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START ZUR IAAF GOLDEN LEAGUE AM FREITAG:

In Oslo beginnt die Jagd nach dem Jackpot mit drei Superstars

26.06.2002

Mit den Mobil Bislett Games in Oslo beginnt am kommenden Freitag die IAAF Golden League. Wie zuletzt gehören wieder sieben Meetings zu der Serie, dessen Finale am 6. September im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark stattfinden wird. Zurückgekehrt ist die IAAF zu dem alten Jackpot-Modus: Nur wer seine Disziplin bei allen sieben Meetings gewinnt, partizipiert am mit 50 Kilogramm Gold gefüllten Jackpot der Liga. Für die gesamte Serie unter Vertrag genommen wurden drei Superstars, die die Fans in die Stadien locken dürften: Marion Jones, Maurice Greene und Hicham El Guerrouj. Ob die Golden League vielleicht kurzfristig noch in dieser Saison erstmals komplett im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen sein wird, steht noch nicht fest. Sicher sind nur die Übertragungszeiten für das ISTAF im ZDF.

Die Rückkehr zum alten Jackpot-System garantiert dem Zuschauer mehr Übersichtlichkeit. Für die Athleten wird es allerdings schwieriger. In den vergangenen beiden Jahren reichten fünf Siege, um bei der Verteilung des Goldes dabei zu sein. Der Nachteil dieser Regelung war freilich auch, dass mancher Seriensieger entweder zwischendurch bis zu zwei Meetings ausließ oder sogar auf das Finale verzichtete, weil der Anteil des Goldes schon zuvor gesichert war. „Sicher ist es hart, sieben Mal zu siegen. Aber wir denken, dass es besonders für die Amerikaner und die meisten Afrikaner – ausgenommen die Commonwealth-Länder – in diesem Jahr leichter sein dürfte, da weder Olympische Spiele noch Weltmeisterschaften stattfinden“, sagt der Pressesprecher der IAAF, Nick Davies. Für die Europäer, besonders natürlich die auch bei den Commonwealth Games aktiven Briten, gilt dies nicht, da im August die Leichtathletik-Europameisterschaften in München den Saisonhöhepunkt bilden. Allerdings gibt es ohnehin nur ganz wenige Athleten, denen man einen Golden-League- Durchmarsch zutrauen kann, und die Europäer sind auch angesichts der Jackpot-Disziplinen klar in der Minderheit.

Drei aussichtsreiche Jackpot-Kandidaten wurden von der IAAF für die komplette Serie unter Vertrag genommen: Die beiden US-Sprinter Marion Jones und Maurice Greene sowie der marokkanische Mittelstreckenstar Hicham El Guerrouj. Die sieben Meeting-Direktoren der Golden League können sich freuen, denn das Antrittsgeld für diese drei Superstars können sie sich angesichts des IAAF-Deals sparen. „Das erste Meeting am Freitag in Oslo wird schon entscheidend für den weiteren Verlauf der Golden League sein – wer dort gewinnt, wird auch bei den nächsten Meetings starten“, sagt Nick Davies.

Noch immer nicht ganz geklärt war die TV-Situation in Deutschland Ende der vergangenen Woche. Klar ist, dass das ZDF das ISTAF am 6. September zwischen 22.15 Uhr und 22.30 Uhr zunächst zusammenfassen wird und dann nach Mitternacht eine 90-minütige Übertragung vom Golden-League-Finale anbietet. Ob auch die anderen sechs Meetings kurzfristig zu sehen sein werden, war unklar. „Es wird noch verhandelt“, erklärte der neue Meeting-Direktor des ISTAF, Christian Schenk.

Eine Übertragung der gesamten Serie im frei empfangbaren Fernsehen hat IAAF-Präsident Lamine Diack als ein ganz wichtiges Kriterium genannt für den Verbleib in der Golden League. Die Serie soll im nächsten Jahr, wie berichtet, auf fünf Meetings verkleinert werden. Insgesamt gibt es dafür neun Bewerber. London und Stockholm haben sich neben den vorhandenen Golden-League-Meetings ebenfalls beworben. Wobei allerdings klar ist, dass Monte Carlo herausfallen wird, weil dort zukünftig das Grand-Prix-Finale stattfinden wird. Nachdem die Golden-League-Entscheidung auf Anfang Juli vertagt wurde, wird dann bei der Council-Sitzung in Paris die Auswahl bekannt gegeben. Dementiert hat Nick Davies die Annahme, dass Diack im Alleingang entscheiden wird. Involviert in den Entscheidungsprozess sei beispielsweise auch Generalsekretär Istvan Gyulai. „Es gibt ständig Meetings bei der IAAF, in denen weitere Personen konsultiert werden“, erklärt Nick Davies. Es wird also nicht so sein wie beim eigenmächtigen Diack-Vorgänger Primo Nebiolo. Entschieden wird übrigens für drei Jahre, also für den Zeitraum von 2003 bis 2005. Danach wird neu ausgewählt, um anderen Meetings eine theoretische Aufstiegschance zu bieten.

Wie Leichtathletik aus dem Umfeld der IAAF erfuhr, mehren sich offenbar die Stimmen, die Diack noch davon überzeugen wollen, die Serie nicht auf fünf sondern doch nur auf sechs Meetings zu reduzieren. Das hätte den Vorteil, dass man von der bestehenden Serie theoretisch doch kein Meeting ausschließen müsste. Gegenüber Berlin soll es Sympathien geben, und angeblich sei die IAAF bereit, dem Meeting in diesem Jahr angesichts der Probleme zu helfen. Wichtig sei jedoch, dass das ISTAF für die kommenden Jahre die Voraussetzungen erfüllt.


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