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Trauer um Franziska Rochat-Moser

Die Schweizer Leichtathletik hat eine große Persönlichkeit verloren, die auch in Berlin bekannt und geschätzt war.

10.03.2002

Franziska Rochat-MoserAm 7. März erlag Franziska Rochat-Moser ihren schweren Verletzungen, die sie bei einem Lawinenunglück im Schweizer Kanton Waadt erlitten hatte. Tags zuvor war die 35-Jährige, die 1997 den New-York-Marathon gewonnen hatte und beim BERLINER HALBMARATHON 1996 auf Platz drei gelaufen war, bei einer Skitour von einer Lawine erfasst worden. Ihre beiden Begleiter konnten sie befreien und organisierten den Helikopter-Transport ins Krankenhaus. Doch Franziska Rochat-Moser starb einen Tag später in dem Krankenhaus in Lausanne.

Die Schweizerin hatte eine ungewöhnliche Karriere als Läuferin gemacht. Mit 18 Jahren wurde sie Schweizer Meisterin im Orientierungslauf, erst vier Jahre später begann sie als Leichtathletin mit dem Laufsport. Die größten Erfolge feierte Franziska Rochat-Moser jedoch erst im zweiten Teil ihrer Karriere, die sie 1992 nach einem verletzungsbedingten Aus im olympischen Marathon zeitweilig unterbrochen hatte, um ihr Jurastudium fortzusetzen. Der Sieg beim Frankfurt-Marathon 1994 war ein erster internationaler Erfolg, drei Jahre später erfüllte sie sich den Traum eines jeden Marathonläufers: Franziska Rochat-Moser gewann in New York in 2:28:43 Stunden und wurde in ihrer Heimat zu einem Star. So überraschend war ihr damaliger Erfolg, dass die New Yorker Veranstalter keine Schweizer Nationalhymne parat hatten. Zwei Monate zuvor hatte sie den Schweizer Jungfrau-Marathon gewonnen, der einen Höhenunterschied von rund 1800 Metern aufweist. Noch stärker als der Triumph in New York war aber ihre Leistung beim zweiten Platz in Boston 1999 einzuschätzen, als sie sich auf erstklassige 2:25:51 Stunden verbesserte.

Franziska Rochat-Moser, die nach der Saison 2000 und einer Hüftoperation im vergangenen Jahr ihre Karriere beendet hatte, lief aus Freude. Auf Antrittsgagen oder Prämien war sie nicht angewiesen, denn parallel leitete sie mit ihrem Mann Philippe ein sehr angesehenes Gourmet-Restaurant in der Nähe von Lausanne. Nach ihrer aktiven Karriere engagierte sie sich für den Breitensport, besonders für den Frauenlauf in Bern, bei dem sie in diesem Jahr eine entscheidende Rolle hätte übernehmen sollen. "Gesundheitsorientierte Bewegungsformen werden in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Es muss ja nicht immer um die Zeit gehen", schrieb Franziska Rochat-Moser erst vor wenigen Monaten in einem Beitrag auf der Internet-Seite des real,- BERLIN-MARATHON.


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