41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

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Fabián Roncero schlägt die Stunde

Der Spanier siegt in der Weltklassezeit von 59:52 Minuten und bricht den Streckenrekord / Joyce Chepchumba siegt nach 69:37 zum dritten Mal in Folge / Über 10.000 Starter bei perfekten Bedingungen

01.04.2001

Zwei Rekorde sind Fabián Roncero sicher, ein dritter könnte nachträglich hinzukommen. In der Weltklassezeit von 59:52 Minuten gewann der favorisierte Spanier einen BERLINER HALBMARATHON, der nicht nur breiten- sondern jetzt auch spitzensportlich eine enorme Entwicklung gemacht hat und auf gutem Weg ist, zu einem echten Pendant zum real,- BERLIN-MARATHON zu werden. 10.119 Läufer, Skater, Rollstuhlfahrer und Power-Walkern aus 53 Nationen gingen über exakt 21,0975 km an den Start. Und zählt man noch die Schüler des 4-km-Rennens hinzu, waren es sogar 11.655 Teilnehmer. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Zum ersten Mal in seiner Geschichte hält der BERLINER HALBMARATHON durch Fabián Roncero eine Jahresweltbestzeit, die zugleich spanischen Rekord und Streckenrekord bedeutete.

Die alte Berliner Kursbestzeit hatte Carsten Eich 1993 mit 60:34 Minuten aufgestellt. Diese war damals zugleich auch ein Europarekord, den heute der Portugiese António Pinto mit 59:43 Minuten hält. Dennoch könnte Fabián Roncero auch noch in Besitz der kontinentalen Bestzeit kommen. Denn Pinto lief das Ergebnis in Lissabon, und diese Strecke weist ein nicht den Regeln entsprechendes Gefälle auf. Der internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) wird entscheiden müssen, welche Zeit künftig gilt.

So war es ein erfolgreicher Tag für Roncero, obwohl er mit einem Schock begonnen hatte. Aus dem Videotext hatte er am Morgen vom Tod seines Nationalmannschaftskollegen erfahren. Der spanische Marathonläufer Diego Garcia war am Sonnabend während des Trainings zusammengebrochen. „Wir wollten ihm diese Nachricht eigentlich erst nach dem Rennen mitteilen“, hatte sein Manager Jose Alonso Valero kurz nach dem Start gesagt. Befürchtungen, dass Ronceros Leistung unter der traurigen Nachricht leiden könnte, bewahrheiteten sich jedoch nicht.

Schon vor Kilometer 10 (28:56) drückte der 30-jährige Roncero, der in knapp drei Wochen den Rotterdam-Marathon laufen wird, auf das Tempo. Und kurze Zeit später konnten aus der anfangs zehn Läufer zählenden Spitzengruppe nur noch zwei Kenianer mithalten: Titus Munji und Rodgers Rop. Dennoch wurde schnell deutlich, dass die seit 1994 beim BERLINER HALBMARATHON anhaltende afrikanische Siegserie zu Ende gehen würde. Denn Roncero befand sich in Topform. Bei Kilometer 16 war Rop geschlagen, 2000 Meter später konnte Munji dem Tempo des Spaniers, der die Kilometerabschnitte in etwa 2:45 Minuten lief, nicht mehr folgen. Dennoch liefen Munji und Rop in 60:27 und 60:57 noch hervorragende Zeiten. „Er wusste, dass er vielleicht in der Lage war, Pintos Zeit von Lissabon zu unterbieten. Aber er wollte in der ersten Phase des Rennens nicht zu sehr auf das Tempo drücken, schließlich hat der Rotterdam-Marathon in drei Wochen absolute Priorität. Der Lauf in Berlin war ein guter Test dafür“, sagte Ronceros Manager Valero. „In Rotterdam möchte ich gewinnen und wenn möglich auch meine Bestzeit unterbieten“, sagte Roncero, der 1999 in Rotterdam in 2:07:23 Stunden den heute noch gültigen spanischen Rekord aufgestellt hatte.

Einen Hattrick schaffte Joyce Chepchumba, die zum dritten Mal in Folge den BERLINER HALBMARATHON gewann. Die Kenianerin, Olympia-Dritte im Marathon, siegte bei idealen Witterungsbedingungen in guten 69:37 Minuten. „Ich wollte eigentlich schneller laufen, konnte das Tempo aber nicht halten“, erklärte die 30-jährige Siegerin, die vor einem Jahr den Berliner Streckenrekord von 68:22 Minuten aufgestellt hatte. Bei ihrem Start-Ziel-Sieg hatte sie die 5-km-Marke bereits nach 16:05 Minuten erreicht, doch schon am 10-km-Punkt war sie in 32:46 deutlich langsamer. Hintergrund der kleinen Schwäche der Joyce Chepchumba ist, dass sie mitten im Training für den London-Marathon in knapp drei Wochen steckt. „Ich habe in der letzten Woche gut 220 Kilometer trainiert“, erklärte Joyce Chepchumba, die sich ebenso wie Fabián Roncero 3000 DM für ihren Sieg verdiente. „Ich denke, 69 Minuten sind in der Vorbereitung auf London ganz gut. Ich bin optimistisch, obwohl die Konkurrenz dort sehr stark sein wird. Aber ich mag Rennen mit starken Gegnerinnen“, sagte Joyce Chepchumba, für die der BERLINER HALBMARATHON der erste Straßenlauf dieses Jahres war.

Ebenfalls nicht hundertprozentig zufrieden war Kathrin Weßel. Die Läuferin des Veranstalters SCC Berlin lief eineinhalb Jahre nach der Geburt ihrer Tochter erstmals wieder eine derart lange Strecke und wurde in 71:09 Minuten Zweite. „Es wäre vermessen gewesen, zu sagen, ich schlage hier Joyce. Aber ich hatte mir eigentlich eine Zeit unter 71 Minuten vorgenommen“, sagte Kathrin Weßel, die dennoch optimistisch im Hinblick auf ihr Marathon-Comeback ist. In Hamburg will sie am 22. April ihre Bestzeit auf unter 2:30 Stunden schrauben.

Erst kurz vor Kathrin Weßel hatte mit Romuald Krupanek (SCC) der beste Berliner in 70:01 Minuten als 21. das Ziel erreicht. Deutsche Spitzenläufer waren nicht am Start, allerdings gibt es ohnehin keinen, der ganz vorne hätte mithalten können.


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