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Margaret Okayo besiegt Catherine Ndereba und bricht Uta Pippigs Streckenrekord in Boston

Die Kenianerin läuft 2:20:43 Stunden, während Rodgers Rop bei den Männern triumphiert

19.04.2002

Die Weltspitze im Frauenmarathon beginnt bei Zeiten unter 2:23 Stunden. Das ist die Erkenntnis nach dem Boston-Marathon, der am traditionellen Montags-Termin am Tag nach dem London-Marathon stattfand. In London waren vier Läuferinnen unter dieser Zeit geblieben, in Boston schafften das die ersten beiden. Es ist noch nicht lange her, da waren derartige Zeiten die absolute Ausnahme, doch inzwischen reichen Ergebnisse um 2:25 Stunden nicht mehr aus, um vorne dabei zu sein. Die Tendenz geht zu weiteren Ergebnissen unter 2:20 Stunden, nachdem Naoko Takahashi (Japan) beim Berlin-Marathon 2001 diese Marke zum ersten Mal unterboten hatten.

Auf der zwar insgesamt abfallenden, aber sehr hügeligen und daher schwer zu laufenden Strecke von Boston siegte Margaret Okayo in 2:20:43 Stunden. Die Kenianerin erzielte die viertschnellste Zeit aller Zeiten und war exakt genauso schnell wie Tegla Loroupe (Kenia), die 1999 beim Berlin-Marathon eine Weltbestzeit aufgestellt hatte. Die 25-jährige Margaret Okayo brach in Boston auch den acht Jahre alten Kursrekord der Berlinerin Uta Pippig, die 1994 in der deutschen Bestzeit von 2:21:45 Stunden gewonnen hatte. Zweite war Catherine Ndereba (Kenia), die im vergangenen Herbst in Chicago in der heute noch gültigen Weltbestzeit von 2:18:47 Stunden gewonnen hatte. Mit 2:21:12 blieb auch Ndereba unter dem Streckenrekord von Uta Pippig, die als Kokommentatorin eines amerikanischen TV-Senders teilweise mitjoggte und Anfang Mai bei einem 10-km-Rennen in Ottawa in die Saison starten möchte.

Einmal mehr stellte das Frauenrennen des Boston-Marathons jenes der Männer in den Schatten. Rodgers Rop (Kenia) gewann die 106. Auflage des Traditionslaufes in 2:09:02 Stunden mit nur drei Sekunden Vorsprung vor seinem Landsmann Christopher Cheboiboch. Damit haben die Kenianer ihre Boston-Erfolgsserie wieder aufgenommen. Im vergangenen Jahr hatte der Südkoreaner Lee Bong-Ju das Rennen gewonnen, nachdem kenianische Läufer zehnmal in Folge dort triumphiert hatten. Lee Bong-Ju wurde dieses Mal Fünfter in 2:10:30. Bei sehr gutem Laufwetter mit Temperaturen von 13 ° Celsius, bedecktem Himmel und einem phasenweise sehr leichten Rückenwind gingen 14.837 der 16.936 gemeldeten Läufer an den Start. Die gemessen an der Starterzahl erstaunliche Zahl von 14.572 Läufern erreichte das Ziel.

Rodgers Rop, der zur Trainingsgruppe des Detmolder Managers Volker Wagner zählt und erst vor rund einem Jahr das erste Mal außerhalb Kenias ein Rennen gelaufen war, hatte bei 25 km als erster Läufer der großen Spitzengruppe die Initiative ergriffen. Zuvor hatte die große Gruppe mit rund 25 Läufern lange Zeit ein gemächliches Tempo vorgelegt. 10 km waren nach 31:27 Minuten erreicht, 15 km nach 46:44. Und das trotz der besonders anfänglich abfallenden Strecke. Auch an der Halbmarathonmarke (65:19) hatte sich noch nicht viel getan. „Ich habe die Gruppe auseinandergerissen“, erklärte Rop später, der mehrmals kurzzeitig das Tempo beschleunigt hatte. Bald nach seinem ersten Antritt auf einem abfallenden Stück bei 25 km fiel auch Lee Bong-Ju zurück. Auf den nächsten Kilometern reduzierte sich die Führungsgruppe auf fünf kenianische Läufer. Bei Kilometer 30 (1:32:17) fielen dann auch Fred Kiprop und Elias Chebet zurück, bald darauf traf es Joshua Chelang’a.

So entstand ein spannender Zweikampf, der sich bis zur Zielgeraden fortsetzen sollte. Das kuriose dabei war, dass Rodgers Rop stets in Führung lag, aber seinen Verfolger nicht los wurde. Christopher Cheboiboch lief dabei, je nach Tempoverschärfungen von Rop, zwischen 5 und 25 Meter hinter dem Führenden. Interessant war, dass Rop immer wenn es bergab ging erfolgreich Druck machte. Doch noch auf den letzten 1000 Metern wurde es wieder eng. Cheboiboch, der mit einer Bestzeit von 2:10:50 nach Boston gekommen war, mobilisierte die letzten Kräfte und kam wieder bis auf wenige Meter heran. Doch Rop sah, was passierte, forcierte ein letztes Mal und hatte das Rennen gewonnen. „Ich war mir sicher, dass er mich nicht mehr überholen konnte, denn ich hatte gesehen, dass er müde war“, erklärte Rodgers Rop, der im vergangenen Jahr als Dritter in New York bei seinem Marathondebüt 2:09:51 Stunden gelaufen war.

„Vor dem Start hatte ich gesagt, dass wir unseren Titel zurückholen müssen. Denn es ist für die Kenianer zu einer Tradition geworden, hier in Boston zu gewinnen“, sagte der 26-jährige Rodgers Rop, der vor knapp einem Jahr bei den 25 km von Berlin in der Weltbestzeit von 1:13:44 Stunden gewonnen hatte.

Auch Kenias Frauen haben inzwischen eine kleine Siegserie in Boston vorzuweisen. Nach je drei Erfolgen von Uta Pippig und Fatuma Roba (Äthiopien) siegte zuletzt Catherine Ndereba zweimal in Boston. Doch die Weltbeste verpasste den dritten Hattrick einer Frau in Boston, weil eine Landsfrau schneller war. Das Duell mit Margaret Okayo wurde als das hochkarätigste Frauenduell in der Geschichte des Boston-Marathons bezeichnet.

Catherine Ndereba hatte das Rennen schnell begonnen und führte bei 10 km (33:41 Minuten). Zwischenzeitlich schaltete sich dann die Chinesin Sun Yingjie in den kenianischen Zweikampf ein. Sie führte noch bei der Halbmarathonmarke (70:40), doch bald darauf übernahm Margaret Okayo die Initiative, und die Chinesin fiel noch deutlich zurück. Fünf Meter vor Ndereba lief Okayo, die zur Gruppe von Dr. Rosa gehört, durch die 30-km-Marke (1:40:16) und die schweren Hügel auf der Strecke von Boston. Hinter dem Heartbreak-Hill lief Ndereba zeitweilig neben Okayo. Aber dann ging die 25-jährige Okayo, die im November in New York bereits in der Kursrekordzeit von 2:24:21 Stunden gewonnen hatte, wieder in Führung. „Ich wusste immer, dass Catherine hinter mir war, aber ich habe mich nicht umgeschaut. Ich fühlte mich gut und stark in Form“, erklärte Margaret Okayo später.

Die Entscheidung fiel erst nach Kilometer 40, als Catherine Ndereba einer weiteren Tempoverschärfung nichts mehr entgegen setzen konnte. „Ich merkte etwas in meiner rechten Oberschenkelmuskulatur, so dass ich nicht mehr schnell laufen konnte. Ich hoffte nur, dass ich ins Ziel kommen würde“, erklärte die zweifache Boston- und Chicago-Siegerin Ndereba, die hinzufügte: „Mein Ziel war der Kursrekord – und das habe ich geschafft.“ Das Problem ist freilich, dass die neue Kursrekordlerin Margaret Okayo heißt. Die Siegerin verdiente sich ebenso wie Rodgers Rop 80.000 Dollar. Für den Streckenrekord gab es weitere 25.000 Dollar. „Auf einer schnellen Strecke sollte es für Margaret Okayo möglich sein, 2:18 oder 2:19 Stunden zu laufen“, sagte Dr. Rosa.

Ergebnisse, Männer: 1. Rop (KEN) 2:09:02, 2. Cheboiboch (KEN) 2:09:05, 3. Kiprop (KEN) 2:09:45, 4. Hussein (KEN) 2:09:45, 5. Lee Bong-Ju (KOR) 2:10:30, 6. Chebet (KEN) 2:10:40, 7. Bor (KEN) 2:11:39, 8. Kebede (ETH) 2:11:43. Frauen: 1. Okayo (KEN) 2:20:43, 2. Ndereba (KEN) 2:21:12, 3. Alemu (ETH) 2:26:01, 4. Yingjie (CHN) 2:27:26, 5. Sultanowa (RUS) 2:27:58, 6. Genovese (ITA) 2:29:02.


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