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Skater-Probleme: Wohin mit der schnellen Nummer?

Auf was Skater alles achten müssen

15.03.2002

Worüber haben wir uns an dieser Stelle in den letzten Jahren im Zusammenhang mit Inline-Skaten und dem real,- BERLIN-MARATHON nicht schon Gedanken gemacht? Oben ohne war ein Thema. Mancher alte Glatzkopf war froh, dass ihm der windschnittige Helm wieder zu jung-dynamischem Aussehen verhalf. Derweil hübscheste Girls lieber auf einen Start verzichteten, weil sie ihre teuere coiffeur-gestylte Haarpracht nicht unter einem Einheitstopf verstecken wollten.

Dann haben wir uns darüber lustig gemacht, wer wem nachläuft. Rein sachlich betrachtet ist das Separieren von Damen und Herren beim Start eine sportorientierte Geschlechtertrennung zum Zwecke der Wettbewerbs-Chancengleichheit. Wenn sich eine zarte Frau in den Windschatten eines stämmigen Mannes begibt, dann müssen Mädels ohne Bodyguards zwangsläufig in die Erfolgsröhre gucken. Betrachtet man die Geschlechtertrennung jedoch ganz bewußt sportlich unsachlich, dann kann man sie auch als das Ende von aller Freud beim Inline Skaten definieren.

Und jetzt gibt es schon wieder eine neue Diskussion unter den Skatern: Wohin mit der schnellen Nummer?

Als wenn der Vorgang des Annagelns nicht schon als solcher problematisch genug wäre. Wer hat schließlich noch nicht versucht, die Startnummer durch das Trikot mit den Sicherheitsnadeln direkt auf der nackten Haut zu befestigen? Und jetzt muß zu allem Überfluß auch noch geklärt werden, ob von vorne, hinten, rechts oder links genagelt bzw. numeriert wird.

Der Rücken scheidet eigentlich zuerst aus. Wie kann ich jemanden erkennen, der auf mich zuläuft, wenn er das Nummernschild nicht vorne trägt? Und wenn er an mir vorbei ist, interessiert er mich eh nicht mehr.

Also sollte die Nummer zugleich auch Fliegenschutz sein? Hat natürlich auch wieder seinen Haken. Denn wenn die ganz schnellen Windhunde in der Hüfte abknicken und fast mit der Nase über den Asphalt flitzen, sieht man deren Nummern nie. Würde man aber festlegen, dass wenigstens alle Läufer mit Berliner Endzeiten über zwei Stunden und markant aufrechter Haltung ihre Nummer vorne tragen müssen, dann wäre das wiederum ein Kainsmal. Nö, diskriminiert werden soll ja schließlich auch keiner.

Also bieten sich die Oberschenkel an, die ja bei einigen Profis fast schon die Umfänge von Litfaßsäulen haben. Doch jetzt wird es wieder heikel: Trägt man(n?) rechts oder links? Wer weiß schließlich bei Kilometer 0, wo bei Kilometer 42,195 die Oberschiedsrichter zu sitzen belieben?

Bliebe noch die letzte Möglichkeit. Wie wäre es mit der Nummer vor der Stirn? Ach nein, geht auch nicht. Denn nicht wenige Skater glauben ja, ihnen würde selbst bei 6000 Startern die Strecke von der Urania bis zur Gedächtniskirche alleine gehören. Deren Brett vorm Kopf muß schon sichtbar bleiben.

Fazit: Die Diskussion über die schnelle Skater-Nummer hat gerade erst begonnen.

Copyright Hanspeter Detmer, Köln
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