42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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Der zehnte und der erste Sieg für Kenia

Beim 104. Boston-Marathon bezwingen Elijah Lagat und Catherine Ndereba die Favoriten

25.04.2000

Einmal mehr sorgte der Boston-Marathon für hochdramatische Zieleinläufe, doch einmal mehr gab es bei dem traditionsreichsten Rennen über die klassische Distanz von 42,195 km keine Weltklassezeiten. Nach einem Sprintfinish triumphierte überraschend der 33-jährige Elijah Lagat (Kenia) in 2:09:47 Stunden vor dem zeitgleichen Äthiopier Gezahenge Abera sowie dem vermeintlichen Favoriten Moses Tanui (Kenia/2:09:50 Stunden). Dritter Kenianer war auf Rang vier Ondoro Osoro (2:10:29), der sich damit wie Lagat und Tanui für den olympischen Marathon qualifiziert haben dürfte. Während es bei den Männern in Boston bereits den zehnten kenianischen Sieg in Folge gab, sorgte bei den Frauen überraschend Catherine Ndereba für den ersten Triumph der Laufnation Nummer eins. Die 27-Jährige beendete die Siegserie der Olympiasiegerin Fatuma Roba und gewann nach einem überzeugenden Rennen in 2:26:11 Stunden. Ebenso wie Lagat kassierte sie dafür die Siegprämie von 80.000 Dollar. Für den kenianischen Verband galt der London-Marathon als Olympiaausscheidung der Frauen - allerdings nur für die ersten beiden. So ist es durchaus denkbar, dass neben Tegla Loroupe und Joyce Chepchumba auch Catherine Ndereba für Sydney nominiert wird.

Fatuma Roba, die es im vergangenen Jahr Uta Pippig nachgemacht hatte und den Boston-Marathon als zweite Frau dreimal hintereinander gewonnen hatte, musste sich letztlich nach einem Fotofinish sogar mit Rang drei zufrieden geben. Auf der Ziellinie fing Irina Bogachewa (Kasachstan) Fatuma Roba noch ab. Beide wurden zeitgleich in 2:26:27 Stunden gewertet. Es waren bei Männern und Frauen die engsten Entscheidungen in der Historie des Rennens. Der 104. Boston-Marathon geht zudem als zweitgrößter in die lange Geschichte ein. Das Jahr 2000 zog deutlich mehr Läufer als zuletzt zum Startort nach Hopkinton. 17.813 Athleten hatten gemeldet, 16.127 gingen tatsächlich an den Start und 15.663 erreichten das Ziel in Boston.

Bei sehr kühlem Wetter mit Temperaturen zwischen etwa 5 und 10 Grad sowie einem leichten Wind, begann das Männerrennen verhalten. Mit über 20 Metern Vorsprung erreichte dabei der alleine laufende Japaner Toshiyuki Sasaki die 5-km-Marke in 15:43 Minuten. Hinter ihm lief die große Gruppe mit allen Favoriten. Eingeholt wurde der Japaner dann erst fünf Kilometer später, nachdem auch dieser zweite 5-km-Abschnitt nur in 15:49 gelaufen worden war. Etwas schneller wurde danach das Rennen, doch die Zwischenzeiten waren dennoch wenig verheißungsvoll. Ohne Tempomacher war die Hälfte der Distanz nach 65:42 Minuten zurückgelegt. Der frühere Sieger des Paris-Marathons, Jackson Kabiga (Kenia), unternahm dann einen Vorstoß und lief rund fünf Kilometer lang vor dem Feld her. Das Tempo bestimmten hinter dem am Ende auf Rang 13 einlaufenden Kabiga die Kenianer, darunter auch der Vorjahressieger Joseph Chebet, der jedoch keine Rolle spielte, als hinter dem Heartbreak Hill eine Vorentscheidung fiel. Etwa bei Kilometer 35 (1:48:36) setzten sich drei Läufer ab, die bis zur Zielgeraden zusammen bleiben sollten: Der zweifache Boston-Sieger Moses Tanui, der Berlin-Marathon-Sieger von 1997, Elijah Lagat (beide Kenia), sowie der Äthiopier Gezahenge Abera, der beim Fukuoka-Marathon im vergangenen Dezember 2:07:54 Stunden gelaufen war. Zunächst sah es so aus, als ob dieser Gruppe auch noch Ondoro Osoro, der 1998 den Chicago-Marathon in der damaligen Debüt-Weltbestzeit von 2:06:54 Stunden gewonnen hatte, folgen könnte. Doch der Kenianer verlor verlor zunehmend den Kontakt zu dem Trio.

Der 5-km-Abschnitt zwischen 35 und 40 km war mit 14:41 Minuten der mit Abstand schnellste des gesamten Rennens. Trotzdem waren Tanui, Lagat und Abera noch zusammen, als das Ziel schon in Sichtweite war. Nachdem ein erster Angriff Lagats von den anderen beiden abgewehrt worden war, setzte sich erwartungsgemäß Tanui an die Spitze. "Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, Tanui gewinnt, denn er ist am Ende immer stark. Ich habe um Platz zwei gekämpft und war überrascht, als ich sah, dass Moses sich vorne nicht lösen konnte", erzählte Elijah Lagat, der von Platz drei noch auf Rang eins lief und auf den letzten Metern den Äthiopier hinter sich ließ. Während Tanui offenbar den Spurt zu früh angezogen hatte, freute sich Lagat, der ebenso aus dem Fila-Team kommt und zweitweise mit Tanui trainiert, über seinen Triumph: "Wenn du in Boston gewinnst, bist du in Kenia ein Held. Wenn du nicht gewinnst, sagst du besser nicht, wann du wieder nach Hause fährst."

Ähnlich stolz war Catherine Ndereba: "In Kenia werden sie mich feiern und wissen wollen, wer diese Frau ist, die den Boston-Marathon gewonnen hat." Die 27-jährige Kenianerin lief ein taktisch ausgezeichnetes Rennen. Zunächst tauchte sie überhaupt nicht in der Spitzengruppe auf. "Im letzten Jahr hatte ich mich überschätzt und bin am Anfang zu schnell losgelaufen. Dieses Mal hatte ich mir vorgenommen, diesen Fehler nicht wieder zu machen", sagte Ndereba, die 1999 in den USA "Straßenläuferin des Jahres" war. Mit drei Boston-Siegen in den Beinen und dem Wissen, dass die Frauen-Konkurrenz in Boston vor einigen Jahren schon deutlich stärker gewesen ist, bestimmte Fatuma Roba von Beginn an das Tempo. Und dieses war im Verhältnis besser als das der Männer. Nach 17:13 Minuten waren die ersten fünf Kilometer gelaufen. Roba bildete unter anderen mit Lornah Kiplagat (Kenia) und Anuta Catuna (Rumänien) eine Führungsgruppe. Während die Kenianerin bald zurückfiel, gehörten bei der Halbmarathonmarke nach 1:12:15 Stunden noch drei andere Läuferinnen zur Führungsgruppe: Irina Bogachewa (Kirgistan), Ai Dongmei (China) und Elana Meyer (Südafrika). Nach der 25-km-Marke (1:25:59) verlor zunächst Elana Meyer, die weiter auf ihren ersten großen Marathonsieg wartet, den Anschluss, und dann forcierte Fatuma Roba das Tempo. Bogachewa hielt nicht mehr mit, Dongmei verlor ebenfalls den Anschluss. Doch nachdem äthiopische Fans Roba schon während des Laufes gefeiert hatten und dabei verbotenerweise mitgerannt waren, passierte das überraschende: Fast aus dem Nichts tauchte Catherine Ndereba auf und heftete sich an die Fersen der überraschten Fatuma Roba. Phasenweise liefen beide auch nebeneinander. Bei diesem Taktieren wurde das Rennen wieder langsamer und es schien, als ob Irina Bogachewa noch einmal an das Duo heranlaufen könnte. Doch Ndereba sah die Gefahr kommen, trat etwa eine Meile vor dem Ziel an und löste sich sofort von Roba, die tatsächlich noch von Bogachewa eingeholt wurde. "Ich hatte keine Probleme, aber das Wetter war ungewohnt - derartige Kälte kenne ich aus Äthiopien nicht", sagte Fatuma Roba später. Auch der Siegerin war es offensichtlich kalt: Catherine Ndereba trug noch während der Pressekonferenz nach dem Rennen eine Pudelmütze.

Ergebnisse:

Männer: 1. Lagat (Ken) 2:09:47, 2. Abera (Eth) 2:09:47, 3. Tanui (Ken) 2:09:50, 4. Osoro (Ken) 2:10:29, 5. Busienei (Ken) 2:11:26, 6. Kagwe (Ken) 2:12:26, 7. Nkete (RSA) 2:12:30, 8. Chebet (Ken) 2:12:39, 9. Ruto (Ken) 2:13:26, 10. Guerra (Ecu) 2:14:18, 11. Cruz (Mex) 2:15:09, 12. Bartoszak (Pol) 2:15:24, 13. Kabiga (Ken) 2:16:13, 14. Fika (RSA) 2:16:27, 15. Maeda (Jpn) 2:17:04, 16. Tarus (Ken) 2:17:09, 17. Kipkemboi (Ken) 2:17:11, 18. Obinata (Jpn) 2:17:24, 19. Ryjow (Rus) 2:17:38, 20. Assefa (Eth) 2:18:22, 21. Kigure (Jpn) 2:19:13, 22. Molina (Costa Rica) 2:19:40. Zwischenzeiten: 5 km - 15:43, 10 km - 31:32, 15 km - 46:53, 20 km - 1:02:19, Hälfte - 1:05:42, 25 km - 1:17:38, 30 km - 1:33:17, 35 km - 1:48:36, 40 km - 2:03:17.

Frauen: 1. Ndereba (Ken) 2:26:11, 2. Bogachewa (Kgz) 2:26:27, 3. Roba (Eth) 2:26:27, 4. Catuna (Rom) 2:29:46, 5. Kiplagat (Ken) 2:30:12, 6. Dongmei (Chn) 2:30:18, 7. Ferrara (Ita) 2:30:20, 8. Yingjie (Chn) 2:31:22, 9. Tenorio (Ecu) 2:31:49, 10. Meyer (RSA) 2:32:09, 11. Sultanowa (Rus) 2:32:21, 12. Paradowska (Pol) 2:33:45, 13. Karlshoj (Den) 2:35:11, 14. Sandell (Fin) 2:35:12, 15. Pozdnyakova (Ukr) 2:35:43, 16. O'Rourke (Nzl) 2:39:37, 17. Marczyk-Teschner (Pol) 2:41:57, 18. Trujillo de Rios (USA) 2:42:24, 19. Moon (Nzl) 2:42:41, 20. Schwartz (USA) 2:44:44, ..., 27. Christine Stief (Rosstal/Ger) 2:49:29. Zwischenzeiten: 5 km - 17:13, 10 km - ---, 15 km - 51:07, 20 km - 1:08:29, Hälfte - 1:12:15, 25 km - 1:25:59, 30 km - 1:43:10, 35 km - 2:02:03, 40 km - 2:18:32.


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