42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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Die Speedskater beim real,- BERLIN-MARATHON

Ärger und Freude bei den Skatern

03.10.2002

Inzwischen hat es sich endgültig in der Szene rumgesprochen, der real,- BERLIN-MARATHON ist einer der schnellsten Stadtkurse der Welt, wenn nicht überhaupt sogar der Schnellste. Was eigentlich einer Auszeichnung entspricht, entpuppt sich beim näheren Betrachten aber auch als Hypothek, mit der der SCC als Veranstalter an diesem 29. September 2002 zum ersten mal in recht deutlicher Art und Weise konfrontiert wurde. 8365 Skater/innen und leider auch wieder etliche „Schwarzfahrer“ machten sich dieses mal auf ihre 8 bzw. 10 Rollen, um die Stadtrundfahrt durch die deutsche Hauptstadt zu bewältigen.

Mit dabei alle Firmenteams, die neben der Siegprämie auch endlich die unterbotene 1 Stundengrenze aus Berlin entführen wollten und eine große Schar an Freizeitskatern, die zum ersten mal an einem solchen Ereignis teilnahmen.

So sah der Zuschauer auch die unterschiedlichsten Vorgehensweisen beim Start an der Urania. Während die Spitzenfahrer von Beginn an um jeden Zentimeter kämpften, ließen es viele Skater/innen in den hinteren Startblöcken ruhig angehen. Mit diesen Eindrücken begab sich auch der Marathonarzt Dr. Willi Heepe auf sein Motorrad und bemerkte in der anschließenden Pressekonferenz, daß er sehr froh über diesen disziplinierten Start aller Skater war.

Leider änderte sich dieses Bild schon bei km 7 schlagartig, wo man einen Blick auf einen aus seinem Rolli gefahrenen Teilnehmer auf der Straße werfen konnte. Da frage ich mich schon, wo die Fairneß einiger Skater/innen geblieben war. Allgemein konnte man feststellen, daß durch die gestiegene Leistungsdichte die Pulks größer waren als die Jahre davor. Aber müßte jetzt nicht der Denkprozess einsetzen und man zum Schluß kommen, daß noch mehr Disziplin und Rücksichtsnahme gefordert ist von den Teilnehmern? Ich hatte den Eindruck, als kämpften einige Teilnehmer (leider waren es aber genau die, die ihr Sportgerät nicht sicher beherrschten ...) verbissen um jede Sekunde. Wo blieb da die Freude am Sport? So kam es, wie es kommen mußte.......Stürze in nicht geringer Anzahl waren die Folge. Sicherlich lagen schwarze Transpondermatten nicht immer glücklich, aber auch sie rechtfertigen nicht die vielen Stürze, die auch ohne ihr Vorhandensein passierten und der Veranstalter hat mit Sicherheit seine Lehren für das kommende Jahr gezogen, um eine Fernsehübertragung zu gewährleisten ohne gleichzeitig Risikostellen für Skater zu schaffen.

War auch die Straße an einigen Stellen zu feucht für Skater – Hydranten, aus denen das Wasser für die Verpflegungsstellen für die -zig Tausenden Läufer gewonnen wurde 100% abzudichten scheint mir unmöglich, bleibt doch das Fazit, daß ein Großteil der Stürze im Skaterfeld zwischen 1:15 und 1:20 Std. vermieden hätten werden können, wenn einige Skater/innen wieder ihren Kopf einschalten und weniger die Beinkraft allein sprechen lassen.

Zurück zum Rennen. In der Spitzengruppe konnte sich kein Team einen entscheidenden Vorteil verschaffen und so rasten 50 Fahrer auf dem Kurfürstendamm der Ziellinie entgegen. Was hier aber die Teams den Zuschauern boten, grenzte dann manchmal doch schon eher an einen Ringkampf als einen Schlußsprint von Speedskatern. So gewinnt dann am Ende nicht ganz vorbehaltsfrei der Kolumbianer Juan Carlos Betancur vom Saab-Salomon Team in 1:04:44,4 Std. vor Kalon Dobbin und Jorge Botero (beide Rollerblade World Team). Bester Deutscher einmal mehr der Groß-Gerauer Christoph Zschätzsch (FILA Internat.Team) auf Platz 12 in 1:04:45,4 Std. Als bester Berliner rollt der Juniorenläufer Victor Wilking vom SCC Xspeedteam auf Platz 65 über die Ziellinie. Erfreulich der Altersklassensieg von Lutz Ellinger (SCC-X-Speedteam) in der AK 40.

Bei den Damen gewinnt am Ende im Schlußsprint die Französin Angele Vaudan vom Roces Team in 1:13:59,7 Std. vor Silvia Nino (RollerbladeWorld Team) aus Kolumbien und der Italienerin Laura Lombardo (Roces Internat. Team).

Als beste Deutsche präsentierte sich der neue Shootingstar der Langstreckenszene Michaela Neuling vom RSV Blau-Weiss Gera auf Platz 15. Die 18-jährige Rollerblade Fahrerin tritt damit würdig das Erbe der lange auf deutschen Straßen dominanten Anne Titze Göhl (K2) an. Beste Berlinerin wird erstmals die aktuelle Junioreneuropameisterin über 500 m, Jana Gegner (SCB) auf Rang 20. Damit gewinnt sie auch die A-Juniorenwertung und ebenfalls gut in Szene setzen konnte sich die erst 15 jährige Franziska Neuling (RSV Gera/Team FILA Germany) als Siegerin bei den B-Juniorinnen auf Rang 22. Mit Platz 30 war Franziska Fechner (SCB/ Team FILA Germany) zweitbeste Berlinerin an diesem Tag und skatet zu einer neuen persönlichen Bestzeit.

Einen Doppelsieg in der AK 40 bei den Damen gibt dann auch noch Grund zum feiern für die Berliner Speedskatingszene. Sabine Schäfer vom Berliner TSC gewinnt in 1:17:51,1 Std. vor Heike Prochazka vom SCC Xspeedteam, die 1:18:38 Std für die 42,195 km benötigte.

Mike Saft


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