42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

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Einzigartiger Team-Marathon feierte Jubiläum

Knochenharte Marathonläufer im Plänterwald

19.01.2003

Wer läuft schon gerne im Januar Marathon? Die Teilnehmer des Berliner Team-Marathon von SCC-RUNNING machen es schon 25 Jahre im Plänterwald vor.

Seit 1979 gibt es diesen einzigartigen Team-Marathon über 42.195 km. Gerd Steinberg "erfand" diesen Team-Marathon und leitete ihn von 1979 - 1984. Seit 1985 ist der Gesamtleiter Roland Winkler. Von 1979 - 1990 war es eine Veranstaltung von EBT (Empor Brandenburger Tor) und seit 1990 ist der SCC der veranstaltende Verein.

Beim Team-Marathon entscheidet praktisch der Schwächste im Trio über Sieg und Niederlage, denn alle drei Läufer/in müssen vom Start bis zum Ziel gemeinsam laufen. Das verlangt von allen in der Mannschaft eine große Selbstdisziplin, um die Schwächen und Stärken der Partner einzuschätzen.

Der langjährige Race Director des Teammarathon, Roland Winkler begrüßte 75 Marathonteams (darunter 5 Frauenteams) am Start, darunter die prominenteste Mannschaft mit Deutschlands Laufpapst Manfred Steffny, seinem Sohn Daniel, und Bruder Herbert Steffny, 13-facher Deutscher Meister und Bronzemedaillengewinner im Marathon der EM in Stuttgart.


Von links: Herbert Steffny, Sohn Daniel Steffny, Manfred Steffny
Horst Milde durfte zum Jubiläum den Startschuss abgeben. Von den 75 Marathonteams kamen 67 (89 %) geschlossen ins Ziel, darunter alle 5 angetretenen Frauenmannschaften. Das Wetter war in diesem Jahr mit 4 Grad C läuferfreundlich, windstill und trocken, im Vorjahr waren die Wege stark vereist. 1979 traten bei der Premiere 9 Teams an, 5 waren schließlich im Ziel. Dabei herrschten minus 8 Grad C und es lag Schnee.

Sieger wurde im Jubiläumsjahr das Team von der LG Luckenwalde in 2:57:57 vor dem Sieger des Vorjahres Post SV in 3:03:42 und LC Ron Hill in 3:06:38 (hier lief mit Nele Wild-Wall im Team eine Frau mit).

Den Sieg bei den Frauen holte sich ein gemischtes Team aus Lok Potsdam/Post SV in 3:18:56 vor den Magdeburger Laufmaschen 3:22:51 und den Jelly Bears Berlin 3:52:43. Das Steffny Trio belegte insgesamt den 21. Rang in 3:29:57 knapp hinter dem Team "Deutschland-Mix 2003 Berlin/Rostock" (17. in 3:27:54), hier lief der Veranstaltungsleiter Roland Winkler mit der Startnummer "100" selbst mit.

Steffny sagte bei der Siegerehrung: "Dieser einzigartige Lauf, bei immer schweren klimatischen Bedingungen, unterbricht das nicht einfache Wintertraining und macht Appetit auf die Frühjahrsklassiker"!

Den Sieg bei den "über 150-Jährigen" holte sich der SCC (als Gesamt-Neunter) in 3:20:27. Die Streckenrekorde werden immer noch gehalten vom Frauenteam des SCC mit Dr. Lomsky, Schmidt und Renz in 3:09:04 (1993), bei den Männern von USC Leipzig mit Knies, Baumbach und Körner in 2:35:40 (1991). Seit 1979 kamen 3.870 Läuferinnen und Läufer in 1.290 Teams in Ziel.

Hilfreiche und treue Sponsoren des Laufes waren wieder Pfennigs Feinkost, die Schultheiss Brauerei und Möbel-Höffner.

Zu den Sponsoren ist eigentlich auch die Wasserschutzpolizei zu rechnen, die in jedem Jahr heißes Wasser für den Tee zur Verfügung stellt. Ebenso ist der Verwaltung der 1. Gesamtschule Treptow, Köpenicker Landstraße zu danken, die die Räume der Schule und die Turnhalle schon seit Jahren für die Läufer zur Verfügung stellt.

Ehrengast des Laufes war Gustav Ziel (Döbeln), der den Lauf 22 mal mitmachte und jetzt nach seiner Operation nur zuschauen konnte.

Nicht unerwähnt bleiben sollte, daß Horst Preisler seinen 1.157 Marathon in Angriff nahm und der in Berlin nicht weniger bekannte Eckart Broy seinen 118. Marathon durchlief.

Wahrscheinlich war er so gut, weil die 40-köpfige Helfermannschaft von Roland Winkler alle Teilnehmer gut versorgte mit Tee, Keksen, Apfelstücken, Bananen und "Schleim"! Angemerkt werden sollte, für Uneingeweihte, daß "Schleim" aus Haferschleim, Zitronensaft, Zucker, Salz und Wasser zusammengerührt wird.

"Ein Marathon ist so gut wie sein Schleim" heißt die eingängige Formel - dieses Wissen ist im Westen noch nicht direkt angekommen. 6 Kübel mit Schleim wurden ausgegeben. Die Statistik des Team-Marathons ist bemerkenswert: 1997, als mit 64 Teams die geringste Teilnehmerzahl zu registrieren war, schossen andere Sachen in die Höhe: 250 Bockwürste, 150 Bouletten und 3.15 l (35 % Vol) Zinnaer Kloster-Bruder wurden verkauft, soviel wie bei keinem anderen Team-Marathon davor oder danach.

Sicherlich auch unschlagbar:
Roland Winkler und seine Frau Ingelore ehrten in der Turnhalle 60 Teams mit Urkunden und Ehrenpreisen - hintereinander, und alle blieben da und bewunderten sich gegenseitig für die erbrachten Leistungen.

Sonderpreise erhielten die langjährigen Mitarbeiter des Teams Hannelore (Küchenchefin) und Reimer Sigbjoernsen (Strecke) und Werner Scuda (Start).

Wenn andere eigentlich nach dem Marathon in die Badewanne oder ins Bett gehen, dann geht die Fete als Disco im Plänterwald erst richtig los. Geschlafen wird dann auch noch irgendwann auf Luftmatratzen und erst am nächsten Morgen ist der Team-Marathon dann tatsächlich zu Ende.


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