ich eine Läuferin nach der anderen überholen konnte. Das ist besser, als wenn man vorne läuft und sich dauernd umschauen muss", erklärte die Olympia-Achte Sonja Oberem, die sich noch bis auf Position sechs nach vorne arbeitet und damit ihr bestes Resultat im fünften großen Meisterschaftsrennen erreichte.

Ebenso glücklich war aber auch Claudia Dreher, die aufgrund von Fußproblemen im letzten Teil des Rennens den Kontakt zur Spitze verloren hatte. "Ich hatte mich nach dem Männerrennen auf das Schlimmste eingerichtet, aber es war nicht so schlimm wie befürchtet", sagte Claudia Dreher, die sich möglicherweise einer Operation am Fußballen unterziehen wird. Auf die Olympia-Qualifikation hatten beide DLV-Läuferinnen vorher nur vage gehofft.

An der Spitze schien Fatuma Roba, die sich nach Kilometer 35 (2:02:51) abgesetzt hatte, einem sicheren Sieg entgegen zu laufen. Doch Ichihashi und Jong liefen gemeinsam noch an Roba heran und vorbei. Am Ende konnte Jong sich absetzen, während Lidia Simon noch zur Bronzemedaille lief. "Schon nach zwei Stunden war ich mir sicher, dass ich die Goldmedaille gewinnen würde", sagte die Siegerin Song-Ok Jong.


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