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Jan Diekow gewinnt den Berliner Pilsner Silvesterlauf

Rund 5500 Läufer bei den Rennen von SCC-RUNNING zur Jahreswende

02.01.2003

Standesgemäß ging bei SCC running das Jahr 2002 zu Ende: Mit einem Teilnehmerrekord. Beim 27. Berliner Pilsener Silvesterlauf wurden 1906 Starter gezählt. Einen Tag später waren beim 32. Berliner Neujahrslauf rund 3500 Läufer dabei, so dass insgesamt an den beiden traditionsreichen Rennen zur Jahreswende knapp 5500 Teilnehmer starteten.

"Unser Angebot kommt bei den Läufern gut an, und so hatten wir auch bei unserem letzten Rennen des Jahres noch einen Teilnehmerrekord. Der Neujahrslauf war für uns ein sehr guter Start ins neue Jahr", erklärte Cheforganisator Horst Milde und fügte hinzu: "Das ist natürlich eine sehr gute Basis für das neue Jahr und für viele weitere Highlights."

Obwohl es vorher leicht geschneit hatte, konnte dieses Mal wieder die Originalstrecke des Berliner Pilsner Silvesterlaufes belaufen werden. Es ging also je nach Streckenlänge bis zu zweimal über den Drachenfliegerberg am Teufelsberg. Ein Jahr zuvor hatte man kurzfristig auf die Bergrunden verzichten müssen, da eine Eisschicht die Steigungen bedeckt hatte.

Kellner, Teufel oder beispielsweise auch Clowns rannten am Silvestertag über den Berg. Im Ziel gab es dann für jeden einen Pfannkuchen. Der neue Titelsponsor, Berliner Pilsner, hatte zudem einen Stand aufgebaut, an dem neben Bier auch warme Getränke angeboten wurden.

Als überlegener Sieger erreichte im Hauptlauf über 10,3 km mit zwei Bergrunden Jan Diekow vom Veranstalterklub SCC Berlin das Ziel. Er benötigte 36:32 Minuten und hatte 23 Sekunden Vorsprung vor Christoph Hofmann (vereinslos). Hofmann hatte den Endspurt um Platz zwei mit einer Sekunden Vorsprung vor Thomas Winkler (Schweiz) gewonnen. Winkler hatte lange Zeit sehr gut mitgehalten und lief dabei hinter Jan Diekow.

Der 29-jährige Jan Diekow hatte es an der Spitze jedoch nicht leicht. Denn zeitlich etwas zu dicht war zuvor der Lauf über 6,6 km gestartet worden, so dass sich der Sieger seinen Weg durch die Läufer bahnen musste. "Teilweise musste ich querfeldein laufen, um vorbeizukommen", erzählte Diekow. Damit derartige Engpässe zukünftig ausbleiben, wird der kürzere Lauf in diesem Jahr eher gestartet.

Mit Jan Diekow hat ein Läufer den Berliner Pilsner Silvesterlauf gewonnen, der vor einigen Jahren als Berliner Langstreckenhoffnung galt. Doch eine mögliche Karriere in der Leichtathletik verfolgt der 29-Jährige, der als Geschäftsführer im Laufsportgeschäft Long Distance tätig ist, schon lange nicht mehr. Knackpunkt war dabei die Geburt seines Sohnes 1999. "Den sehr hohen Trainingsaufwand konnte und wollte ich danach nicht mehr leisten. Schließlich war ich schon als Jugendlicher wöchentliche Trainingsumfänge von 200 Kilometern gelaufen. Und am Ende kam nie die erhoffte Leistung heraus. Mit 2:20 Stunden kann man heute im Marathon nichts erreichen - das sind inzwischen ja Frauenzeiten", erklärt Jan Diekow, der sich jedoch neue sportliche Ziele gesteckt hat. Denn nach Ende der leistungssportlichen Zeit als Läufer begann er mit Triathlon-Training. "2003 möchte ich beim Ironman-Triathlon in Roth starten" - 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und ein Marathonlauf stehen dann auf dem Programm.

Noch wesentlich deutlicher war beim Berliner Pilsner Silvesterlauf die Entscheidung im Frauenrennen über 10,3 km. Hier gewann Kathrin Neumann (USV Cottbus) in 41:34 Minuten mit fast drei Minuten Vorsprung vor Annette Hering (SISU Berlin/44:33). Auch hier war das Rennen um Platz zwei spannender als die Entscheidung um den Sieg: Regina Marunde (LTC Berlin) wurde in 44:37 Minuten Dritte.

Knapp acht Stunden vor Mitternacht waren am Silvester-Nachmittag bei herrlichem Winterwetter fast alle Läufer im Ziel am Mommsenstadion. Zwölf Stunden nach Mitternacht waren etliche von ihnen schon wieder am Start: Rund 3500 beteiligten sich beim Berliner Neujahrslauf Unter den Linden mit Start und Ziel am Brandenburger Tor.

"Dieser Neujahrslauf, das ist ja mehr eine Gaudi. Deswegen hat sich bestimmt keiner in der Silvesternacht zurückgehalten", sagte Detlef Kuhlmann, einer der Stamm-Teilnehmer des Neujahrslaufes, der zudem zum Organisationsstab des real,- BERLIN-MARATHON gehört. Er war auch beim Berliner Pilsener Silvesterlauf dabei gewesen. Teilweise verkleidet und mit Luftballons sowie mit Länderfahnen ausgerüstet, rannten die Läufer Unter den Linden. Die Teilnahme bei diesem Rennen ohne Wettkampfcharakter ist kostenlos. Anstelle eines Startgeldes wurden Spenden zu Gunsten des Kinderhilfswerkes UNICEF gesammelt. Dabei kamen knapp 3000 Euro zusammen.

"Es ist eine tolle Atmosphäre, allerdings war es dieses Mal besonders kalt. Vier Kilometer zu laufen, das ist kein Problem. Ich habe mich deswegen in der Silvesternacht nicht zurückgehalten", erzählte Bodo Tümmler. In den 60er Jahren war der Läufer des SCC Berlin über 1500 Meter einer der besten der Welt. Seine herausragenden Erfolge waren der Europameistertitel 1966 und die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1968. Dritter war er zudem bei der EM 1966 auch über 800 m.

Zu den Prominenten, die beim Berliner Neujahrslauf Unter den Linden mitjoggten gehörten unter anderen Bodo Tümmler, Thomas Härtel, der Berliner Staatssekretär für Sport und Werner Sonne, der Korrespondent des ARD-Hauptstadtstudios. Den Startschuss hatte dieses Mal Joachim Zeller, der Bezirksbürgermeister von Mitte, gegeben.


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