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Deutsche Crossmeisterschaften in Regensburg:

Rückkehrer Dieter Baumann begeisterte mit einem Solorennen – Luminita Zaituc vor kampfstarken Sabrina Mockenhaupt – Jens Bormanns erfolgreiche Titelverteidigung – Hohes Lob für Organisatoren

10.03.2002

Die Vorstellung hätte kaum eindrucksvoller gelingen können, mit der sich Dieter Baumann nach zweijähriger Dopingsperre zurück in die deutsche Laufszene zu melden wußte. Während sich seine Rehabilitation vor den unterschiedlichen Gerichtsinstanzen wenig erfolgversprechend gestaltet, gelang dies dem früheren 5000 m-Olympiasieger nach zwei Hallenrennen nun auch eindrucksvoll auf dem schweren Querfeldeinparcours des Regensburger Unigeländes. Wie schon bei den Hallenrennen in Dortmund und Stuttgart ließ Baumann bei seinem Tempolauf par excellance keinen Zweifel aufkommen, wer der beste Langstreckler im Lande ist. Im Stile eines Klasseläufers distanzierte der Tübinger mit dem überlegen herausgelaufenen Sieg die Konkurrenz auf der 10 000 m langen Langstrecke. Mit knapp dreißig Sekunden Rückstand wurde der frühere Hindernis-Europameister Damian Kallabis Zweiter.

Regensburger Organisatoren setzen erneut Meilenstein Nach einem interessanten Zweikampf mit der erst 20jährigen Sabrina Mockenhaupt holte sich die Frankfurt-Marathon-Siegerin und letztjährige Cross-Doppelmeisterin Luminita Zaituc mit einem resoluten Schlußangriff erneut den Titel. Attraktive, weil große Startfelder bei der erstmals durchgeführten Ein-Tages-Veranstaltung, ein hervorragender Crossparcours und ein herrliches Vorfrühlingswetter, eine bessere (Eigen-)Werbung für die Leichtathletik hätte sich der DLV im Vorfeld der Euopameisterschaften im eigenen Land kaum wünschen können. Uneingeschränktes Lob vor allem für die einen weiteren organisatorischen Meilenstein setzende Ausrichtermannschaft der LG Domspitzmilch Regensburg, deren Chef Kurt Ring trotz aller Verbandsprominenz und vielseitigem Schulterklopfen dennoch einen Mann offenkundig vermißte, den DLV-Präsidenten nämlich. „Es ist für mich persönlich sehr enttäuschend, dass der DLV-Präsident Clemens Prokop, der übrigens zwanzig Kilometer von Regensburg entfernt wohnt, erst zugesagt hatte und dann durch den bayerischen Landesverband absagen ließ, er habe gerade an diesem Samstag einen anderen Termin! Mich überrascht dabei vor allem der Zeitpunkt: Am Sonntag wurde die Startzusage von Dieter Baumann bekannt, am Montag kam die Absage des DLV-Präsidenten. Von unserem früheren Clubkollegen Prokop hätte ich mir zumindest einen persönlichen Anruf gewünscht!“

Die Regensburger haben mit einer prächtigen Cross-Atmosphäre einen weiteren Meilenstein gesetzt, so dass DLV-Vizepräsident Rüdiger Nickel beeindruckt den Schlußpunkt setzte: „Optimal, besser kann man es einfach nicht machen!“ Als Leistungssport-Verantwortlicher dagegen mit Sorgenfalten: „Es fehlen zwar absolute Vergleiche, aber die Lücken selbst in der Spitze sind unverkennbar. Hier muß eine intensive Beratung zwischen den Lauftrainern des Verbandes und den Heimtrainern einsetzen, denn so kann es nicht weitergehen!“ Weitergehen wird es gewiß mit Dieter Baumann und Luminita Zaituc, die bei allem Cross-Einsatz zunächst einmal Marathon-Ambitionen hegen. Beide wollen in der zweiten Aprilhälfte beim Hansaplast-Marathon in Hamburg zu den Leistungsgaranten zählen. Nicht ohne zuvor die European 10 000 m-Challenge (Baumann) bzw. die Militär-Cross-Weltmeisterschften (Zaituc) bestritten zu haben.

Talent „Mocki“ fehlte die Orientierung Für die Braunschweigerin soll Hamburg ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum EM-Erfolg werden. „Ich habe eine lange Vorbereitungszeit, keine Halle gelaufen, zwar für die Cross-DM etwas reduziert, aber mein Ziel ist Marathon. Sabrina war eine harte Konkurrentin, deshalb freue ich mich auch über den Sieg. Und natürlich den auch in der Mannschaft....“ Auch die kampfstarke Sabrina Mockenhaupt wird den Wettkampfstress nicht los, schließlich ist auch sie für die Militär-Cross-WM aufgeboten. „Ich könnte mich ärgern“, kommentierte das kleine Betzdorfer Energiebündel die Rennentscheidung. „Irgendeiner hat mir zugerufen, es wäre noch eine Runde zu laufen. Nee, noch einmal den Berg hoch, ist es mir durch den Kopf geschossen. Natürlich weiss ich nicht, ob es gereicht hätte, aber ich habe dann einfach resigniert“. So blieb für „Mocki“ letztlich die Gewissheit, das Rennen lange Zeit offen gehalten zu haben, auch wenn es wiederum einmal nicht ganz gereicht hatte. Während die anfangs stark mithaltenden Melanie Schulz und Susanne Ritter ihrem Mut letztlich Tribut zollen mußten, rückte Uli Maisch mit großem Stehvermögen auf Rang drei vor. „Endlich einmal nicht Vierte und Fünfte!“ freute sich die Rostockerin mächtig.

„Godd Bormi“ stand in großen Lettern auf einem Spanntuch beim Mittesltreckenrennen. Und Jens Bormann ließ in der Tat nichts anbrennen, zog vom Start weg an der Spitze das Feld der einhundert Läufer mächtig auseinander – und ließ sich auch nicht von dem mit Abstand folgenden Jan Fitschen die Butter mehr vom Brot nehmen. „Natürlich habe ich den Druck gespürt und bin vielleicht auch etwas schnell weggezogen. Doch es hat ja prächtig geklappt“. Der Leipziger möchte übrigens auch gerne nach München, in das 10 000 m-Finale. „Deshalb werde ich mich voll auf die European 10 000 m-Challenge konzentrieren, um dort die Quali zu laufen!“ Selbstvertrauen jedenfalls hat „Bormi“ in Regensburg schon einmal tanken dürfen.

Ausweisung für DLV-Hoffnung Terefe Desaleng? Das jedenfalls hat Damian Kallabis auch wiedererlangt. Der Neu-Stuttgarter („Eigentlich wollte ich ja Mittelstrecke laufen. Da eine Ummeldung nicht mehr möglich war, mußte ich eben lang laufen!“) rückte zur Streckenhälfte zur kompakten Baumann-Verfolgergruppe auf und lieferte sich letztlich einen heißen Fight mit Oliver Mintzlaff um Platz zwei. In Abwesenheit der zunächst angekündigten Thomas Greger und Andre Green hätte die Stunde des „Jungen Wilden“ Alexander Lubina schlagen können, doch der 22jährige Wattenscheider blieb nach starker Zwischenphase medaillenlos. Da ist das mit Carsten Schütz und Doppelstarter Jan Fitschen errungene Teamgold wenigstens ein kleiner Trost. Interessant wäre gewiss auf der Langstrecke ein Vergleich mit dem aus Äthiopien stammenden Terefe Desaleng, doch der junge Frankfurter, im vergangenen Herbst schon 10 km-Meister in Troisdorf, startete im Juniorenrennen. Der gebürtige Äthiopier, dessen Asylantrag zwischenzeitlich bereits abgelehnt wurde, lief praktisch das gesamte Rennen mit nur einem Schuh (der zweite war ihm am Start ausgetreten worden) und konnte sich erst in der Schlußrunde vom mutig mitlaufenden Raphael Schäfer absetzen. „Zum Glück war der Untergrund weich genug“ und lächelte etwas besorgt auf den schlammigen Socken am bloßen Fuß. Wesentlich mehr Sorgen bereitet dem 20jährigen allerdings seine am 27. April ablaufende Aufenthaltserlaubnis. „Ich hoffe, dass sich der DLV für Terefe einsetzen kann!“ sieht Betreuer Franz Eckhardt einen kleinen Hoffnungsschimmer. Langstrecken-Bundestrainer Wolfgang Heinig möchte lieber heute als morgen den unbestritten talentierten Terefe Desaleng im Perspektivkader für die Olympischen Spiele 2004 wissen. „Unter bestimmten Umständen haben die Fachverbände gewisse Möglichkeiten. Wir werden als DLV alles versuchen, um diesen talentierten Burschen schneller als dies im Normalfall möglich ist, einzubürgern! Ich kann aber nicht sagen, ob wir damit Erfolg haben. Derzeit ist die Gesamtsituation nicht besonders rosig!“

Fotofinish bei der männlichen A-Jugend Keinen deutschen Pass hat allerdings auch der souveräne B-Jugendsieger Erkan Kara als Sohn türkischer Eltern, der allerdings schon in Deutschland geboren wurde und bei Dieter Herrmann in Großengottern den Feinschliff erfährt. Noch überlegener als Erkan („Ich wollte schon immer einmal etwas gewinnen!“) waren Eva Maria Stöwer und Johanna Braun in den beiden Mädchenwettbewerben der B- und A-Jugend. Spannung pur hingegen bei den Jungens, als mit Norbert Löwa und Ronald Weßlin gleich zwei Läufer gleichauf über die Ziellinie stürmten. Der für den VfL Brandenburg startende Ronald setzte sich dabei in der Zentimeterentscheidung durch.

Wilfried Raatz (aus Leichtathletik 11/2002)


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