41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

Weitere Veranstaltungen

News

Der Durchbruch zum Jubiläum

8137 Athleten beim 20. BERLINER HALBMARATHON / Joyce Chepchumba siegt mit Streckenrekord / Joseph Mareng sorgt für kenianischen Doppelerfolg / Zwei Streckenrekorde bei den Skatern

02.04.2000

Dies war der erste Halbmarathon seit vielen Jahren, bei dem Cheforganisator Horst Milde keine Jacke brauchte. Doch nicht nur das Wetter spielte beim Jubiläum des mit Abstand größten deutschen Rennens über die exakt 21,0975 km lange Strecke mit. Eine Reihe von weiteren Ergebnissen beziehungsweise Rekorden ließ Milde strahlend durch den Zielbereich laufen. Dem BERLINER HALBMARATHON des SCC, den erstmals die Berliner Tageszeitung Tagesspiegel präsentierte, gelang bei seiner 20. Auflage ein Durchbruch. Vielleicht ist die Veranstaltung sogar auf dem Weg, sich international einen ähnlichen Namen zu machen wie der Alberto BERLIN-MARATHON. Mit insgesamt 8137 Athleten aus 41 Nationen gab es bei fast idealen Wetterbedingungen einen neuen Teilnehmerrekord. Diese Zahl, die gegenüber dem Vorjahr eine sensationelle Steigerung von gut 70 Prozent bedeutet, setzte sich zusammen aus: 5818 Läufern (Vorjahr: 3622), 1175 Skatern (203), 26 Power-Walkern (erster Wettbewerb), sechs Rollstuhlfahrern (4) sowie 1112 Schülern und Anfängern (934), die bei dem parallel veranstalteten 4-km-Lauf auf einer neuen Strecke starteten.

Für weitere Höhepunkte sorgten drei Streckenrekorde. Das international hochklassigste Resultat erzielte dabei einmal mehr Joyce Chepchumba. Die kenianische Vorjahressiegerin verbesserte den vor zwei Jahren von Marleen Renders (Belgien/70:04) aufgestellten Streckenrekord auf 68:22 Minuten und verdiente sich damit neben dem Sieggeld von 2000 DM noch eine Rekordprämie von 1000 DM. Die 29-Jährige erzielte ein Ergebnis, das auch international Beachtung erfährt. In der Jahresweltbestenliste hat sich Joyce Chepchumba an die sechste Stelle geschoben. Nicht unter den ersten 20 findet sich in dieser Aufstellung die vergleichsweise schwächere Männer-Siegzeit von Joseph Mareng. Der Kenianer lief 61:52 Minuten. Auch dies bedeutet für den BERLINER HALBMARATHON jedoch einen deutlichen Fortschritt, denn ein besseres Ergebnis gab es zuletzt 1995. Gleich zwei Kursbestzeiten gab es bei den Inline-Skatern, die noch stärker als die Läufer vom guten, trockenen Wetter profitierten. Jan Bo Larsen (Dänemark) siegte in 36:28 Minuten und war damit genau 1:27 Minuten schneller als Kalon Dobbin (Neuseeland) vor einem Jahr. Noch viel deutlicher war die Verbesserung bei den Frauen: Severin Stötzer (Gera) gewann in 37:04 Minuten. 1999 hatte Daniela Dietzold den Streckenrekord auf 46:40 geschraubt. Ohne Rekord blieb nur das Rennen der Rollstuhlfahrer, das Robby Krannich (SC Berlin) in 59:30 Minuten gewann.

Schneeregen, Wind, Kälte, Feuchtigkeit - das alles hatte das Wetter in den letzten Jahren beim BERLINER HALBMARATHON zu bieten. Dieses Mal schien die Sonne, es war mild, und lediglich ein leichter Wind störte streckenweise die Läufer. Die für die Kenianer wesentlich angenehmere Witterung mag auch einen Anteil daran gehabt haben, dass vom Start weg deutlich schneller gelaufen wurde als in den letzten Jahren. Allerdings war das Feld auch besser besetzt als zuletzt. Neun Läufer bildeten die Spitzengruppe bei Kilometer 5, der nach 14:48 Minuten erreicht war: Vorjahressieger Benson Lokorwa, Simon Lopuyet, James Tanui, Joseph Mareng, Samwel Kiplimo, Julius Maritim, Gabriel Mutai (alle Kenia) sowie Francis Naali (Tansania) und Tijani Errahmouni (Tansania). Dahinter lief eine Dreiergruppe mit Tahar Mansouri (Tunesien), Krzysztof Przybyla (Polen) und Anatoly Zeruk (Ukraine). Dieses Trio war bis Kilometer 3 noch vorne dabei gewesen, fiel dann aber immer weiter zurück. Noch ein Stück weiter zurück folgte Jens Karraß (SCC Berlin), der später als bester Deutscher den 12. Rang in 67:33 Minuten belegte.

Relativ konstant war das Tempo auch auf dem nächsten 5-km-Abschnitt. Nach 29:40 Minuten war die 10-km-Marke erreicht. Nur noch acht Läufer waren zu diesem Zeitpunkt dabei, denn Simon Lopuyet, der vor fünf Jahren in Lissabon schon einmal 60:26 Minuten gelaufen war und damit die schnellste Zeit im Feld aufwies, musste aufgrund eines Muskelproblems im Oberschenkel aufgeben. Während er in den Begleitbus stieg, fiel auf den nächsten Kilometern eine erste Vorentscheidung: Da Naali und Errahmouni zurückgefallen waren, musste es zum dritten Mal in Folge einen kenianischen Sieg geben. Bis zum Kilometer 15 hatte sich die Spitzengrupe auf drei Läufer verkleinert: Mareng, Lokorwa und Maritim erreichten diesen Punkt nach 44:20 Minuten. Angesichts des etwas schnelleren Tempos wuchs die Hoffnung auf eine Zeit unter 62 Minuten. 2000 Meter später war das Rennen entschieden, Mareng hatte sich abgesetzt. Der Vorjahressieger Lokorwa, der zuletzt gemeinsam mit Mareng in Kenia trainiert hatte, wurde Zweiter und Maritim Dritter.

Erst am Donnerstag aus Kenia nach Deutschland gekommen, gelang Joseph Mareng in Berlin ein perfektes Saisondebüt. "Etwa bei Kilometer 15 wusste ich, dass ich gewinne. Ich bin kurz ein höheres Tempo gelaufen und merkte, dass die anderen Schwierigkeiten bekamen", erzählte der 29-Jährige, der vor fünf Landsleuten ins Ziel lief. "Die Zeit unter 62 Minuten ist für mich wichtiger als der Sieg. Denn nach diesem Ergebnis hoffe ich, dass ich beim Rotterdam-Marathon in zwei Wochen meine Bestzeit von 2:09:36 Stunden unterbieten kann", sagte Mareng, der für seinen Sieg 2000 DM erhielt.

Einen Doppelerfolg gab es zum zweiten Mal in Folge für Volker Wagner. Denn sowohl Joseph Mareng als auch Joyce Chepchumba werden von ihm betreut. Sie leben und trainieren zeitweise bei ihrem Manager in Detmold. Chepchumba lief dabei zu einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Gefährlich wurde es eher für andere: Als sich Jens Karraß nach rund sechs Kilometern umschaute, um zu sehen, wer hinter ihm lief, dachte er im ersten Augenblick, da käme irgendein Kenianer. Doch eigentlich konnte das nicht sein, denn die starken Afrikaner rannten alle ein gutes Stück vor dem besten Berliner. Also guckte Karraß, der 1991 als Deutscher Meister über 10.000 m seinen größten Erfolg feierte, noch einmal etwas genauer - und bekam einen kleinen Schock: Hinter ihm lief am Brandenburger Tor bereits die erste Frau, Joyce Chepchumba. "Die erste Frau hinter mir zu sehen, das war frustrierend. Da habe ich sogar überlegt, ob ich aufgebe", erzählt Karraß, der sich am Ende knapp eine Minute vor der Kenianerin ins Ziel "rettete". Dicht waren sie zusammen, doch weit auseinander gehen gerade in diesem Jahr die Ziele der beiden Athleten. Karraß stellt seinen Studiumabschluss in den Vordergrund, Chepchumba hofft in knapp zwei Wochen auf ihren dritten Triumpf beim London-Marathon und dürfte bei den Olympischen Spielen Medaillenchancen haben.

Jens Karraß kann sich trösten: einem erging es gestern noch schlechter als ihm. Denn den vom Veranstalter zur Verfügung gestellten Tempomacher hatte Joyce Chepchumba schon auf den ersten Kilometern hinter sich gelassen. Der Hase machte schlapp, die Kenianerin hingegen lief anfangs noch etwas schneller als geplant. "Ich wollte meine persönliche Halbmarathon-Bestzeit von 69:07 Minuten unterbieten", sagte die 29-Jährige Siegerin, der dieses Vorhaben eindrucksvoll gelang. Bereits bei der 5-km-Marke hatte sie mit sehr schnellen 16:00 Minuten eine Minute Vorsprung vor der Schweizerin Daria Nauer und der Dänin Annemitte Jensen. Kurz dahinter folgte Esther Barmasai, eine Trainingspartnerin von Joyce Chepchumba. Den 10-km-Punkt hatte die London- und Chicago-Marathon-Siegerin des vergangenen Jahres in 32:13 Minuten erreicht, Nauer folgte mit 34:04. Joyce Chepchumba hielt, in einer Gruppe laufend, ihr Tempo: Den 15-km-Punkt erreichte sie nach 48:32 Minuten, das Ziel dann als souveräne Siegerin mit neuem Streckenrekord.

Vor einem Jahr hatte sich Joyce Chepchumba beim BERLINER HALBMARATHON noch in 70:26 Minuten ins Ziel "gezittert". Zu kalt war es damals für die Afrikanerin, um einen Streckenrekord aufzustellen. Dennoch war der Sieg 1999 ein gutes Omen. "Am liebsten möchte ich es machen wie vor einem Jahr: erst in Berlin gewinnen und dann in London", sagte Joyce Chepchumba, um deren achtjährigen Sohn sich in Kenia ihr Mann und ihre Kusine kümmern, während sie auf den Straßen Europas und Amerikas großes Geld verdient. Wiederum war der BERLINER HALBMARATHON für Joyce Chepchumba der letzte Test für den lukrativen London-Marathon am 16. April. Dort kommt es zu einem der besten Duelle, die es derzeit im Frauen-Marathon geben kann: Joyce Chepchumba trifft auf Tegla Loroupe. Die beiden Kenianerinnen leben und trainieren zeitweise zusammen in Detmold bei ihrem Manager Volker Wagner, beide haben ihre letzten zwei großen Marathonrennen gewonnen, beide sind aber über die klassische Strecke noch nie gegeneinander gelaufen. Tegla Loroupe hatte den Alberto BERLIN-MARATHON 1999 in der Weltrekordzeit von 2:20:43 Stunden gewonnen.


Weitere News

21.08.2014 MY JOURNEY – „Ich dachte nur noch: Ich will das auch können."
20.08.2014 MY JOURNEY – „Motivation fürs ganze Jahr, selbst laufen zu gehen“
18.08.2014 MY JOURNEY - "Danach ging nichts mehr. Mir hing die Zunge raus."
15.08.2014 Gemeinsam sind wir stärker

Noch mehr News finden Sie in unserem Newsarchiv

Sponsoren des 41. BMW BERLIN-MARATHON Wobenzym plus BMW AOK Adidas Erdinger Alkoholfrei Timex Tata Consultancy Services Holiday Inn Germanwings Here Maps

Anzeige

Anzeige