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EM02: Überraschung beim Marathon durch Finnen Janne Holmen

Nils Schumann gewinnt Bronze im 800-m-Finale am Schlusstag der Leichtathletik-EM in München

12.08.2002

Die Leichtathletik - es gibt sie doch noch in Deutschland! Sie war fast schon tot gesagt, die Leichtathletik in Deutschland. Monatelang wurde in Fachkreisen diskutiert, wie präsentiert man die angeblich sterbende Sportart. Wie bekommt man die Zuschauer in die Stadien zurück. Jetzt ist sie wie ein Phönix aus Asche entstiegen zu einem überwältigenden Erfolg.

Bei den 18. Europameisterschaften in München. Mit einem begeisterten und begeisternden internationalen Publikum bei den Zuschauern im Stadion und tollen Einschaltquoten im Fernsehen fand die Leichtathletik in der Öffentlichkeit Sympathie in nicht erwarteten Höhen zurück. Auf der Bahn und auf der Straße wurden die Athletinnen und Athleten mit Beifall und Sympathie überschüttet - und die Athleten sparten nicht mit guten Leistungen und viel Lob für die Zuschauer.

Dank an die Athleten, an München und die Organisatoren für ein herrliches und beeindruckendes Leichtathletikfest. Für Regen kann keiner - aber selbst bei diesem Sch...wetter am Schlußtag rissen die Marathonläufer die Zuschauer auf den Straßen und im Stadion zu stehenden Ovationen hin. Wir freuen uns schon auf die motivierenden Zuschauer auf den Straßen Berlins am 29. September 2002 - denn auch hier sind die Zuschauer "die Seele vons Geschäft"!

Horst Milde
OK real,- BERLIN-MARATHON

Mit einer großen Überraschung endete der Männer-Marathon bei den Europameisterschaften von München. Am Schlusstag der Titelkämpfe wurde der Finne Janne Holmen in persönlicher Bestzeit von 2:12:14 Stunden neuer Europameister. 20 Jahre nachdem sein berühmter Landsmann Lasse Viren bei den Olympischen Spielen von München die 5000 und 10.000 m gewonnen hatte, lief der erst 24-Jährige als umjubelter Sieger in das Olympiastadion ein. Schon bald nach dem Start löste sich der Finne gemeinsam mit dem Norweger Karl Johan Rasmussen vom Rest des Feldes. Rasmussen wurde in der Endphase des Laufes noch von der Verfolgergruppe eingeholt und belegte schließlich Rang acht in 2:14:00 – ebenfalls persönliche Bestzeit.

Die großen Favoriten, darunter vor allen Dingen die Spanier Julio Rey, Alberto Juzdado und Alejandro Gomez, die später die Plätze drei, fünf und sechs belegten, ließen die beiden skandinavischen Außenseiter ziehen. Und die erliefen zwischenzeitlich einen Vorsprung von rund einer Minute. Die Favoriten hatten sich verkalkuliert, denn nur der Norweger ließ nach, während Holmen es bis ins Ziel schaffte. „Es war nicht mein Plan, von Beginn an alleine zu laufen – ich hatte gehofft, das sich vorne eine größere Gruppe bilden würde. Als nur der Norweger mitkam, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mein eigenes Rennen gelaufen“, erzählte Holmen, der nun von einem Tag auf den anderen zu einem neuen Leichtathletik-Star in Finnland werden dürfte. Holmen, Achter der Halbmarathon-WM 2001, hatte vor München eine Bestzeit von 2:16:24 Stunden. Zweiter wurde in München Pavel Loskutov (Estland), der im Spurt in 2:13:18 Julio Rey bezwang. Deutsche Läufer waren bei der EM nicht am Start.

Im 800-m-Finale gewann Titelverteidiger Nils Schumann (Großengottern) nach einer starken Vorstellung eine Bronzemedaille. 200 Meter vor dem Ziel lag der Olympiasieger noch in Führung, doch dann kam der Antritt des favorisierten Weltrekordlers Wilson Kipketer. Der für Dänemark startende, gebürtige Kenianer siegte in 1:47,25 Minuten, während sich auf der Zielgerade auch noch Weltmeister André Bucher an Schumann vorbeischieben konnte. Der Schweizer wurde in 1:47,43 Minuten Zweiter. Rang sieben ging an den zweiten deutschen Starter, René Herms (Pirna), für den es ein Erfolg war, diesen Endlauf erreicht zu haben. „Natürlich will man solch ein Rennen gewinnen, aber die anderen beiden waren einfach besser“, sagte Nils Schumann.

Eine Überraschung gab es im 1500-m-Lauf der Frauen, denn im Schlussspurt setzte sich die Türkin Sureyya Ayhan in 3:58,79 Minuten mit zwei Hundertstelsekunden vor der Rumänin Gabriela Szabo durch. Das 5000-m-Finale der Männer, die letzte Laufentscheidung der EM, gewann der Spanier Alberto Garcia im Spurt in 13:38,18 Minuten vor Ismail Sghyr (Frankreich/13:39,81) und Sergiy Lebid (Ukraine/13:40,00).


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