42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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Ehre, wem Ehre gebührt!

30. real,- BERLIN-MARATHON 2003

08.01.2003

Hut ab! Oder sollte man als Speedskater sagen: Helm ab? Oder besser doch nicht. Weil ein Speedskater ohne Helm kein Speedskater, sondern nur ein Dummkopf ist. Also lassen wir den Helm auf und verneigen uns nur höflich und ehrerbietend vor jenen, denen die Neuerungen zum Berliner Marathon-Jubiläum 2003 eingefallen sind. Beide Veränderungen sind echt geil: Sowohl die Trennung von Skater- und Läufer-Marathon als auch die neue Streckenführung. Die Stadt Berlin, immerhin die deutsche Hauptstadt, hat in den letzten Monaten kaum positive Signale aus kommunaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung verbreitet. Endlich strahlt etwas Positives aus, was weltweit empfangen wird. Schließlich waren zuletzt Teilnehmer aus 90 Nationen am Start des 29. real,- BERLIN-MARATHON registriert worden. Wenn das Fernsehen weltweit Bilder verbreitet, wie die Sieger durch das Brandenburger Tor kommen und dann die letzten 300 Meter spurten, dann ist der real,- BERLIN-MARATHON endgültig in der Weltelite vergleichbarer Veranstaltungen angekommen. Schließlich gibt es kaum eine Ausdauerveranstaltung mit einer Zielkulisse wie dem Brandenburger Tor, das Symbol für Frieden und Freiheit ist.

Mitte 2002 hatte der Deutsche Sportbund die Losung ausgegeben: "Sport tut Deutschland gut". Auch Berlin..........

Großartig ist auch, dass der einstige Marathon-Sonntag nun ein Marathon-Wochenende wird. Darüber sollten sich bereits alle freuen, die zuletzt immer wieder über Berlins kränkelnde Wirtschaft geklagt haben. Man wird sehen: Viele, vor allem die Skater, werden das Marathon-Wochenende nutzen, um Berlins Hotelerie und Gastronomie auf Herz und Nieren zu testen. Die Skater, wenn sie dann am Samstagabend abfeiern, werden auch nach ihrem Marathon noch etwas ins Rollen bringen - und sei es den EURO.

Die Trennung von Skater- und Läufer-Marathon könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden. Noch nach dem 29. real,- BERLIN-MARATHON 2002 waren von eingefleischten Laufpäpsten Anmerkungen zum Skater-Marathon zu hören, die nicht gerade von Respekt zeugten, so wie ihn sich Sportler verschiedener Disziplinen untereinander zollen sollten. Sicherlich beruhte manche Äußerung auf Mißverständnissen. Welcher Marathon-Fußgänger hat schon mal die Gelegenheit gehabt, den Kampf der Marathon-Roller um eine Zehntelsekunde, in der ein Skater fast einen Meter zurücklegt, zu verfolgen? Wenn einst auf dem Kurfürstendamm Geschwindigkeiten im Endspurt erzielt wurden, mit denen die erlaubte innerörtliche Höchstgeschwindigkeitsgrenze klar überschritten wurde, dann wälzte sich das Gros der Läufer am S-Bahnhof Tiergarten erst noch auf die Startlinie zu.

Am Samstag, dem 27. September, haben die Läufer erstmals die Gelegenheit, sich davon zu überzeugen, dass Rollen unter den Füßen kein selbstbetrügerisches Mittel zur Pflege der sportlichen Faulheit sind. Und dann wird man feststellen: Skaten ist ein anderer Sport mit viel höherer Pulsfrequenz, mit viel größeren Anforderungen an die Konzentrationsfähigkeit, mit rasender Akrobatik und großem Kampf. Halt eben ganz anderes als Laufen.

Und am Sonntag, dem 28. September, werden sicherlich ganz viele Skater aus größter Sympathie und Wertschätzung heraus die Chance wahrnehmen, total relaxed sich den Läufer-Marathon anzuschauen - sei es vor dem Reichstag, Unter den Linden, auf der Schloßstraße oder am Wilden Eber. Auf Inline Skates sieht man mehr: Hier die Renntaktik, dort den Kampf gegen den inneren Schweinehund.

Schließlich werden alle feststellen: Ehre, wem Ehre gebührt!

Hanspeter Detmer

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