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Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

über 30 Jahre Berlin-Marathon 2003 laufen und feiern ohne Autostaus

30.10.2002

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Der Senat wird aufgefordert sicherzustellen, dass beim nächsten Berlin-Marathon nicht veranstaltungsbedingte Verkehrseinschränkungen öffentlicher Verkehrsmitteln unterbleiben und der inneren S-Bahnring für den Autoverkehr gesperrt wird. Außerdem wird der Senat aufgefordert, in Zusammenarbeit mit den Veranstaltern der BVG und der S-Bahn GmbH für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Kombiticket anzubieten, das am Marathon-Wochenende Gültigkeit hat.

Darüber hinaus soll der Senat sicherstellen, dass die Berliner Verwaltungen und Institutionen sich insofern auf das Veranstaltungsdatum 28. September 2003 einstellen, dass den Veranstaltungsablauf behindernde Bauvorhaben auf der Strecke unterbleiben. Um den Athleten optimale Laufbedingungen zu garantieren, werden nach Möglichkeit elektro- und gasbetriebene Begleitfahrzeuge und auch solche Einsatzwagen bei Polizei und Feuerwehr eingesetzt.

Begründung:

2003 findet das dreißigjährige Jubiläum des Berlin-Marathon statt. Dieser Marathon zählt zu den größten und bekanntesten Marathonstrecken der Welt. In diesem Jahr starteten fast 50 000 Teilnehmer aus 90 Nationen. Ca. eine Million Zuschauer jubelten am Straßenrand und feuerten die Sportler an. Der marathonbedingte Umsatzzuwachs wird auf 65 Mio. Euro geschätzt. Im Gegensatz zu anderen Großveranstaltungen kommt er ohne Subventionen aus. Der Berlin-Marathon bewirkt ein positives Image für Berlin. Er findet weltweite Beachtung und verdient die Unterstützung der Berliner Politik. Der Erfolgsbilanz dieses Groß-Events stehen Beeinträchtigungen und Hindernisse für Autofahrer gegenüber.

Für sie galt in diesem Jahr: Wenn alles läuft, läuft jedenfalls für den Autoverkehr- nichts mehr. Einfache Umfahrungsstrecken gab es nicht, viele Autofahrer blieben im Stau stecken und kamen erst nach stundenlangen Verspätungen an ihr Ziel. Damit im kommenden Jahr für alle Autofahrer Klarheit über die gesperrten Streckenabschnitte herrscht, ist eine weiträumige Absperrung sinnvoll. Hierzu bietet sich neben der Sperrung des südlichen Bereichs der Marathonstrecke in Steglitz-Zehlendorf die Sperrung des Innenstadtrings an. Hier gibt es eine Vielzahl von öffentlichen Verkehrsmitteln, die die Fahrgäste staufrei und schnell ans Ziel bringen. Positiver Nebeneffekt einer autofreien Innenstadt sind die verminderten Abgasemissionen. Diese sollen auch gesenkt werden durch elektro- und gasbetriebene Begleitfahrzeuge und wenn möglich ebensolche Einsatzwagen von Polizei und Feuerwehr.

Das wird nicht nur von den Athletinnen und Athleten, sondern auch von den Zuschauern geschätzt werden. Die Sperrung von Streckenabschnitten der U-, S- oder Regionalbahn am Marathonwochenende muss künftig unterbleiben. Jede Form der Beeinträchtigung, auch Schienenersatzverkehr oder Pendelverkehr stellt für die Athleten und Athletinnen einen Stressfaktor dar. Im Interesse des internationalen guten Rufs der Veranstaltung und der Aktiven sind solche Beeinträchtigungen künftig zu vermeiden. Kombitickets nach dem Vorbild anderer Großveranstaltungen ersparen künftig auswärtigen Teilnehmern die komplizierte Suche nach dem richtigen Fahrschein. Läuferinnen und Läufer können beim Jubiläums-Marathon völlig entspannt mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Start erreichen. Ein stress- und abgas-freier Berlin-Marathon ist eine gute Werbung für Berlin.

Berlin, den 22. Oktober 2002
Dr. K l o t z
W i e l a n d
H ä m m e r l i n g
C r a m e r
und die übrigen Mitglieder der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen


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