41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

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Was haben die Olympischen Spiele und der real,- BERLIN-MARATHON gemeinsam?

DIE KOLUMNE ZUM MITTWOCH

30.08.2000

Tausende von Laeuferinnen und Laeufer haben sich wochen-, monate-, ja teilweise sogar jahrelang
auf den 10. September vorbereitet. Sie werden nervoes an der Startlinie zum BERLIN-MARATHON
stehen, gespannt wie ein Flitzebogen und voller Hoffnungen fuer die kommenden 42,195 km vom
Charlottenburger Tor bis zum erloesenden Ziel am Ku-Damm.

In den letzten 10 Tagen vor dem Marathon kann man kaum noch was fuer die Form machen, viel
Ruhe ist angesagt, denn wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Koerper etwa
10 Tage braucht um Trainingsreize umzusetzen. Das heisst, der lange Dauerlauf (2 Stunden oder
laenger) muss spaetestens 14 Tage vor dem Marathon absolviert worden sein. Am Wochenende vor
dem BERLIN-MARATHON reichen also 60-80 Minuten und am Mittwoch kann man noch 4-5 km im geplanten
Renntempo absolvieren. Und warum nicht am Freitag einen Ruhetag einplanen um z.B. den ganzen
Reisestress zu kompensieren. Am Samstag dann noch ein Lockerungslauf in der Gruppe beim Frueh-
stueckslauf und ansonsten die Beine hochlegen. Na gut, ein Besuch auf der Marathon-Messe ist
natuerlich "Pflicht", aber legen Sie doch oefters eine Pause ein, essen eine Kleinigkeit und
vergessen Sie bitte das Trinken nicht. Das ist sehr, sehr wichtig, denn wer schlecht hydriert,
das gilt vor allem fuer die letzten Tage vor dem BM, an den Start geht, wird im Rennen Probleme
bekommen. Die lassen sich einfach loesen, indem man ueberall, beim Stadtbummel z.B., eine grosse
(1,5l) Wasserflasche mitnimmt oder Sie kosten an den verschiedenen Staenden der Getraenkeanbieter
bei der Marathon-Messe.

Eine Woche spaeter wird es den Olympiaathleten nicht anders ergehen, auch sie haben sich monate-
und jahrelang auf ihren Hoehepunkt vorbereitet und werden voller Anspannung auf/in den Bloecken
stehen/sitzen oder an der Startlinie stehen. Wie geht man mit dieser Anspannung um?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich diesen Moment im Kopf monatelang vorher im Training
durchgespielt habe und zwar in "zig" Variationen, vor allem mit dem gewuenschten Endergebnis. Aber
nicht nur der Wettkampf selbst stand im Mittelpunkt, sondern auch die gesamte unmittelbare Vorbe-
reitung. Das heisst die letzten Tage vor dem Wettkampf sind minutioes geplant und durchgespielt,
vor allem der Wettkampftag. Was packe ich alles in die Tasche, habe ich meine Wettkampfschuhe,
Trikot und Startnummer? Wann fahre ich los, wann beginne ich mich aufzuwaermen, wo lege ich meine
Klamotten hin und wann muss ich an der Startlinie stehen? Alles Dinge die man vorher durchspielen
sollte, damit man sich nicht unnoetig verrueckt macht und Energie spart. Denn Energie sparen ist
wahnsinnig wichtig. Ich war die letzten Tage vor meinen wichtigen Wettkaempfen immer in mich gekehrt,
habe mich abgekapselt und kam mir vor wie der viel zitierte "Tiger im Kaefig" der darauf wartet
freigelassen zu werden, sprich das Warten auf den Startschuss. Mit der Zeit wusste meine Familie wie
sie damit umgehen musste, aber am Anfang war es fuer sie unheimlich schwer, denn man kann nicht
erwarten, dass sich die Gegenseite so einfach in die eigene Lage hineinversetzen kann. Sprechen
Sie also vorher mit Ihrer Familie darueber, wenn Sie in den letzten Tagen etwas angespannt sind
oder ein bisschen Zeit fuer sich selbst brauchen.

Wie Sie sehen geht es den Olympiaathleten auch nicht viel anders als Ihnen, sie brauchen viel Ruhe
in den letzten Tagen und sind genauso angespannt und nervoes vor dem Startschuss wie Sie
am 10. September.

Ich wuensche allen Athletinnen und Athleten viel Erfolg beim real,- BERLIN-MARATHON
2000 und haben Sie Vertrauen in Ihre Vorbereitung!

Ihr

Stephane Franke

P.S. Wir 3 SCC'er-Olympioniken (Jirka Arndt, 5.000m / Damian Kallabis, 3.000m Hindernis / Stephane
Franke, diesmal Olympia-Trainer) sind zur Zeit noch im Hoehentrainingslager (2.100m Hoehe) in Flagstaff,
Arizona. In 14 Tagen fliegen wir dann "rueber" nach Australien ins Vorbereitungstrainingslager des DLV.
Am 27.September stehen dann die Vorlaeufe fuer Jirka und Damian auf dem Programm, sowie anschliessend,
hoffentlich, die jeweiligen Finallaeufe. Das 3.000m Hindernis-Finale ist am 29.9. und das 5.000m Finale
einen Tag spaeter am 30. September.


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