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EM02: Zu müde für eine Medaille

Claudia Gesell läuft im 800-m-Finale auf Platz fünf

09.08.2002

Ein bisschen hatte man hoffen dürfen auf Claudia Gesell. Doch am Ende reichte es für die 24-jährige 800-m-Läuferin von Bayer Leverkusen nicht für eine Medaille in ihrem ersten großen Meisterschaftsfinale. Claudia Gesell belegte Platz fünf in diesem Finale und lief dabei immerhin eine Saisonbestzeit von 2:00,51 Minuten. Vielleicht hatte sie sich im ersten Teil des Rennens zu weit hinten im Feld der acht Läuferinnen einsortiert, so dass sie erst viel zu spät reagieren konnte, nachdem vorne Jolanda Ceplak mit einer Tempoverschärfung das Feld auseinandergerissen hatte. Die slowenische Hallen-Europameisterin, die im März in Wien Steffi Graf besiegt hatte und dabei einen Hallen-Weltrekord aufgestellt hatte, gewann das Rennen souverän in 1:57,65 Minuten. Im Vorlauf hatte Claudia Gesell überrascht, als sie Ceplak im Spurt noch überholte und gewann.

„Es ging einfach nicht mehr, meine Beine waren müde“, erklärte Claudia Gesell, die jedoch mit ihrer Leistung zufrieden sein konnte. „Ich weiß noch nicht genau, wann ich wieder starten werde. Aber ich will in dieser Saison noch die Zwei-Minuten-Grenze unterbieten“, sagte die Junioren-Weltmeisterin von 1996. Zwei Plätze hinter ihr lief Ivonne Teichmann ins Ziel. Die Magdeburgerin benötigte 2:00,87 Minuten und sagte: „Ich bin weder mit der Zeit noch mit dem Platz zufrieden. Ich habe gehofft, die anderen gehen das Tempo von Jolanda Ceplak nicht mit, aber sie waren einfach stärker als ich.“

Über 1500 m der Männer hatte es zuvor im Finale ein totes Rennen gegeben – so sah es zumindest aus. Und zunächst waren sowohl der Franzose Mehdi Baala als auch der Spanier Reyes Estevez als Sieger angezeigt worden. Für beide lautete die Zeit 3:45,25 Minuten. Doch nach einer genauen Zielfotoauswertung erklärte die Jury den Franzosen zum neuen Europameister. Zwei Tausendstelsekunden betrug der Vorsprung. „Ich war natürlich enttäuscht, denn mein Ziel war die Goldmedaille“, sagte Estevez später. Dritter war der Portugiese Rui Silva, der gehofft hatte, die beiden vor ihm platzierten Athleten auf den letzten 100 Metern noch zu überholen. „Aber ich bin auch mit Bronze zufrieden.“


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