42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

Weitere Veranstaltungen

News

21. London-Marathon: Abdelkader El Mouaziz und Derartu Tulu feiern große Siege

Paul Tergat wird beim Marathondebüt Zweiter, Joyce Chepchumba läuft auf Rang drei und Tegla Loroupe hat erneut Pech

22.04.2001

Zwei Läufer, die nicht unbedingt zu den Topfavoriten zählten, gewannen den bestbesetzten Marathon des Frühjahres: Abdelkader El Mouaziz siegte bei der 21. Auflage des London-Marathons nach einem spannenden Rennverlauf in der Jahresweltbestzeit von 2:07:11 Stunden. Während der Marokkaner bereits vor zwei Jahren überraschend in London gewonnen hatte und im vergangenen November auch in New York triumphiert hatte, gelang Derartu Tulu der erste Marathonsieg ihrer Karriere. Die 29-jährige Äthiopierin, die 1992 und acht Jahre später in Sydney olympisches Gold über 10.000 m gewonnen hatte, lief 2:23:57 Stunden. Bei kühlen Temperaturen von anfangs 7 Grad Celsius und einem leichten Wind, der allerdings mehr von hinten kam, wurden die hochgesteckten Erwartungen zwar im Hinblick auf die Spannung erfüllt, nicht ganz jedoch was die Zeiten der Sieger angeht. Beide erhielten für ihre Leistung neben einer Siegprämie von 55.000 Dollar noch ein Zeitgeld von 25.000 Dollar.

Im Blickpunkt stand bei dem Rennen mit rund 31.000 Startern in London natürlich das Marathon-Debüt von Paul Tergat. Mit zweiten Plätzen hat der Kenianer bekanntlich Erfahrung. Bei den letzten beiden Olympischen Spielen und den vergangenen zwei Weltmeisterschaften hatte Paul Tergat jeweils Silber über 10.000 m gewonnen. Nun belegte er Rang zwei auch bei seinem ersten Rennen über die klassischen 42,195 km in London.

Gemessen an der Qualität des Spitzenfeldes, in dem gleich fünf Athleten Bestzeiten von unter 2:07 Stunden aufwiesen, war das Tempo bei den Männern eher verhalten. Das hatte zur Folge, dass die große Gruppe der Favoriten lange Zeit zusammen blieb. Nach 30:38 waren die ersten 10 km gelaufen, nach 45:43 Minuten 15 km. Das ist entspricht einer Zielzeit von 2:08 Stunden. Und vor allen Dingen der spätere Sieger Abdelkader El Mouaziz war es, der schon zu diesem Zeitpunkt die Tempomacher mehrfach aufforderte, schneller zu laufen. Nachdem die Hasen kurz hinter der Tower Bridge bei der Hälfte des Rennens (63:51 Minuten – 63:30 waren geplant) ausgestiegen waren, führte Abdelkader El Mouaziz kurzzeitig alleine. „Doch ich wollte zu diesem frühen Zeitpunkt nicht mit Athleten wie António Pinto oder Tergat im Rücken laufen“, erklärte der Marokkaner, warum er die Konkurrenten wieder herankommen ließ. Sechs Läufer waren nun an der Spitze: Neben El Mouaziz und Tergat liefen der Vorjahressieger António Pinto (Portugal), die beiden Äthiopier Tesfaye Jifar und Tesfaye Tola sowie Japhet Kosgei (Kenia), der Trainingspartner von Paul Tergat. Nur noch zu fünft waren sie an der Spitze bei 30 km (1:30:55), denn der Olympiadritte Tola hatte zwischenzeitlich ebenso aufgegeben wie der Brite Jon Brown.

Weitere fünf Kilometer später fiel eine erste Vorentscheidung. Zum wiederholten Male versuchte Abdelkader El Mouaziz sich zu lösen. Und dieses Mal war der 32-Jährige erfolgreich. Pinto fiel als erster zurück, danach Kosgei und Jifar, die der Portugiese jedoch noch überholen sollte. Mit dem Marokkaner jedoch konnte zunächst nur noch Paul Tergat mithalten, der das Geschehen mit einigen Metern Abstand beobachtete. Allerdings auch nicht mehr lange. Als es in die entscheidende Phase eines Marathons kam, die für den Kenianer Neuland bedeutete, war der fünffache Cross-Weltmeister nicht mehr frisch genug, um mit dem späteren Sieger mitlaufen zu können. Seit dem New-York-Marathon hatte Abdelkader El Mouaziz kein einziges Rennen mehr bestritten. „Nach diesem Rennen musste ich mich lange ausruhen und dann ganz gezielt trainieren für London. Wenn ich zwischendurch angetreten wäre, wäre ich heute nicht so stark gewesen“, erklärte der Marokkaner.

Das Rennen der Frauen hatte mit einer negativen Überraschung begonnen. Denn noch vor der 5-km-Marke blieb die Vorjahressiegerin Tegla Loroupe (Kenia) plötzlich auf der Straße stehen und fing an, Dehnübungen zu machen. Muskelprobleme waren bei ihr zu einer Erkältung hinzugekommen. Rund eine Minute verlor Tegla Loroupe an dieser Stelle, bevor sie weiterlief und in bravouröser Manier die Verfolgung aufnahm. Die neunköpfige Spitzengruppe hatte währenddessen ein Tempo angeschlagen, das im Bereich der Weltbestzeit lag. Nach 16:33 Minuten war der 5-km-Punkt erreicht. Und auch noch eine zweite Gruppe, die von Marleen Renders (Belgien) angeführt wurde, war an Tegla Loroupe vorbeigelaufen.

Entgegen kam Tegla Loroupe dann, dass das Tempo im Verlaufe des Rennens an der Spitze etwas langsamer wurde. 15 km waren von den beiden Tempomacherinnen Pamela Chepchumba (Kenia) und Restituta Joseph (Tansania) in 50:09 Minuten gelaufen, 20 km in 1:07:36. Als Chepchumba nach der Hälfte (71:21) an der Tower Bridge ausgestiegen war und Joseph weiter ins Ziel joggte (2:43:52), waren nun neben Tulu noch die Olympiazweite Lidia Simon (Rumänien) und Elfenesh Alemu (Äthiopien) ganz vorne. Wenige Meter zurück und bald wieder an der Spitze liefen Joyce Chepchumba (Kenia), die Sydney-Dritte, die auch in London Dritte werden sollte (2:24:12). Zwei andere – Swetlana Zakharowa (Russland), die schließlich Zweite wurde (2:24:02) und Nuta Olaru (Rumänien) – liefen im Schlepptau von Loroupe nach vorne. Rund 45 Sekunden lag die Kenianerin zu diesem Zeitpunkt noch hinter der Spitze, doch gut zehn Kilometer später war sie plötzlich wieder ganz vorne dabei. Allerdings hatte Tegla Loroupe bei ihrer spektakulären Aufholjagd zu viel Kraft gelassen. Als Derartu Tulu auf den letzten Kilometern Druck machte, waren Loroupe und Olaru als erste geschlagen. Doch auch die anderen Läuferinnen konnten dem langen Schlussspurt der 10.000-m-Olympiasiegerin nichts mehr entgegen setzten. Nur noch zwei auf die Strecke stürmende Zuschauer hätten sie stoppen können, doch die Ordnungskräfte verhinderten ein derartiges Desaster.

Ergebnisse: Männer: 1. Abdelkader El Mouaziz (Mor) 2:07:11, 2. Paul Tergat (Ken) 2:08:15, 3. António Pinto (Por) 2:09:36, 4. Tesfaye Jifar (Eth) 2:09:45, 5. Japhet Kosgei (Ken) 2:10:45, 6. Mark Steinle (Gbr) 2:10:46, 7. Takayuki Inubushi (Jpn) 2:11:42, 8. Abel Antón (Spa) 2:11:57, 9. Hendrick Ramaala (RSA) 2:12:02, 10. Gert Thys (RSA) 2:12:11, 11. Mark Hudspith (Gbr) 2:13:13, 12. Joseph Mereng (Ken) 2:13:26, 13. Mohammed El Hattab (Mor) 2:14:27, 14. Alfred Shemweta (Swe) 2:15:34, 15. Eric Wainana (Ken) 2:15:43, 16. Craig Kirkwood (Nzl) 2:16:25, 17. Simon Pride (Gbr) 2:16:27, 18. David Makori (Ken) 2:17:09, 19. Billy Burns (Gbr) 2:18:29, 20. Rob Holladay (Gbr) 2:19:26, …, 32. John Kagwe (Ken) 2:23:28. Frauen: 1. Derartu Tulu (Eth) 2:23:57, 2. Swetlana Zakharowa (Rus) 2 :24:04, 3. Joyce Chepchumba (Ken) 2:24:12, 4. Lidia Simon (Ken) 2:24:15, 5. Elfenesh Alemu (Eth) 2:24:29, 6. Nuta Olaru (Rom) 2:25:18, 7. Alina Iwanowa (Rus) 2:25:34, 8. Tegla Loroupe (Ken) 2:26:10, 9. Adriana Fernandez (Mex) 2:26:22, 10. Madina Biktagirowa (Rus) 2:27:14, 11. Marleen Renders (Bel) 2:28:31, 12. Harumi Hiroyama (Jpn) 2:29:01, 13. Larisa Wassilewskaja (Rus) 2:31:36, 14. Irina Bogachewa (Rus) 2:32:28, 15. Theresa Duffy (Irl) 2:35:27, 16. Lynne Macdougall (Gbr) 2:37:20, 17. Bev Hartigan (Gbr) 2:37:45, 18. Sara Cedillo (Mex) 2:38:53, 19. Tania Jones (Gbr) 2:39:10, 20. Mika Adachi (Jpn) 2 :41:35.


Weitere News

23.10.2014 Videonews: Wie der Wilde Westen der Cross Days entsteht
21.10.2014 Vattenfall BERLINER HALBMARATHON 2015: Bereits 20.000 Startplätze belegt
16.10.2014 BMW BERLIN-MARATHON 2015: Die Registrierung zum Anmeldeverfahren dauert vom 18. Oktober bis 2. November 2014
10.10.2014 Abbott wird Titelsponsor der World Marathon Majors

Noch mehr News finden Sie in unserem Newsarchiv

Sponsoren des 42. BMW BERLIN-MARATHON Wobenzym plus BMW AOK Adidas Erdinger Alkoholfrei Holiday Inn Germanwings Here Maps

Anzeige

Anzeige