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Bergläufer im Klinch

Zwei konkurrierende Grand-Prix-Serien - Berglauf-Grand-Prix läuft dem Weltverband den Rang ab – Münzel: „Zwei Grand-Prix machen eigentlich keinen Sinn!“

14.11.2001

Der Streit in der internationalen Berglaufszene geht in die nächste Runde, sprich in das zweite Jahr. Zwei konkurrierende Grand-Prix-Serien buhlten in dieser Saison um die Gunst der besten Bergläufer. Unter der Federführung von Georg Anfang (Bergen) und Ernst Künz (Telfes/ Österreich) wußte der traditionelle Berglauf-Grand-Prix neben den Stammveranstaltungen am Danis in Lenzerheide, der Schlickeralm in Telfes/ Stubaital und am Hochfelln in Bergen drei attraktive, weltweit bekannte Tourismusmagnete wie Matterhorn, Großglockner und Drei Zinnen auch sportlich in die Veranstaltungsserie einzubauen. Blass blieb dagegen der Berglauf-Weltverband WMRA mit Nebenschauplätzen wie dem Snowdon-Race in Llanberis in Wales, dem Seegrubenlauf bei Innsbruck oder dem Smarna-Gora-Race in Ljubljana neben sicherlich bekannten Rennen wie am Kitzbüheler Horn oder im italienischen Susa. Auch wenn der (traditionelle) Berglauf-Grand-Prix mit den attraktiven Rennen klarer Punktsieger aus dem Kräftemessen mit dem WMRA-Grand Prix hervorgegangen ist, beharrt der Weltverband mit Präsident Danny Hughes trotz des Debakels auf seiner Position – und damit auf die Eigenständigkeit einer Veranstaltungsserie.

„Wir können gestärkt in das kommende Jahr gehen“ freut sich Georg „Bibi“ Anfang, Finalveranstalter des Berglauf-Grand-Prix am Hochfelln in Bergen, „alle sechs Veranstaltungen haben teilnehmermäßig zulegen können, selbst bei schlechten Witterungsbedingungen!“ Mühe hat dagegen Wolfgang Münzel, der als WMRA-Direktor Wettkampf die Linie des Weltverbandes zu verteidigen hat: „Unser Handikap ist einfach die mangelnde Attraktivität. Der traditionelle Grand-Prix hat die Weltklasse angesprochen, dies ist uns nur bedingt gelungen. Aber als WMRA müssen wir natürlich auch die Länder mit Bergauf-bergab-Vorliebe in eine Serie einbeziehen. So aber macht es für die Athleten kaum Sinn!“

Während bei den attraktiven Veranstaltungen in Sexten, Zermatt und vor allem Bergen die absolute Weltspitze am Start war und kräftig das Renommee ihres Grand-Prix aufpolieren halfen, blieb die vom Weltverband initiierte Serie nur schwach besucht. Topläufer wie Jonathan Wyatt, Martin Cox, Antonio Molinari oder Izabela Zatorska, Angela Mudge und Ludmila Melicherova wagten den Spagat und konnten bei beiden Grand-Prix-Serien fleißig abkassieren, mußte die zweite Reihe jedoch Prioritäten setzen und startete zumeist bei den attraktiven Läufen. Während der Berglauf-Grand-Prix auf Kontinuität setzt und mit Elan den eingeschlagenen, erfolgreichen Weg fortsetzt, wagt der WMRA einen weiteren, kostspieligen Anlauf. Bekannte Veranstaltungen wie Susa oder das schweizerische Grabs gehören ebenso zur Grand-Prix-Serie wie die (bergaufführende) World-Trophy in Innsbruck oder wiederum Ljubljana, neu hingegen die bergauf-bergabführenden Rennen in Sauze d’Oulx nahe Sestri?re und Anchorage in Alaska. „Es ist eine unglückliche Situation für die Athleten, aber wir sind bereit, künftig wieder mit dem Weltverband zusammenzuarbeiten. Aber zu unseren Spielregeln!“ ist „Bibi“ Anfang bereit, der WMRA die Hand zur Zusammenarbeit zu reichen. Dies wäre angesichts des engen Terminkalenders gewiß im Sinne der Athleten, denn diese bleiben bei dieser Terminhatz auf der Strecke.

Wilfried Raatz (aus LA 46/01)

Die Termine 2002 Berglauf-Grand-Prix: 14. 07. Danis-Berglauf Lenzerheide/ SUI 21. 07. Großglocknerlauf Heiligenblut/ AUT 04. 08. Schlickeralmlauf Telfes/ AUT 18. 08. Matterhornlauf Zermatt/ SUI 08. 09. Drei Zinnen-Marathon Sexten/ ITA 29. 09. Hochfelln-Berglauf Bergen/ Ger (Finale) WMRA-Grand-Prix 26. 05. Gamperney-Berglauf Grabs/ SUI 21. 07. Berglauf Sauze d’Oulx/ ITA 10. 08. Berglauf Anchorage/ USA 25. 08. Challenge Stellina Susa/ ITA 14./15. 09. World Trophy Innsbruck/ AUT 05. 10. Smarna Gora Race Ljubljana/ SLO


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