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Wie K. Switzer den Frauen das Laufen beibrachte

Die Amerikanerin, die 1967 beim Boston-Marathon Sportgeschichte schrieb, startet beim AVON-Frauenlauf des SCC Berlin

26.05.2000

Es ist 23 Jahre her, als Kathrine Switzer ein Stück Leichtathletik-Geschichte schrieb. Sie startete damals beim Boston-Marathon, obwohl die Teilnahme für Frauen strikt verboten war. Die Amerikanerin hatte auf ihrem Meldezettel einfach statt des Vornamens nur ihr Initial eingetragen und auf diese Weise eine Startnummer erhalten. Als sie einer der Organisatoren mitten im Rennen entdeckte, stürmte er auf sie los, um sie am Laufen zu hindern. Doch Jock Semple hatte nicht mit dem kräftigen Begleiter der K. Switzer gerechnet, der ihn prompt in den Straßengraben beförderte. Fotos dieser Szene gingen nicht nur in die Geschichte des Boston-Marathons ein. Kathrine Switzer lief bis ins Ziel und wurde damit berühmt. "Ich denke heute noch oft an diese Szene zurück, denn sie hat mein Leben verändert. Dass ich damals aus dem Rennen genommen werden sollte, hat mich motiviert, etwas für die Frauen zu tun", erzählt die 53-Jährige, die zu einer Symbolfigur des Laufsports wurde und heute noch daran arbeitet, mehr Frauen zum Laufen zu bringen. Deswegen engagiert sie sich für die weltweite Serie der AVON-Frauenläufe und wird am Sonnabend (27. Mai) beim 17. Berliner AVON-Frauenlauf des SCC im Tiergarten über die 10-km-Distanz an den Start gehen.

"Ich habe schon bald nach dem Boston-Marathon 1967 angefangen, kleine Läufe für Frauen zu organisieren", erzählt Kathrine Switzer, die 1974 ihren größten Erfolg feierte, als sie den New-York-Marathon gewann. Von 1978 bis 1985 organisierte sie schon einmal die weltweite AVON-Frauenlaufserie und hatte zudem einen gewichtigen Anteil daran, dass der Marathonlauf 1984 auch für Frauen olympisch wurde. Die Serie wurde nun wieder neu aufgelegt. "Wir hatten insgesamt schon über eine Million Teilnehmerinnen", sagt Kathrine Switzer. Dagegen und im internationalen Vergleich ist die Zahl von voraussichtlich rund 5000 in Berlin sehr bescheiden. "Aber ich glaube, auch in Deutschland gibt es ein sehr großes Potential für Frauenläufe. Wir müssen hart daran arbeiten, die Frauen buchstäblich aus den Küchen hervorzuholen. Wenn sie erst einmal wissen, dass sie gesundheitlich vom Laufen profitieren, dann werden sie auch kommen", ist sich Kathrine Switzer sicher, die in Berlin ihr neuestes Buch vorstellte: Laufen und Walking - Das sanfte Programm für Frauen ab 40 (rororo Sport, Preis: 16,90 DM).


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