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„Wir werden das Leben feiern“

Allan Steinfeld, der Direktor des New-York-Marathons, über seinen Startschuss beim real,- BERLIN-MARATHON und die Unterstützung aus Berlin

02.10.2001

Allan Steinfeld ist der Cheforganisator des New-York-Marathons, der am 4. November mit über 30.000 Teilnehmern gestartet wird. Beim real,- BERLIN-MARATHON gab Allan Steinfeld gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit den Startschuss.

Wann haben Sie erfahren, dass Sie beim real,- BERLIN-MARATHON den Startschuss geben werden?

ALLAN STEINFELD: Das war ganz kurzfristig. Ich kam am Sonnabend in Berlin an, und der Fahrer, der mich am Flughafen abholte, fuhr mich nicht in mein Hotel, sondern zuerst zu Mark Milde, der für die Topathleten zuständig ist. Mark bat mich zum Start zu kommen und ein paar Worte zu sagen. Da habe ich gesagt, das mache ich.

Und der Startschuss?

ALLAN STEINFELD: Davon haben sie mir nichts gesagt. Erst als ich am Start stand, baten sich mich, auch den Startschuss zu geben. Das ist natürlich eine große Ehre für mich, als New Yorker Renndirektor den real,- BERLIN-MARATHON zu starten. Der Regierende Bürgermeister hielt dann die Pistole, und ich hielt seine Hand.

Wie war die Stimmung Ihnen gegenüber in Berlin.

ALLAN STEINFELD: Es war eine sehr sympathische, freundliche und unterstützende Stimmung. Ich spreche ja kein Deutsch, deswegen habe ich nicht verstanden, was am Start geredet wurde. Aber immer wenn vom New-York-Marathon die Rede war oder mein Name fiel, gab es sehr großen Beifall. Das war sehr bewegend, ich hätte auch weinen können.

Was sagen Sie zu dem Transparent mit dem Motto „United we Run“.

ALLAN STEINFELD: Das ist eine sehr schöne Geste gewesen, dass die Organisatoren in Berlin dieses Motto übernommen haben, das wir in New York am 4. November bei unserer Veranstaltung haben werden. Und dann spielten sie nach dem Startschuss „New York, New York“ – das ist eine gute Idee. Ich glaube, das sollten wir bei uns auch machen.

Wie wird die Reaktion in New York auf die Berliner Initiativen sein?

ALLAN STEINFELD: Das weiß ich nicht genau. Aber ich habe gehört, dass zum Beispiel die New York Times am Montag eine große Geschichte über den real,- BERLIN-MARATHON gemacht hat. Aber ich werde auf jeden Fall dafür sorgen, dass im Bereich des New-York-Marathons über die Initiativen in Berlin berichtet wird. Wenn wir ein Foto von dem Transparent „United we Run“ bekommen, werden wir es auf unserer Internet-Seite präsentieren.

Dann gibt es ja auch noch die Spendenaktion der Berliner zu Gunsten der Familien der in New York ums Leben gekommenen Feuerwehrleute und Polizisten.

ALLAN STEINFELD: Die Berliner haben uns wirklich wunderbar unterstützt – dafür möchte ich mich an dieser Stelle bedanken. Deswegen war es für mich auch ein Muss, trotz der Geschehnisse in New York, hierher nach Berlin zu kommen.

Was haben Sie denn bei den Terroranschlägen bezüglich des Marathons gedacht?

ALLAN STEINFELD: Als das erste Flugzeug in das World Trade Center flog, war ich in einem Taxi auf dem Weg ins Büro und dachte, es handelte sich um kleines Flugzeug. Erst als ich ins Büro kam, sah ich, was wirklich passiert war. Es war wie in einem Horrorfilm, viele haben geweint. Ich habe selbst keine Freunde oder Kollegen verloren, aber viele der Leute, die ich kenne, haben Menschen verloren, die ihnen nahe standen. An den New-York-Marathon habe ich im ersten Augenblick überhaupt nicht gedacht.

Haben Sie dann später überlegt, ob der New-York-Marathon überhaupt stattfinden kann?

ALLAN STEINFELD: Nach einiger Zeit habe ich gedacht: es wäre zwar sicher schön, aber dieser New-York-Marathon wird bestimmt nicht stattfinden können. Dann habe ich mit dem Bürgermeister telefoniert, um herauszubekommen, was er denkt. Er hat mir dann gesagt, wir sollten alles versuchen, um den Lauf stattfinden zu lassen. Kleinere Läufe mussten wir absagen, weil keine Polizisten zur Absperrung zur Verfügung standen. Aber der New-York-Marathon findet statt.

Wie wird der Marathon aussehen?

ALLAN STEINFELD: Wir werden das Leben feiern. Ich glaube, es wird ein Lauf wie nie zuvor. Beim New-York-Marathon ist die Stimmung durch die Zuschauer ohnehin immer einmalig. Der einzige Lauf weltweit, der da noch herankommt, ist der real,- BERLIN-MARATHON – und ich weiß, wovon ich spreche.


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