41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

Weitere Veranstaltungen

News

Raymond Kipkoech: Aus Nummer 61 wird Nummer 1

Der Kenianer gewinnt überraschend

01.10.2002

Zehn Tage vor dem real,- BERLIN-MARATHON war Gabriele Rosa in Kenia. Der italienische Manager und Trainer einer ganzen Reihe von kenianischen Topläufern wollte sich noch einmal vor Ort von der Form seiner Läufer überzeugen. Zu diesem Zeitpunkt hatte er Raymond Kipkoech noch gar nicht für den real,- BERLIN-MARATHON gemeldet. Gestern feierte der 23-Jährige den größten Triumph seines Lebens und machte sich quasi über Nacht binnen 2:06:47 Stunden einen Namen in der internationalen Leichtathletik. Mit dieser Zeit gewann er den 29. real,- BERLIN-MARATHON und sorgte für eine gelungene Überraschung.

Als Gabriele Rosa in Kenia war machten Kipkoech und seine Trainingspartner einen Lauf über 35 km. „Das war ein Test, und Raymond sah sehr gut aus. Danach sagte er mir, er wolle unbedingt beim real,- BERLIN-MARATHON an den Start gehen“, erzählt Gabriele Rosa. Der Italiener war jedoch skeptisch. Schließlich ist ein 35-km-Lauf in der kenianischen Höhenlage zehn Tage vor einem Marathonrennen auch für einen Spitzenathleten eine ungewöhnliche Belastung. „Er sagte, ich könne mich auf ihn verlassen. Und wenn es nicht laufen würde, dann würde er das Rennen vorzeitig beenden“, erzählt Gabriele Rosa, der ihn schließlich meldete, „obwohl ich dabei kein gutes Gefühl hatte“. Mit Startnummer 61 ging Raymond Kipkoech gestern ins Rennen, das er als Nummer 1 beendete.

Wie schon vor einem Jahr in Edmonton hatte Simon Biwott wieder einen Marathon erst im Spurt verloren. Damals war es eine Sekunde, die ihn vom Gold bei der WM trennte, gestern waren es zwei Sekunden, die ihm auf der Tauentzienstraße fehlten. „Ich hatte zwei Ziele: zu gewinnen und eine persönliche Bestzeit zu laufen – eines habe ich immerhin erreicht“, sagte Simon Biwott und fügte hinzu: „Aber ich freue mich für meinen Freund Raymond, mit dem ich in früheren Jahren zusammen trainiert habe.“ Auch Biwott wurde früher von Gabriele Rosa trainiert, hat aber seinen Manager gewechselt und wird nun vom Holländer Jos Hermens betreut.

Seit 1999 trainiert Raymond Kipkoech in Kapsait in 3000 Metern Höhe. Dort hat Erick Kimaiyo, früherer kenianischer Weltklasseläufer ein Trainingscamp für Gabriele Rosa aufgebaut. Nachdem er die Schule abgeschlossen hatte, hatte er sich der Trainingsgruppe angeschlossen. „Sein Talent war offensichtlich – es war eine Frage der Zeit, wann er den Durchbruch schaffen würde. Jetzt ist seine Zeit gekommen, es war sein Tag. Und er wird in der Zukunft noch stärker werden“, sagt Simon Biwott. Und der Sieger, der bei seinem einzigen Marathon zuvor 2:10:52 Stunden gelaufen war, sagte: „Ich wollte in Berlin eine persönliche Bestzeit laufen und hatte an 2:08 bis 2:09 Stunden gedacht.“

Die Grundlage für die enorme Verbesserung holte sich Raymond Kipkoech, der fünf jüngere Geschwister hat, von denen zwei vor kurzem ebenfalls mit dem Laufsport begonnen haben, im Training in Kapsait. „Die Bedingungen dort oben sind sehr schwer, es gehört eine Menge Disziplin dazu, wenn man dort erfolgreich trainieren will“, erzählt Gabriele Rosa und fügt hinzu: „Schon mit dem Auto dort hoch zu fahren, ist nicht einfach. Es geht 40 Kilometer über eine Gebirgsstraße.“

Wenn die Tempomacher gestern noch schneller angelaufen wären, hätte Kipkoech vielleicht sogar in den Bereich des Weltrekordes von 2:05:38 Stunden vorstoßen können. „Ich weiß nicht, ob er es geschafft hätte, aber er sah sehr locker aus und machte auf den letzten Kilometern immer wieder Druck. Mit 23 Jahren ist er noch sehr jung und kann sich noch entwickeln“, sagte Rosa und fügte hinzu: „Aber er ist nicht der stärkste meiner Gruppe.“ Kenias Potenzial ist für immer neue Überraschungen gut.


Weitere News

15.09.2014 Kostenlose Trainingskurse mit Jorge Botero
14.09.2014 MY JOURNEY - Laufen für kleine Träume
13.09.2014 MY JOURNEY -
12.09.2014 MY JOURNEY - Zwischen Kochtopf und Kilometerschrubben

Noch mehr News finden Sie in unserem Newsarchiv

Sponsoren des 41. BMW BERLIN-MARATHON Wobenzym plus BMW AOK Adidas Erdinger Alkoholfrei Timex Tata Consultancy Services Holiday Inn Germanwings Here Maps

Anzeige

Anzeige