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Heepe appelliert an die Vernunft der Läufer

Ein regelmäßiger gründlicher Gesundheits-Check ist für alle Teilnehmer des Marathon-Laufes wichtig.

25.09.2002

Es ist ein sensibles Thema, doch kaum ein leitender Rennarzt geht es so offensiv an wie Willi Heepe. Bei Marathonläufen der Berliner Größenordnung mit mehreren zehntausend Teilnehmern muss auch mit dem schlimmsten Fall gerechnet werden. Alle drei bis vier Jahre gibt es bei derart großen Läufen über die 42,195 Kilometer durchschnittlich einen Toten. „Dieser Faktor“, sagt der ärztliche Leiter des real,- BERLIN-MARATHON, Willi Heepe, „ist weltweit bei den großen Rennen konstant.“ In der Tat, es gibt keinen großen internationalen Marathon, der noch keinen Todesfall erlebt hat. „Ein Feld von 33.000 Läufern entspricht der Größe einer Kleinstadt. Alleine aufgrund der normalen Sterbewahrscheinlichkeit bei dieser Größenordnung, müssen wir mit Todesfällen rechnen“, erklärt Willi Heepe. Viermal starben seit 1974 Läufer beim BERLIN-MARATHON.

Dennoch: Laufen ist gesund. „Es gibt keinen anderen Sport, der kardial-präventiv so effektiv ist und zugleich über das gesamte Jahr so einfach auszuüben ist wie der Laufsport“, sagt Willi Heepe. Voraussetzung allerdings ist, dass der Läufer selbst gesund ist und sich vernünftig verhält. An dieser Stelle hat für Willi Heepe vor rund 25 Jahren die Arbeit begonnen. Mit inzwischen über 100 medizinischen Informationsveranstaltungen für Ausdauerathleten sowie einem immer größeren Angebot an individueller medizinischer Beratung und Trainingsbetreuung ist der real,- BERLIN-MARATHON ein internationaler Trendsetter. Die Erfolge sind sichtbar. „Im Vergleich zu früher sind die Läufer besser informiert, besser vorbereitet, besser gekleidet und haben einen höheren Wissensstand“, sagt Willi Heepe, fügt aber auch hinzu: „Es gibt trotzdem noch ausreichend Dussligkeit.“

„Wir müssen versuchen, nur gesunde Menschen an den Start zu bringen, aber zu hundert Prozent schaffen wir das nie. Jeder vierte Deutsche entwickelt im Laufe seines Lebens einen Bluthochdruck. Wir haben also bis zu 10.000 potenzielle Athleten mit Bluthochdruck am Start.“ Risikogruppen sind vor allen jene Läufer, die trotz eines Infektes an den Start gehen, eine versteckte Herz-Kreislauf-Erkrankung haben oder gar rauchen und laufen. „Durch das Rauchen werden Beschwerden überdeckt, das ist sehr risikoreich.“ Ein regelmäßiger gründlicher Gesundheits-Check ist für alle Teilnehmer wichtig. Und wer kurzfristig Probleme bekommt, dem rät Willi Heepe dringend, sich im Rahmen der Marathonmesse noch einmal gründlich internistisch oder orthopädisch untersuchen zu lassen. Die Veranstalter gehen in diesem Jahr zudem neue Wege, um die Präventivmedizin zu stärken. Am Donnerstag beginnt ein dreitägiger Ausdauer- und Sportmedizinerkongress, der künftig alle zwei Jahre in Berlin stattfinden soll. Ziel ist es, Ärzten neueste sportwissenschaftliche und -medizinische Erkenntnisse zu vermitteln. Hier sieht Willi Heepe einen großen Nachholbedarf.

Medizinischer Service für Teilnehmer: Donnerstag (12 bis 19 Uhr), Freitag (10 bis 19 Uhr) und Sonnabend (10 bis 18 Uhr) im Rahmen der Marathonmesse am Funkturm (Hallen 8, 9 und 10).


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