42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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4. Morgenpost Dresden Marathon

3.500 Teilnehmer und der Blick Richtung Himmel

20.10.2002

Die Blicke der insgesamt fast 3.500 Teilnehmer des 4. Morgenpost Dresden Marathon gingen am Vortage der Veranstaltung wohl sehr sorgenvoll in Richtung Himmel. Dunkle Regenwolken und kräftiger Wind trübten die Marathonstimmung in der sächsischen Landeshauptstadt. Aber das 600 qm große Zelt, in welchem die Marathonmesse dieses Jahr provisorisch untergebracht war, hielt dem Wetter stand und veranlasste viele Teilnehmer dazu, sich ein wenig ausführlicher über die neuesten Trends im Laufsport in puncto Bekleidung und Ernährung zu informieren.

Die Jahre zuvor war diese Sportmesse noch in der Kunst- und Kongresshalle des gegenüberliegenden art òtels in der Ostra-Allee untergebracht, doch auch hier hatte die Jahrhundertflut ihre Spuren hinterlassen. Zwei Monate nach der verheerenden Flutkatastrophe prägten weiterhin noch Belüftungs- und Trocknungsmaschinen das Bild an den Häusern der Innenstadt, an vielen Häuserfronten konnte man noch weiterhin den Höchststand der Elbe wiedererkennen. Wo sich an diesem Marathonwochenende die Läufer mit Pasta oder Kartoffelsuppe noch die letzten Kohlehydratreserven füllten, stand im August das Wasser noch bis zu einer Höhe von 1,60 Meter.

Alleine auf 500 Mio. EUR bezifferte sich der infrastrukturellen Schaden in der Elbmetropole. Davon war in der Altstadt allerdings kaum mehr etwas zu sehen und so erstrahlten auch die vielen Sehenswürdigkeiten an diesem Sonntag in schönem Glanz, denn auch der sächsische Wettergott hatte ein Einsehen und bescherte den Organisatoren und vor allem den Teilnehmern viel Sonnenschein.

Um 10:00 Uhr erfolgte zeitgleich der Start für alle Distanzen. Der Start- und Zielbereich befand sich ebenfalls in der oben beschriebenen Ostra-Allee. 1007 Läufer für die 10 km, 1.475 Läufer auf der Halbmarathon-Distanz und 999 Marathon-Teilnehmer wurden auf eine Sightseeing-Tour durch Dresden geschickt.

Die ersten 5 km waren für alle Wettbewerbe gleich gewählt und wohl auch die interessantesten der Strecke: Mit dem Zwinger, der Semperoper, der Kathedrale und dem Neumarkt mit Frauenkirche reihten sich die Sehenswürdigkeiten nur so aneinander. Die 10 km Läufer konnten dann schon etwas eher das nördliche Elbufer mit dem Blockhaus, dem Japanischen Palais und dem Palaisgarten bewundern, ehe der Weg zurück in die Altstadt und in Richtung Ziel führte.

Den Halbmarathon-Läufern und den Marathonis blieb dieser Genuss noch 13 km verwährt. Ihre Strecke führte weiter in Richtung Süden und mit einer ausgedehnten Schleife durch den Großen Garten. Die Teilnehmer der klassischen Distanz hatten in der etwas abgewandelten zweiten Runde die Möglichkeit, die gewonnenen Eindrücke nochmals auf sich wirken zu lassen.

Die Jahrhundertflut hatte auch Auswirkungen auf den Marathon. Trotz des neuen Teilnehmerrekordes wurde das Ziel von insgesamt 5.000 Startern verpasst und aufgrund des anhaltenden Laufbooms ist dies nicht auf die Konkurrenz anderer Großveranstaltungen in diesem Zeitraum wie z.B. Köln, München oder Frankfurt zurück zu führen. Der Tourismus im allgemeinen hatte in den letzten Wochen in Sachsens Hauptstadt dramatische Einschnitte hinnehmen müssen. Bis Weihnachten verzeichneten die Hotels einen Buchungsrückgang von teiweise 90 Prozent!

Eine Änderung dieser Situation ist allerdings in Sicht und auch die Laufgemeinde wird im nächsten Jahr dem Dresden-Marathon bei der (kleinen) Jubiläums-Veranstaltung sicherlich noch mehr Interesse schenken. Diese Strecke verdient es.

Ergebnisse:

Marathon (Männer):
1. Dirk Nürnberger (LAC Quelle-Fürth), 2:18:36 (Streckenrekord)
2. Jaroslaw Cichocki (Polen), 2:19:13
3. Samuel Kibet Chemwemo (Kenia), 2:21:55

Marathon (Frauen):
1. Natalya Repina (Russland), 2:53:38
2. Annette Wolfrom (OSC Berlin), 2:54:20
3. Tanja Semjonowa (SC DHfK Leipzig), 2:55:01

Halbmarathon (Männer):
1. Marcel Matanin (Slovakei), 1:07:52
2. Mathias Weippert (1.LAV Rostock), 1:11:10
3. Holger Zobries (LC Cottbus), 1:12:15

Halbmarathon (Frauen):
1. Sally Jesang Kibet (Kenia), 1:21:42
2. Kristin Jacobs, 1:27:34
3. Ines Uhlig (SK Niedersedlitz), 1:29:08

10 km (Männer):
1. Jens Bornemann (SC DHfK Leipzig), 0:32:00
2. Oliver Uhlig (Chemnitzer PSV), 0:32:11
3. Stephan Freigang (SC Cottbus), 0:32:13

10 km (Frauen):
1. Alena Mocariova, 0:35:50
2. Sonja Grünke (1.ASV Annaberg), 0:39:18
3. Sybille Heinrich (SSV Eintracht Naumburg), 0:42:17

Oliver Bach


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