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Auf dem Weg zu Marathon-Verhältnissen

Cheforganisator Horst Milde im Interview über den Aufschwung beim BERLINER HALBMARATHON

25.03.2001

Horst Milde ist Cheforganisator des real,- BERLIN-MARATHON und des BERLINER HALBMARATHON, der am kommenden Sonntag zum 21. Mal stattfindet. Das Rennen, das einst aus dem Ost-Berliner Friedenslauf und dem Halbmarathon des SCC hervorging, wird erstmals seit der Wende über 10.000 Teilnehmer haben.

Im vergangenen Jahr hatte der Halbmarathon über 8000 Starter, jetzt werden es schon über 10.000 sein. Wie erklärt sich dieser Zuwachs?

Horst Milde: Zehn Jahre lang haben wir immer erwartet, dass die Begeisterung rund um den real,- BERLIN-MARATHON auch auf den Halbmarathon übergeht. Für lange Zeit war es für uns unverständlich, warum dies nicht passierte. Bei der positiven Entwicklung seit dem vergangenen Jahr spielen mehrere Dinge eine Rolle. Wir haben national und international viel Werbung für den Halbmarathon gemacht. Und der Service, den wir bei allen Rennen bieten und der beim Halbmarathon mehr und mehr dem Umfang des Berlin-Marathons angepasst wird, spielt auch eine Rolle. Zudem kommt, dass wir von der Gunst der Stunde profitieren.

Welche Gunst der Stunde meinen Sie?

Horst Milde: Es gibt in Deutschland eine Art Rückbesinnung auf das Laufen. Dieser gesunde Sport wird zurzeit immer populärer. Das macht sich bei so gut wie allen großen Läufen bemerkbar. Die Veranstalter müssen ihre Starterfelder limitieren und können irgendwann keine Nachmeldungen mehr annehmen, weil sie ansonsten unter dem Ansturm förmlich zusammenbrechen.

Diese Entwicklung müsste dem Halbmarathon ja auch eine finanziell deutlich bessere Position bringen, die der Lauf früher ja nicht hatte.

Horst Milde: Das stimmt. Wir haben in diesem Jahr ein Rekordbudget von etwa 400.000 DM. Hinzu kommt auch, dass wir im vergangenen Jahr mit dem Tagesspiegel nur einen Förderer hatten. In diesem Jahr gibt es mit der Bewag und dem Kaufhof zwei Hauptsponsoren und mit Adidas, den Kneipp-Werken, Berliner Wasser und dem Tagesspiegel weitere Partner. Durch diese deutlich bessere finanzielle Position ist es uns auch möglich, den Service für die Läufer zu erweitern.

Und das Rekordbudget dürfte sich auch in der Qualität des Laufes bemerkbar machen.

Horst Milde: Davon gehe ich aus, wenn ich sehe, welche Läufer auf der Startliste stehen. Man kann das Budget zwar noch längst nicht mit dem des real,- BERLIN-MARATHON vergleichen beziehungsweise schon gar nicht mit hochkarätigen internationalen Läufen. Aber hinzu kommt, dass unsere flache Strecke sehr gute Zeiten zulässt. Deswegen sind wir sogar für den spanischen Weltklasseläufer Fabián Roncero interessant. Dass er hier startet, ist für uns ein großer Coup.

Wird der BERLINER HALBMARATHON eines Tages so groß und erfolgreich wie der real,- BERLIN-MARATHON?

Horst Milde: Das ist durchaus möglich, zumal wir auch aus dem Ausland immer mehr Zulauf haben und jetzt erstmals über 50 Nationen registrieren. Wir profitieren auch davon, dass Berlin zu einem beliebten Reiseziel geworden ist. Es werden ja immer mehr und mehr Teilnehmer, so dass wir vielleicht schon in zwei bis vier Jahren so weit sein könnten. Es ist richtig Schwung in der Sache. Das Problem einer zweiten Massenveranstaltung à la real,- BERLIN-MARATHON ist nur, dass sie ja auch organisiert werden muss.


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