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Vorbild für die Eltern

Mini-Marathon: Turbulente Szenen am Ziel, nur die Kinder bleiben ruhig - noch gibt es keine Ergebnisse

02.10.2002

Thomas Poller ist enttäuscht. Enttäuscht vom Verhalten einiger Eltern nach dem Zieleinlauf beim 14. Mini-Marathon. "Es wurden Absperrungen überklettert und Helfer sehr unflätig beschimpft", sagt der Organisator des Laufereignisses für Schüler. Stein des Anstoßes war der Nachzielbereich. Dieser war nur für Teilnehmer vorgesehen. Ein Treffpunkt für Eltern und Kinder war am Ende des Bereiches eingerichtet. Nach Pollers Angaben wollten etwa 200 Eltern das jedoch nicht einsehen und in das abgesperrte Areal eindringen. "Die Kinder laufen vier Kilometer und einige Eltern nehmen nicht einmal einen Umweg von einigen hundert Metern in Kauf", kritisiert Poller, der Leiter des Schulsports im Landesschulamt ist.

"Aber bei einer Veranstaltung mit über 40 000 Teilnehmern muss es eben auch Absperrungen geben." Dies sei allen Beteiligten durch Informationsmaterial im Vorfeld mitgeteilt worden.

Allein gut 7000 Teilnehmer waren beim Mini-Marathon dabei, über 600 mehr als 2001. Eine imposante Zahl. Aber eben auch eine Zahl, die die Organisatoren an ihre Grenzen stoßen lässt. "Es sind zu viele Starter", gibt Poller unumwunden zu. "Wir müssen uns etwas überlegen."

Angedacht ist beispielsweise die Einführung eines Startgeldes und eine Veränderung des Meldesystems. Bislang werden erst einen Tag vor dem Lauf die endgültigen Meldungen mit Namen abgegeben. Doch dadurch - und wegen des immer größeren Läuferfeldes - verzögert sich auch die Ergebnisermittlung beträchtlich.

Erst gestern Abend lagen erste Einzelergebnisse vor. Es steht zudem fest, dass der 18-jährige Robert Haußmann von der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportschule in Potsdam als Erster im Ziel war. Je zehn Einzelergebnisse einer Schule werden für die Gesamtwertung addiert. Während der Veranstaltung lief alles wie gewünscht. "Mit der Organisation bin ich sehr zufrieden", sagt Poller. Zufrieden waren auch die meisten Schüler nach dem Zieleinlauf. Nur im hinteren Teil des Feldes gab es gequälte Gesichter angesichts der soeben bewältigten Anstrengung am Sonntagmorgen.

Ein Mädchen, vielleicht zehn oder elf Jahre alt, traf im Ziel ihre Freundin wieder und erzählte freudestrahlend: "Ich bin ohne Pause gerannt." Die Antwort: "Ich bin schon lange da." Beide lachten. Und stellten sich ohne zu murren geduldig an, um ihre Medaille in Empfang zu nehmen. Zumindest die Kinder verhielten sich so, wie es sich die Organisatoren gewünscht haben.


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