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33. New-York-Marathon

Rodgers Rop und Joyce Chepchumba machen in New York einen Doppelsieg für Volker Wagner perfekt

04.11.2002

Die Athleten von Volker Wagner haben schon so gut wie alle großen Straßenläufe einmal gewonnen, doch ein derartiger Erfolg ist auch für den Detmolder Manager einmalig: Beim 33. New-York-Marathon stellte Volker Wagner beide Sieger. Die Kenianer Rodgers Rop und Joyce Chepchumba gewannen den Klassiker mit rund 30.000 Läufern aus 98 Nationen in 2:08:07 beziehungsweise 2:25:56 Stunden. Beide sicherten sich damit jeweils die Siegprämie von 80.000 Dollar plus ein Auto sowie Zeitprämien von 40.000 Dollar (Rop) und 25.000 Dollar (Chepchumba). Die Ergebnisse waren so gut wie selten in New York. Vier Männer blieben unter 2:09 Stunden, drei Frauen unter 2:27.

Der 29-jährige Rodgers Rop reihte sich mit seinem Erfolg ein in eine außergewöhnliche Reihe. Denn erst drei Läufern ist es vor ihm gelungen, in einem Jahr sowohl den Boston- als auch den New-York-Marathon zu gewinnen: Bill Rodgers (USA) schaffte dies sogar zweimal 1978 und ’79, Alberto Salazar (USA/1982) und Joseph Chebet (Kenia/1999) gelang der Doppeltriumph ebenfalls. Im Gegensatz zu Joyce Chepchumba ist Rodgers Rop immer noch ein relativer Neuling in der internationalen Laufszene. Erst im Frühjahr 2001 startete der Polizist zum ersten Mal bei Straßenläufen außerhalb Kenias. In Berlin stellte er im Mai 2001 über die allerdings eher selten gelaufenen 25 km eine Weltbestzeit mit 1:13:44 Stunden auf, beim New-York-Marathon vor einem Jahr war er Dritter, bevor er im April in Boston siegte.

Auf der schweren Strecke von New York verbesserte er nunmehr seine Bestzeit auf 2:08:07 Stunden. Das ist die drittschnellste Zeit, die je in New York gelaufen wurde. Den Streckenrekord des Vorjahressiegers Tesfaye Jifar (Äthiopien), der das Rennen etwa an der Halbmarathonmarke mit offensichtlichen Magenproblemen aufgab, verpasste Rodgers Rop um 24 Sekunden. Man darf gespannt sein, ob Rodgers Rop eines Tages auf einer flachen Strecke in der Lage ist, seine Bestzeit deutlich zu steigern. Doch die nächsten beiden Starts dürften schon feststehen: Als Vorjahressieger führt an Boston und New York im Jahr 2003 kein Weg vorbei.

Bei gutem aber kühlem Laufwetter – Temperaturen von 4 ° Celsius, trocken, kaum Wind – liefen die Männer die erste Hälfte in 63:48 Minuten. Noch kurz vor der 25-km-Marke waren 18 Läufer in der Spitzengruppe. Doch ein schneller nächster 5-km-Abschnitt in 14:34 Minuten hatte zur Folge, dass nur noch drei Kenianer übrig blieben: Neben Rop der spätere zweitplatzierte Christopher Cheboiboch (2:08:17), der schon in Boston im April hinter Rop Zweiter war, und der Debütant Laban Kipkemboi, der am Ende Dritter wurde (2:08:39). „Vor Cheboiboch hatte ich Respekt, denn ich wusste, dass er gut spurten kann“, sagte Rop. Doch Cheboiboch, der mit einem Fußproblem kämpfte, fiel zuerst zurück, obwohl er später noch Kipkemboi überholte. Der Debütant war rund zwei Kilometer vor dem Ziel geschlagen. „Den New-York-Marathon zu gewinnen macht einen auf der ganzen Welt berühmt“, sagte Rodgers Rop nach seinem bisher größten Erfolg.

Joyce Chepchumba meldete sich in New York eindrucksvoll zurück, nachdem der letzte große Sieg der Kenianerin zwei Jahre zurücklag. Im vierten Anlauf gewann die Läuferin drei Tage vor ihrem 32. Geburtstag zum ersten Mal in New York. Dort war sie 1995 ihr Marathon-Debüt gelaufen und hatte Platz vier belegt. Dann folgten die Ränge drei (1996) und vier (2001). Je zweimal hatte sie bereits den London- und den Chicago-Marathon gewonnen, außerdem siegte sie in Tokio 2000, nachdem sie zuvor im olympischen Marathon Dritte gewesen war.

„Ich mag Rennen mit starken Gegnerinnen“, hat Joyce Chepchumba einmal gesagt. So gesehen hat sie sich das richtige Rennen ausgesucht. In New York war die Frauenkonkurrenz so stark wie wohl nie zuvor in der Geschichte des Rennens. Auch deswegen hatten die Organisatoren zum ersten Mal den Frauenstart vorgezogen. 35 Minuten vor den Männern begannen die Eliteläuferinnen auf der Verrazano Bridge ihr Rennen. Das Tempo war dabei ungewöhnlich langsam. 17:53 Minuten benötigte die Spitze für die ersten fünf Kilometer – eine Zwischenzeit, die eigentlich auf ein Endergebnis von über 2:30 Stunden hindeutet. Die Tempomacherin Sylvia Skortsova führte das Feld, Sonia O’Sullivan zeigte sich in der Anfangsphase des Rennens immer wieder an der Spitze. Für die Irin war der New-York-Marathon das ernsthafte Marathondebüt. Die 32-Jährige war ihren ersten Marathon vor zwei Jahren in Dublin in 2:35:40 Stunden gelaufen, allerdings ohne ernsthafte Ambitionen. Nun lief sie auf der schweren, welligen New Yorker Strecke, doch es war nicht ihr Rennen. „Ich bin diesen Laufrhythmus und das langsame Tempo nicht gewohnt, ich musste mich zurückhalten. Vielleicht war das sogar der Grund, warum meine Beinmuskulatur fest wurde“, erklärte Sonia O’Sullivan, die nach der Hälfte des Rennens (1:14:17 Stunden) aus der Spitzengruppe zurückfiel und dann lediglich als Zwölfte in 2:32:06 Stunden ins Ziel kam.

Eine andere Favoritin war schon lange vor Sonia O’Sullivan zurückgefallen. Margaret Okayo (Kenia), Vorjahressiegerin und Gewinnerin des Boston-Marathons 2002 in 2:20:43 Stunden, lag zur Hälfte des Rennens neun Sekunden hinter der großen Spitzengruppe, der auch die Debütantin Marka Runyan (USA) angehörte. Die sehbehinderte Amerikanerin lief in 2:27:10 Stunden als Fünfte schließlich ein gutes Debüt, für die offenbar mit Rückenproblemen kämpfende Okayo war Rang sechs dagegen sicher eine Enttäuschung. Nach Kilometer 35 war die Entscheidung gefallen. Joyce Chepchumba, die zuvor schon das Tempo verschärft hatte, löste sich von ihrer letzten an der Spitze verbliebenen Konkurrentin, Ljubow Denisowa. Die Russin wurde in 2:26:17 Stunden schließlich Zweite. Platz drei ging an die überraschend starke jugoslawische Debütantin Olivera Jevtic (2:26:44), die kurz vor der 35-km-Marke zurückgefallen war.

Ergebnisse:

Männer:
1. Rodgers Rop (KEN) 2:08:07, 2. Cheboiboch (KEN) 2:08:17, 3. Kipkemboi (KEN) 2:08:39, 4. Ouaadi (FRA) 2:08:53, 5. Baldini (ITA) 2:09:12, 6. Carroll (IRL) 2:10:54, 7. Thys (RSA) 2:11:48, 8. O’Dowd (GBR) 2:12:20, 9. Keflezighi (USA) 2:12:35, 10. Ndungu (KEN) 2:13:28, 11. Schiebler (CAN) 2:14:13, 12. Musto (KEN) 2:15:45, 13. Palumbo (ITA) 2:16:06, 14. Ramaala (RSA) 2:17:10, 15. Hirayama (JPN) 2:17:14, 16. Muchiri (KEN) 2:17:30, 17. D. Rutto (KEN) 2:18:43, 18. Ryzhow (RUS) 2:18:46, 19. J. Kosgei (KEN) 2:18:55, 20. Tarus (KEN) 2:19:40.

Frauen:
1. Chepchumba (KEN) 2:25:56, 2. Denisowa (RUS) 2:26:17, 3. Jevtic (YUG) 2:26:44, 4. E. Kiplagat (KEN) 2:27:00, 5. Runyan (USA) 2:27:10, 6. Okayo (KEN) 2:27:46, 7. McCann (AUS) 2:27:51, 8. L. Kiplagat (KEN) 2:28:41, 9. Petrowa (RUS) 2:29:00, 10. Glusac (USA) 2:31:14, 11. Semjonowa (RUS) 2:31:39, 12. O’Sullivan (IRL) 2:32:06, 13. Mosqueda (USA) 2:33:47, 14. Fitchen-Young (USA) 2:38:05, 15. Howe (CAN) 2:38:37, 16. Ramos (ESP) 2:39:40.


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