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Zum Tod von Kim McDonald

11.11.2001

Der real,- BERLIN-MARATHON trauert um einen langjährigen Partner: Kim McDonald, einer der profiliertesten Manager der internationalen Leichtathletik, ist tot. Der 45-jährige Londoner starb völlig überraschend bereits am vergangenen Mittwoch. Er erlitt während eines Ferienaufenthaltes in Brisbane in seinem Hotelzimmer einen Herzinfarkt und wurde tot aufgefunden. Das Datum der Beerdigung in London steht noch nicht fest. Kim McDonald gründete 1984 mit seinem Partner Duncan Gaskell das Unternehmen Kim McDonald International Management (KIM). Der Londoner betreute in knapp 20 Jahren einige der weltbesten Leichtathleten, arbeitete parallel auch als Trainer und war zuletzt einer der engsten Berater von Lamine Diack, dem Präsidenten des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF). „Das ist eine tragische Nachricht. Wir waren über viele Jahre Freunde, und ich schätzte an ihm seine Seriosität, seine Ehrlichkeit und seinen Einsatz, den er besonders zeigte, während wir gemeinsam an der Entwicklung der Leichtathletik in Afrika arbeiteten“, sagte Lamine Diack zum Tode McDonalds.

Im Gegensatz zu manchen Kollegen blieb Kim McDonald stets im Hintergrund und zog einen ruhigen und zurückhaltenden Arbeitsstil vor. Der frühere Läufer, der über 3000 m eine Bestzeit von 7:56 Minuten hatte und einst sagte, für deutsche Verhältnisse sei das doch ganz gut, erkannte das Potenzial der kenianischen Läufer bereits Ende der 70er Jahre. Damals war er in einem Trainingslager in Afrika. Ein Hackenverletzung sorgte 1985 für das Ende seiner sportlichen Laufbahn, doch schon im Jahr zuvor hatte er mit seinem Partner Duncan Gaskell das Unternehmen Kim McDonald International Management (KIM) gegründet. Kim McDonald war einer der ersten, die realisierten, dass das Athleten-Management für die moderne Leichtathletik wegweisend ist.

Kim McDonald hat in knapp 20 Jahren fast ausschließlich Läufer betreut. „Damit habe ich einerseits genug zu tun, andererseits ist es eben der Laufbereich, in dem ich mich sehr gut auskenne." Die Liste jener Athleten die von dem Londoner betreut wurden, liest sich fast wie ein "Who is Who" des Laufsports: Steve Ovett, John Walker, Grete Waitz, Uta Pippig, Sonia O’Sullivan sowie die Kenianer Moses Kiptanui, Daniel Komen und Noah Ngeny sind beispielsweise darunter. Eine Reihe dieser Läufer führte er nicht nur als Manager sondern auch als Trainer in die Weltspitze. So besiegte Noah Ngeny vor einem Jahr sensationell im olympischen 1500-m-Finale Hicham El Guerrouj (Marokko) und wurde in seiner Heimat zu einem Volkshelden. „Kim hat Mitte der 80er Jahre meine Trainingsplanung übernommen. Und ich verdanke ihm meine olympische Silbermedaille und meinen Sieg bei den Commonwealth Games“, sagte der frühere britische Mittelstreckenläufer Peter Elliott,

Mike Boit, der frühere kenianische Weltklasseläufer, der später als Funktionär tätig war, bat den Londoner 1990 um Hilfe bei der Förderung von Kenias Talenten. Seitdem reiste Kim McDonald etwa sechsmal im Jahr nach Afrika und richtete für die Läufer Trainingszentren in Kenia, London, Melbourne und Stanford (USA) ein. Von den rund 120 Athleten, die durch ihn betreut wurden, kamen gut zwei Drittel aus Kenia. Kim McDonalds Politik war es stets, den Läufern Freiräume zu lassen. So band er nie Athleten mit einem Vertrag an sein Unternehmen. Der BERLIN-MARATHON hat seine Entwicklung zu einem der besten Straßenrennen weltweit in den 90er Jahren auch Kim McDonald zu verdanken. Er verpflichtete zeitweilig erfolgreich Spitzenläufer und feierte in Berlin 1995 einen großen Erfolg. Damals lief der Kenianer Sammy Lelei die zweitschnellste Zeit aller Zeiten, und die aus dem Ostteil der Stadt stammende Uta Pippig siegte zum dritten Mal - beide Athleten hat Kim McDonald maßgeblich gefördert.

„Ich bin erschüttert, es ist unglaublich. Das ist mehr als ich verkraften kann“, sagte der frühere Hindernis-Weltrekordler Moses Kiptanui. Und Noah Ngeny erklärte: „Er brachte mich von Null auf meinen heutigen Standard. Meinen gesamten Erfolg verdanke ich ihm. Er war eine Vaterfigur für mich. Wir werden ihn alle sehr vermissen.“ Moses Tanui, der anfangs von Kim McDonald betreut wurde, sagte: „Seinen Tod wird man spüren in Kenias Leichtathletik.“

„Kim hätte jetzt gesagt, trauere nicht um mich sondern arbeite weiter für unsere Sache. Aber ganz so einfach geht es nicht. Ich habe nicht nur einen lieben Freund sondern auch meinen Geschäftspartner verloren“, sagte Duncan Gaskell, der im Londoner Büro von Kim McDonald Beileidskundgebungen aus allen Richtungen erhält. „Für viele war er der beste Mensch der Welt.“ Duncan Gaskell und seine Kollegen werden K.I.M. im Sinne von Kim McDonald weiterführen.


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