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Zurück zu den Wurzeln:

SCC-Cross im Grunewald mit über 1000 Läufern

04.11.2002

Manchmal führt ein Trend auch wieder zurück: „Back to the roots“ – dieses Motto trifft in Bezug auf den traditionsreichen Crosslauf des SC Charlottenburg gleich im doppelten Sinne zu. Denn die Veranstaltung kehrte gestern tatsächlich zu den Wurzeln zurück: zu denen im Grunewald. Und der Schritt zurück in den Wald erwies sich als richtig. Die Zahl von 1056 Teilnehmern, darunter die Sieger des 8 km langen Hauptlaufes Jan Förster (EBT Berlin/27:50 Minuten) und Nicole Güldemeister (SC Potsdam/32:26), gaben den Laufveranstaltern recht.

Rechtzeitig vor dem Jubiläum im nächsten Jahr, wenn der SCC-Cross als eine der traditionsreichsten deutschen Volkslaufveranstaltungen zum 40. Mal stattfinden soll, geht es wieder aufwärts. Und dabei ist es erst ein Jahr her, als es sogar die Überlegung gab, den Lauf komplett einzustellen. Probleme mit den Forstbehörden hatten dazu geführt, dass die Veranstaltung 1995 von ihrem Ursprungsort am Teufelsberg auf das Maifeld hinter dem Olympiastadion verlegt wurde. Der damalige erste Anlauf auf dem neuen Geläuf, wo künstliche Hindernisse aufgebaut und der tiefe Boden des benachbarten Reiterstadions genutzt wurden, war durchaus vielversprechend. Zumal damals noch an andere Perspektiven gedacht wurde. Das offene, gut zu überblickende Gelände hätte bei einer Bewerbung um eine Cross-Europameisterschaft sicher gute Chancen gehabt. Aus finanziellen Gründen kam es dazu nie, und in den folgenden Jahren zeigte sich, dass das Maifeld nicht das Gelände ist, auf dem die Berliner gerne Cross laufen möchten. Die Teilnehmerzahlen waren im Gegensatz zu so gut wie allen SCC-Veranstaltungen rückläufig. Im vergangenen Jahr kamen nur noch 778 Athleten zu dem Rennen, das in seinen besten Zeiten am Teufelsberg 3750 Teilnehmer zählte.

Nun also ging es zurück in den Wald, wo die Berliner Laufbewegung einst begonnen hatte. Der erste SCC-Cross im November 1964 war der Ausgangspunkt, aus dem einige der größen deutschen Läufe entstanden – allen voran der real,- BERLIN-MARATHON. „Der Schritt zurück erweist sich als eine Wiederbelebung und eine Aufwertung des Crosslaufes. Wir sind froh, dass wir nach Absprache mit den Forstbehörden wieder im Grunewald sind – und die Läufer waren es auch“, sagte Horst Milde. Der Cheforganisator, der schon 1964 die Premiere organisierte, hätte die neue Strecke am liebsten durch die Kiesgrube geführt, um den Kurs noch cross-gerechter zu machen. Doch da machten die Behörden nicht mit, weil die Hänge der Grube unter Naturschutz stehen. Angesichts der allgemeinen Lauf-Euphorie hatten die Beamten wohl Angst vor einer Flut von etlichen tausend Crossläufern. Insofern hat Horst Milde die Hoffnung auf die Kiesgrube noch nicht aufgegeben. Es wären, so Milde, schließlich nur einige hundert Athleten, die in den längeren Hauptrennen durch die Grube müssten. Ein anspruchsvolles Streckenprofil ist wichtiger als neue Teilnehmerrekorde – auch wenn der Cross damit ein wenig gegen den Trend läuft.


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