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DIE KOLUMNE ZUM MITTWOCH - von Franziska Rochat-Moser

12.12.2001

2001 war ein Jahr der grossen Ereignisse im Marathonbereich. In Berlin lief erstmals eine Frau unter 2Std.20Min.. Nur eine Woche später wurde dieser Fabelweltrekord in Chicago bereits wieder unterboten. Unglaublich.

Noch mehr Emotionen löste aber dieses Jahr der New York City Marathon aus. Nicht einmal zwei Monate nach den Terroranschlägen in den USA schafften es die Organisatoren, ihren Marathon auch unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen zu einem einzigartigen Lauffest zu machen. Der diesjährige Lauf war wohl eines der bedeutendsten Rennen in der Geschichte des Marathons. Als Dank erzielten die Damen und Herren auch gleich noch neue Streckenrekorde. Alle angereisten Läufer -die Annulationsrate der Europäer lag bis zu 50%- haben mit der Teilnahme ihre tiefe Betroffenheit und Solidarität mit den Amerikanern ausgedrückt.

Auch wir Schweizer können im Bereich Marathon Erfreuliches berichten. Viktor Röthlin lief in Berlin einen neuen Marathon-Landesrekord. Eine 2 Std. 10 Min. kann sich sehen lassen. Leider ist er zur Zeit der einzige Schweizer, der sich international über die Marathondistanz behaupten kann. Auf nationaler Ebene steht er ganz alleine da und auch im Frauenmarathon ist nach den Rücktritten von Franziska Rochat-Moser und Daria Nauer eine Lücke entstanden.

Nachwuchsförderung im Langstreckenbereich muss jetzt für den Schweizerischen Leichtathletikverband an erster Stelle stehen.

Im Bereich Marathonveranstaltungen gibt es keine wesentlichen Neuerungen zu vermelden. Der geplante Zürich-Marathon steckt weiterhin in der Planungsphase fest. Ein solcher Marathon in der Wirtschaftsmetropole der Schweiz hätte sicher gute Chancen, Teilnehmer zu rekrutieren.

Endgültig etablieren konnte sich der Lausanne-Marathon (Mitte Oktober). Dieser Lauf lebt von der schönen Strecke entlang des Genfersees und seinen weltbekannten Weingebieten. Der Charme der Westschweiz (französischsprachig) ist omnipräsent.

Zu einem attraktiven "Dauerbrenner" hat sich auch der Jungfrau-Marathon (Anfang September) entwickelt. Was die Teilnehmer auf dieser alpinen Strecke mit den ca. 1800 Höhenmetern (vorwiegend ab km 25, keine "Abfahrten") erleben dürfen in Bezug auf Panorama und Stimmung ist unvergleichlich und zieht auch jedes Jahr eine grosse Zahl Deutsche in die Berner Alpen. Wegen beschränkten Rücktransportkapazitäten mussten bis jetzt die Teilnehmerzahlen begrenzt werden (Losziehung). Dieses Jahr liessen sich aber die wirbligen Organisatoren etwas ganz Neues einfallen. Der Lauf wird am Samstag wie bisher, und zusätzlich noch einmal auf der gleichen Strecke am Sonntag durchgeführt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Neuerung auf die Entwicklung dieses speziellen Marathons auswirken wird.

Grossen Erfolg und immer wieder Rekordbeteiligungen haben aber vor allem die kürzeren Strassenläufe.

Der Grand Prix von Bern (10 miles/16 km; im Mai), dessen Strecke mitten durch die Bundeshauptstadt führt, konnte 2001 sein 20-jähriges Jubiläum feiern. Dieses stimmungsvolle Rennen bietet auch eine Kurzstrecke (Altstadt-GP, 5,5 km) und einen Kinderlauf.

Der Gedenklauf über 17,5 km von Murten nach Freiburg (Oktober) und die "20km de Lausanne" (Ende Mai) gehören weiterhin zu den "Klassikern" der Schweizer Laufszene. Den 15. Geburtstag konnte dieses Jahr der Schweizer Frauenlauf feiern. Anfangs Juni finden sich mittlerweile über 12000 Frauen in Bern ein, um gemeinsam 5 km zu laufen oder zu walken. Die relativ kurze Distanz baut Hemmschwellen ab und motiviert viele Frauen, das erste Mal überhaupt an einem Wettkampf teilzunehmen. Spitzen- und Breitensport vereinigen sich an diesem Lauf zu einem Fest der Frau.

Sportlich absolut hochstehend ist auch der Halbmarathon rund um den Greifensee (Mitte September). 1998 fanden auf dieser (für den Anlass leicht modifizierten Strecke) die Halbmarathon-Weltmeisterschaften statt. Der Greifenseelauf wurde dadurch weit über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt.

Eine besondere Attraktion sind auch die Stadtläufe/Weihnachtsläufe im November und Dezember. Einige Läufer beenden mit diesen Anlässen ihre Saison, wieder andere starten nach der Wettkampfpause schon wieder in neue Abenteuer. Vor allem die Läufe von Basel, Genf und Zürich bieten sehr viel vorweihnächtliches Ambiente und abwechslungsreiche Strecken.

Laufen hat also auch in der Schweiz nichts von seiner Attraktivität eingebüsst. Und wem das Laufen zu streng ist, der findet ein grosses Angebot an sogenannten "sanften" Ausdauersportarten wie Walking, Nordic Walking und Aqua Fit (Wassergymnastik mit Ausdauertraining, dem sog. Deep Water Running).

Auch in diesen Bereichen gibt es Veranstaltungen. Im August durchqueren jeweilen ca.3600 Leute den 1,3 km breiten Greifensee und das Swiss Walking Event im September konnte dieses Jahr bei seiner zweiten Durchführung schon ca. 2700 Teilnehmer vermelden.

Gesundheitsorientierte Bewegunsformen werden wohl auch in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Es muss ja nicht immer um Zeit


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