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Unvernunft führte zum Tod des Hamburger Marathonläufers

Erst drei Wochen zuvor war er in Münster einen Marathon am Leistungslimit gelaufen

07.10.2002

Der am vergangenen Sonntag beim real,- BERLIN-MARATHON verstorbene Läufer war von den sofort vor Ort befindlichen Rettungskräften nicht zu retten. Dies erklärte der verantwortliche Arzt des Rennens, Dr. Willi Heepe, nachdem er inzwischen medizinische Hintergrundinformationen zu dem Verstorbenen erhalten hat. Bei dem 50-jährigen Hamburger handelte es sich um einen Top-Manager, der sich trotz des Arbeitsstresses auch in der Freizeit extrem unter Druck setzte. Der Läufer, der nicht verheiratet war und keine Kinder hatte, litt zudem unter Bluthochdruck.

Der Hamburger lief in Berlin am vergangenen Sonntag bereits seinen vierten Marathon in diesem Jahr. Erst drei Wochen zuvor war er in Münster einen Marathon am Leistungslimit gelaufen. Beim real,- BERLIN-MARATHON, so hatte er es gegenüber seinem Hausarzt zuvor angekündigt, wolle er unbedingt unter drei Stunden laufen. Als es knapp wurde, hat er auf den letzten Kilometern auf dem Kurfürstendamm noch einmal versucht, alles aus seinem Körper herauszuholen und brach dann zusammen. "Da er erst drei Wochen zuvor einen Maximallauf über die Marathondistanz gerannt war, konnte sich sein Mineralhaushalt nicht erholen. So etwas dauert nach einer derartigen Beanspruchung mindestens sechs Wochen. Dadurch war er für die Sanitäter und Ärzte nach seinem Zusammenbruch nicht mehr zu reanimieren - sie konnten den Tod nicht verhindern", erklärte Dr. Willi Heepe. Der Marathon-Arzt beschrieb das Verhalten des Läufers als "jenseits jeder Vernunft". Für die Veranstalter ist es unmöglich, derartige Fälle zu verhindern. Speziell bei überambitionierten Marathonläufern bleibt nur der Appell an die Vernunft - und der Todesfall vom real,- BERLIN-MARATHON als Warnung. Einen derartigen Fall gab es beim real,- BERLIN-MARATHON, bei dem es in 29 Auflagen nun fünf Todesfälle gegeben hat, zum ersten Mal.

Ein zweiter Läufer aus der Schweiz, der bei Kilometer 24 zusammengebrochen war und erfolgreich reanimiert wurde, konnte inzwischen wieder nach Hause fahren. Er litt an einer Herzkranzgefäßerkrankung. Eigentlich eine Kontraindikation zum Laufen und zwingend behandlungsbedürftig. Die Teilnahme am real,- BERLIN-MARATHON rettete ihm vermutlich das Leben. Bei einem nicht überwachten Lauf wäre diese Komplikation tödlich verlaufen.

Kein anderer großer Marathonveranstalter weltweit kümmert sich währenddessen medizinisch seit Jahren so intensiv um seine Teilnehmer wie der real,- BERLIN-MARATHON. Das macht sich bemerkbar, wenn man die medizinische Gesamtbilanz des vergangenen Sonntags betrachtet. Insgesamt gab es trotz steigender Teilnehmerzahlen so wenige Zwischenfälle wie schon seit Jahren nicht mehr. 59 Mal mussten Teilnehmer ins Krankenhaus, vor einem Jahr gab es 120 derartige Fälle. Nicht so schwerwiegend war auch ein Unfall bei den Inline-Skatern. Ein Teilnehmer musste nach einem Sturz mit einem Knochenbruch ins Krankenhaus.


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