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Deutsche Frauen-Marathon-Bilanz

Marathonläuferinnen setzten positive Akzente

16.12.2001

Mit Luminita Zaituc, Sonja Oberem und Co. auf EM-Medaillenkurs in München

Unsere deutschen Läuferinnen haben 2001 positive Akzente gesetzt!“ sagt Bundestrainer Wolfgang Heinig mit Blick auf sein angestammtes Terrain, aber auch mit etwas Wehmut auf die anderen Laufbereiche, für die er kraft seines Amtes Verantwortung trägt. Und meint das (partielle) Auftreten der deutschen Läuferinnen in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Lissabon und Athen. „Natürlich habe ich in Kanada neben einer guten Einzelpatzierung auch auf ein Mannschaftsresultat gehofft“ gesteht der Bundestrainer allerdings ein, das aber Sonja Oberem und Melanie Kraus nach der kurzfristigen Absage von Luminita Zaituc und dem vorzeitigen Ausstieg von Kathrin Weßel nicht mehr alleine richten konnten. „Ich denke, es ist für uns im Laufbereich besonders wichtig, wenn eine Deutsche einen Marathon gewinnt, auch wenn es nicht immer in einer Weltklassezeit ist!“

Für das positive Auftreten unserer Marathonläuferinnen wusste zunächst einmal Sonja Oberem zu sorgen. „Das war ihr bestes Jahr!“ bilanziert Trainer Paul-Heinz Wellmann mit berechtigtem Stolz, „sie hat ihr bestes Resultat bei internationalen Meisterschaften erzielt und mit Hamburg und Athen zwei Marathonläufe in einem Jahr gewonnen!“ Hat das Erfolgsduo Oberem-Wellmann bislang eher auf Platzierungen bei hochkarätigen Läufen gesetzt, verfolgten sie in der zurückliegenden Saison eine etwas andere Strategie. „Mit dem Sieg in Hamburg gelang Sonja ein Erfolg im eigenen Land, noch dazu in einer erstaunlich guten Zeit. Diese wäre sogar noch besser ausgefallen, wenn die Konkurrenz leistungsstärker gewesen wäre. Der Sieg in Athen muss man unter den Kapitel Stärkung des Selbstbewusstseins und der Haushaltskasse einordnen!“ Doch in der positiven Bilanz möchte der Bayer-Coach nicht verharren, sondern sieht wichtige Hausaufgaben für das EM-Jahr 2002. „Auch wenn Sonja vom ersten Meter an in Edmonton das Rennen mitgestalten konnte, es fehlte ihr doch im Schlussteil die nötige Kraft für eine Medaille. An diesen drei bis fünf Prozent Defizit müssen wir arbeiten. Das ist eben noch der kleine Unterschied zu Lidia Simon und den anderen!“ Gestärkt soll Sonja Oberem dann in München um die EM-Medaillen laufen. „Das Feld ist dann zwar etwas überschaubarer, aber man muss eben mit allem rechnen!“ Und setzt dabei auf die mentale Stärke der früheren Triathletin, die es stets zur rechten Zeit versteht, ihr Leistungspotenzial abzurufen. So als WM-Sechste in Sevilla oder nun als WM-Fünfte in Edmonton.

Oder aber Luminita Zaituc, die nach einem eher zögerlichen Auftritt in Hamburg mit ihrem Sieg in Frankfurt nun weiss, wo es künftig für sie langgehen wird – nämlich auf der Marathondistanz. Darin ist sich Bundestrainer Heinig sicher und stellt bereits gewisse Erwartungen an den neuen Hoffnungsträger: „Sie muss keine fünf deutsche Meistertitel gewinnen, sondern bei den Europameisterschaften auf das Podest!“ Die gebürtige Rumänin, seit 1993 in Hamm angesiedelt, verstand es bislang meisterhaft, in eher passiver Manier ihre Chancen zu optimieren – in der Mainmetropole sah man den Schützling von Dumitru Dobre von einer neuen Seite, offensiv und risikobereit. „Mein Konzept war, so lange auf Tempo zu laufen, wie es mir gut geht!“ Und es ging gut, sehr gut sogar. Schließlich holte sie zum großen Zahltag aus, wurde Gesamtsiegerin und deutsche Meisterin und drückte den Streckenrekord von Katrin Dörre-Heinig auf 2:26:01. Und das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. „Irgendwann musste diese Entscheidung kommen. Schließlich laufe ich schon seit 1983. Ich habe mir aber gesagt, wenn du es mit Zweiunddreißig nicht versuchst, dann wird es nichts mehr!“ Gesagt, getan.

Und damit reifen auch Medaillenträume. Im Einzeln als auch in der Mannschaft, wo neben der bereits gesetzten Sonja Oberen mit Luminita Zaituc, Kathrin Weßel, Claudia Dreher und Melanie Kraus gleich fünf Läuferinnen mit internationaler Klasse den Griff nach der Medaille planen dürfen. „Mit einer derartigen Mannschaft lässt sich ein klasse Ergebnis einbringen!“ sagt Paul-Heinz Wellmann und setzt auch auf seine zweite EM-Kandidatin, Melanie Kraus nämlich. „Eigentlich tut sie mir Leid, denn ihre beiden Saisonergebnisse werden eher negativ bewertet. Für Melanie war dieses Jahr sehr wichtig, auch wenn sie in den Events nicht ihre konstant guten Trainingsleistungen umsetzen konnte. Nach dem Einstieg im Vorjahr in Berlin war es einfach sehr schwer, diese Leistung zu wiederholen bzw. sogar noch eine bessere zu erreichen!“ nahm Paul-Heinz Wellmann sein zweites Marathon-Ass in Schutz.

Marathon-Bundestrainer Heinig ist in diesem Wettbewerb in einer an sich beneidenswerten Situation. Neben Luminita Zaituc und Sonja Oberem hat auch die im Schatten der Weltbestzeit laufenden Naoko Takahashi mit 2:29:42 Hausrekord laufenden Kathrin Weßel drei Läuferinnen unter der verschärften EM-Norm, mit Melanie Kraus und der erst vor wenigen Tagen in Lissabon mit 2:31:01 siegreichen Claudia Dreher zwei weitere auf dem Sprungbrett. Hinzu kommt freilich Halbmarathonmeisterin Petra Wassiluk, die nach den beiden verunglückten Marathon-Versuchen in Hamburg und Frankfurt einen weiteren Anlauf braucht, um die Marathondistanz in Griff zu bekommen. „Damit können wir bis 2004 alle Höhepunkte gut besetzen“, blickt Heinig bereits voraus. „Mit einem Nachwuchsprogramm gilt es zunächst, die 5000 m und 10 000 m zu entwickeln. Für den Marathonbereich müssen wir einen langfristigen Weg gehen!“ Seine Hoffnungen ruhen allerdings auf einen alsbaldigen Wechsel von Irina Mikitenko zur Straße. „Sie muss allerdings selbst erkennen, wo ihr künftiges Potenzial liegt. Auf den Bahndistanzen macht die Entwicklung nicht halt, deshalb ist es schwierig, das vorhandene Niveau noch zu toppen. Über Marathon wird sie einen Einstieg wie Luminita und noch besser haben können!“

Wilfried Raatz
(aus LA 51-52/01)


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