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BM 02: Aufgeschlossen zu den größten

Dimensionen wie in New York oder London

25.09.2002

Es ist noch gar nicht so lange her, da konnten die Berliner Marathonveranstalter des SCC nur träumen von Dimensionen wie in New York oder London. Der Abstand zu den Vorbildern war beträchtlich, es handelte sich um eine fünfstellige Läuferzahl. Vom ersten Lauf durch das Brandenburger Tor 1990 einmal abgesehen, blieb es dabei noch Jahre später. Während in London und New York die Limits von teilweise über 40.000 Läufern schon Monate vor dem Start erreicht waren, zählte man in Berlin weniger als die Hälfte dieser Meldezahlen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Der real,- BERLIN-MARATHON, der am kommenden Sonntag um 9 Uhr zum 29. Mal auf der Straße des 17. Juni gestartet wird, hat fast aufgeschlossen zu London und im vergangenen Jahr sogar den New-York-Marathon überholt. In der Liste der größten Marathonrennen 2001 führt London mit 30.071 Läufern im Ziel vor Chicago (28.771) und Berlin (25.792). New York (23.664) hatte aufgrund der Auswirkungen des 11. September einen leichten Einbruch erlitten.

Seit dem Jubiläumsrennen 1998, als der BERLIN-MARATHON zum 25. Mal stattfand, ist der spektakulärste und hochklassigste deutsche Straßenlauf in immer neue Dimensionen vorgestoßen. Für das Rennen über die klassischen 42,195 Kilometer am Sonntag hat die Rekordzahl von 41.376 Athleten aus 90 Nationen gemeldet. Diese Zahl teilt sich auf in 32.752 Läufer, 8369 Inline-Skater, 121 Rollstuhlfahrer sowie 134 Walker. Seit mehreren Monaten geht beim real,- BERLIN-MARATHON nichts mehr. Anmeldungen mussten mit dem Hinweis auf den 30. real,- BERLIN-MARATHON am 28. September 2003 zurückgeschickt werden. Verhältnisse wie in New York und London.

Die Organisatoren des real,- BERLIN-MARATHON profitieren jetzt von einer ebenso langen wie mühevollen Aufbauarbeit. Über Jahre hinweg hat Veranstaltungschef Horst Milde mit seinem Team weltweit Werbung betrieben. Bei den großen Läufen in New York oder London teilweise mit dem Aufwand eines Logistikunternehmens, doch auch bei weniger bekannten europäischen Veranstaltungen waren die Berliner für Werbezwecke vor Ort. Es hat sich gelohnt. Und natürlich kommt der boomende Laufsport hinzu. Immer mehr Menschen entdecken das Joggen als gesunden und einfach zu handhabenden Sport. Und irgendwann wollen sich viele von ihnen über die klassische Distanz von 42,195 km versuchen. „Wir haben 40 Jahre lang Aufbauarbeit rund um das Laufen geleistet. Jetzt werden wir belohnt. Es gibt keinen Grund, warum wir nicht mit den größten Marathonläufen gleichziehen sollten“, erklärt Horst Milde. Was die Gesamtzahl von über 41.000 Meldungen angeht, ist das in diesem Jahr bereits passiert. Doch beim Branchenführer London handelt es sich um reine Läuferzahlen. In Berlin machen die Inline-Skater noch einen erheblichen Teil des Starterfeldes aus.

Spitzensportlich hat der real,- BERLIN-MARATHON, der in diesem Jahr einen Rekordetat von rund drei Millionen Euro erreicht, den Sprung in die Spitzengruppe schon lange geschafft. In den 90er Jahren gab es weltweit bei den Männern keinen hochklassigeren Marathon. Und erst vor einem Jahr lief die Japanerin Naoko Takahashi in Berlin mit 2:19:46 Stunden als erste Frau eine Zeit von unter 2:20. Die 30-jährige Olympiasiegerin wird auch am Sonntag wieder am Start sein. Doch es wäre vermessen, zu erwarten, dass Naoko Takahashi die zwischenzeitlich auf 2:18:47 Stunden verbesserte Weltbestzeit wiederum unterbietet. Denn verletzungsbedingt hat sie seit dem real,- BERLIN-MARATHON 2001 kein einziges Rennen mehr bestritten. Mark Milde, der in Berlin die Topathleten verpflichtet, hat noch eine andere Läuferin auf der Rechnung: Die Mexikanerin Adriana Fernandez, die erst kürzlich bei einem Halbmarathon exzellente Form nachwies.

Nach dem verletzungsbedingten Ausfall des avisierten Superstars Haile Gebrselassie (Äthiopien), spricht trotzdem vieles für ein hochklassiges Männerrennen. Am Start sind die Sieger der vergangenen beiden Jahre, Jospeh Ngolepus (2001) und Simon Biwott (beide Kenia), sowie Ronaldo da Costa. Der Brasilianer hatte 1998 in Berlin mit 2:06:05 Stunden eine Weltbestzeit aufgestellt. Stärker einzuschätzen ist aber Moses Tanui, einer der besten Läufer Kenias im letzten Jahrzehnt.


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