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Hicham El Guerrouj läuft in der Goldspur

Jahresweltbestzeit beim Auftakt in Oslo

29.06.2002

Hicham El Guerrouj hat sich auf den Weg gemacht, zum vierten Mal den mit 50 Kilogramm Gold dotierten Jackpot zu knacken. Der Marokkaner, der bei der Golden-League des Weltverbandes IAAF bereits 1998, 2000 und 2001 triumphierte, gewann zum Auftakt der Serie bei den Exxon Mobil Bislett Games in Oslo das Meilenrennen in der Jahresweltbestzeit von 3:50,12 Minuten. Sieben Siege sind in diesem Jahr nötig, um den Jackpot zu gewinnen, das Finale findet am 6. September beim Berliner ISTAF statt.

Hicham El Guerrouj war einer der wenigen Stars, die ihre Golden-League-Disziplin derart überzeugend gewannen, dass man ihnen den Durchmarsch zutrauen kann. Vor rund 16.000 Zuschauern im nicht ausverkauften Bislett-Stadion galt dies vor allen Dingen noch für Marion Jones (USA), die die 100 m souverän in 10,96 Sekunden gewann, sowie ihre Landsfrau Gail Devers, die über 100 m Hürden in erstklassigen 12,53 ungefährdet siegte. Maurice Greene ist dagegen schon in Runde eins ausgeschieden. Der US-Weltrekordler unterlag über 100 m überraschend dem Briten Dwain Chambers, der in 10,05 nur eine Hundertstelsekunde Vorsprung hatte. Bei Temperaturen von etwa 15 Grad, wechselnden Winden und feuchter Luft – es hatte vor der Veranstaltung geregnet – gab es in Oslo auch viel Durchschnittliches. An einem Tag, an dem den neun deutschen Startern wenig gelang, sorgte Boris Henry (Saar 05) für einen Lichtblick. Der Speerwerfer gewann seinen in diesem Jahr nicht zur Golden League zählenden Wettbewerb mit 85,42 m.


Hicham ElGuerrouj (MAR)

Hicham El Guerrouj hatte im Meilenrennen keine Gegner zu fürchten. Nachdem etwa an der 1000-m-Marke der letzte Tempomacher ausgestiegen war, lag der Marokkaner mit großem Vorsprung an der Spitze. Doch ursprünglich hatte sich Hicham El Guerrouj eine deutlich schnellere Zeit ausgerechnet. Extra zur Vorbereitung auf die Golden League hatte er sich nach seinem Meilensieg von Eugene in 3:50,89 Minuten vor gut einem Monat wieder ins Atlas-Gebirge seiner Heimat zurückgezogen. Vor dem Start in Bislett war sogar vom Weltrekord die Rede. Doch El Guerrouj war davon ebenso weit weg wie sein einstiger Rivale Noah Ngeny vom Marokkaner. Kenias Olympiasieger lief als Vorletzter auf Platz elf in 3:57,39 Minuten.

Das 5000-m-Rennen der Männer produzierte die ersten Zeiten unter 13:00 Minuten in diesem Jahr. Vier Kenianer blieben unter dieser Marke, allen voran Benjamin Limo in 12:57,50. Rang zwei ging an Sammy Kipketer in 12:57,90 Minuten.

Bei den Laufwettbewerben der Frauen ragte das 5000-m-Rennen heraus, weil es ebenso wie das der Männer bis zum Schluss spannend war und zudem auch eine Jahresweltbestzeit herauskam. Mit Ach und Krach nahm dabei Gabriela Szabo das Rennen um den Jackpot auf. Die Rumänin wäre auf der Zielgeraden in einem langen Schlussspurt um ein Haar noch von der Äthiopierin Berhane Adere abgefangen worden. In 14:46,86 Minuten gewann Gabriela Szabo mit lediglich 13 Hunderstelsekunden Vorsprung. Es wird schwer werden für die Rumänin mit dem Jackpot, allerdings war sie vor allen Dingen froh, wieder vorne zu sein. „Ich blicke jetzt optimistisch auf die weitere Saison“, sagte Gabriela Szabo, die nach der vergangenen, enttäuschenden Saison drei Monate Pause gemacht und dann erst im Januar wieder mit dem Training begonnen hatte. Von Olga Jegorowa drohte ihr übrigens keine Gefahr. Die russische Weltmeisterin, im vergangenen Sommer souverän und des Blutdopings verdächtigt, hatte am Ende keine Chance und wurde Fünfte (14:48,29).

Spannend war auch der 1500-m-Lauf der Frauen. In dem Golden-League-Wettbewerb siegte in einem rumänischen Duell Maria Cioncan in 4:03,55 Minuten vor Elena Iagar. Deutsche Läufer waren in Oslo nicht am Start.

weitere Informationen auf unserer Golden League Info-Seite oder direkt bei der IAAF.


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