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Museum auf dem Abstellgleis? (k)eine Zukunft für das Sportmuseum Berlin ?

Einladung zur Podiumsdiskussion

24.03.2001

Berlin etabliert sich als Sportmetropole und holt eine hochkarätige Sportveranstaltung nach der anderen in die Hauptstadt. Der Sport hat als größte Personenvereinigung Berlins eine herausragende Bedeutung als Tourismusmagnet und Wirtschaftsfaktor erhalten. Die Sportgeschichte jedoch wird als Stiefkind behandelt: Der Historische Turnplatz in der Hasenheide wäre ohne den Berliner Turnerbund schon längst dem Verfall preisgegeben, im Sportmuseum Berlin auf dem Olympiagelände lagern einzigartige Bestände der Berliner Sportgeschichte, die nicht gezeigt werden können, weil Ausstellungsräume fehlen. Ähnlich ergeht es dem Grünauer Wassersportmuseum.

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin will nach jüngsten Planungen beide Museen aufgeben - ein Sterben auf Raten ist vorprogrammiert. Niemand kann ernsthaft daran interessiert sein, die Berliner Sportmuseen sang- und klanglos abzuwickeln. Oder ist die Sportgeschichte und ihre differenzierte Aufarbeitung, ist die Bewahrung und Pflege der vielfältigen Sporttraditionen unserer Stadt wirklich so wenig wert?

Das Sportmuseum Berlin muß an seinem derzeitigen idealen Standort Deutsches Sportforum erhalten bleiben und schrittweise entwickelt werden, ebenso das Grünauer Wassersportmuseum. Eine gemeinsame Suche nach Möglichkeiten zum Erhalt der Museen auf solider finanzieller Basis muß möglich sein.

Kann ein Trägerwechsel eine Chance bedeuten - Mit welchen Konzepten kann in die Zukunft geschaut werden ?

Die Fraktion B 90/Grüne der BVV Charlottenburg lädt ein zu einer Diskussionsveranstaltung über die Zukunft des Sportmuseum Berlin am Mittwoch, den 28. März 2001 um 19.30 Uhr im Großen Hörsaal, Haus des Deutschen Sports, Deutsches Sportforum, Hanns?Braun?Straße, 14053 Berlin?Charlottenburg (U2 Olympiastadion).

Wir laden alle Freunde, Förderer und Wegbegleiter unseres Museums ebenfalls sehr herzlich zu dieser Veranstaltung ein und bitten um rege Teilnahme. Mit Ihrer Teilnahme, Ihren Fragen an die Podiumsgäste, Ihren Vorschlägen, Wünschen und Forderungen können Sie mithelfen, die Perspektive unseres Museums zu sichern.

Martina Behrendt
Museumsleiterin

Statements, Wünsche und Anregungen werden erbeten an:

Sportmuseum Berlin Fax: (030) 3 05 83 40 E-Mail: GeSteFoS@t-online.de

Statement von Prof. Dr. Gertrud Pfister

Als Vorsitzende des Forum für Sportgeschichte - Fördererverein des Sportmuseum Berlin, erhebe ich Einspruch gegen die das Sportmuseum betreffenden Ausführungen im "Masterplan".

Ich fordere vielmehr den Beirat, den Stiftungsrat auf, sich dafür einzusetzen bzw. zu beschließen, daß "beim Sportmuseum zunächst der status quo gewahrt werden soll" mit dem Ziel, den derzeitigen Standort im Deutschen Sportforum als endgültigen Ausstellungsort für das Sportmuseum Berlin zu sichern.

Begründung:

1. Berlin braucht ein Sportmuseum, u.a. wegen der Bedeutung des Sports in der heutigen Zeit, der Notwendigkeit der kritischen Aufarbeitung der Sportgeschichte und des Stellenwerts des Sports in der "Sport- und Olympiastadt Berlin".

2.Das Sportmuseum Berlin ist unter dieser Dachmarke national und international bekannt, und sein derzeitiger Standort, die "Deutsche Turnschule" auf dem Gelände "Deutsches Sportforum", ist ein herausragendes Baudenkmal, das in idealer Weise mit der thematischen Ausrichtung und der musealen Nutzung übereinstimmt. Die Nähe zum Olympiastadion ermöglicht die unabdingbar notwendige kritische Bearbeitung der Stadiongeschichte und führt zudem zu synergetischen Effekten im Hinblick auf die Zahl der Besucher.

3. In Politik, in den Sportverbänden und in der Presse wird der Standort "Deutsches Sportforum" als einzig richtiger und denkbarer Standort bezeichnet. Inzwischen wurden Verhandlungen mit den zuständigen Senatsverwaltungen geführt. Die Senatssportverwaltung gab zu erkennen, daß eine dauerhafte Entgeltfreiheit für das Sportmuseum an diesem Standort möglich ist. Verschiedene Mitarbeiter der Senatsverwaltung Wissenschaft und Kultur, unter ihnen auch Herr Staatssekretär Dr. Hans-Martin Hinz, haben sich "vor Ort" von den Vorteilen des Standortes Deutsches Sportforum überzeugt.

4. Das Forum für Sportgeschichte - Fördererverein für das Sportmuseum Berlin hat eine Finanzierungskonzeption vorgelegt, so daß in den jeweils zuständigen Senatsverwaltungen die Arbeit an den Detailplanungen und Kostenplänen begonnen werden kann. Nach diesem Konzept (Fassung vom 25.1.2001) erwartet das Sportmuseum Berlin an seinem Standort "Deutsche Turnschule" mind. 120.000 Besucher jährlich und kann damit die Ausstellungsbetriebskosten voll abdecken. Die Erstellung von Sonderausstellungen wird über Auftraggeber und/oder Sponsoren finanziert.

5. Als sofort wirksame Sparmaßnahme können Museumsgüter, die auf angemieteten Depotflächen lagern (jährliche Mietkosten: 94.752 DM) in Räumen des Deutsches Sportforums deponiert werden, weil die Senatssportverwaltung die dauerhafte Entgeltfreiheit für diesen Gebäudeteil in Aussicht gestellt hat.

6. Der Beirat der Stiftung Stadtmuseum Berlin hat am 9. Oktober 2000 beschlossen, den status quo beim Sportmuseum bis zu einer Klärung der offenen Fragen zu erhalten. Nachdem nun einige Fragen (Entgeltfreiheit) geklärt sind und sich Lösungen für den Ausbau des Standorts "Deutsches Sportforum" abzeichnen, wäre es kontraproduktiv, wenn die im Masterplan vorgelegte "Lösung" für das Sportmuseum beschlossen würde.


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