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Die 3000-m-Finals bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften

Irina Mikitenko meldet sich eindrucksvoll zurück, Jan Fitschen empfiehlt sich für die Hallen-WM

23.02.2003

Irina Mikitenko hat sich bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften der Leichtathleten in Leipzig eindrucksvoll zurückgemeldet. In ihrem ersten und einzigen 3000-m-Lauf dieser Hallensaison gewann die Läuferin der LG Eintracht Frankfurt in 8:52,78 Minuten den Titel und hätte um ein Haar auch noch die deutsche Jahresbestzeit von Sabrina Mockenhaupt (8:52,43 Minuten) unterboten. Die Athletin der LG Sieg wurde Zweite in 8:54,13 Minuten.

Nach 1000 Metern hatte die später mit deutlichem Rückstand drittplatzierte Melanie Schulz (LC Creaton Erfurt) da Feld noch angeführt vor Mikitenko und Mockenhaupt. In der Mitte des Rennens sorgte dann Irina Mikitenko für Tempo. Nur noch Sabrina Mockenhaupt konnte mithalten. Und sie übernahm dann sogar noch einmal die Spitze. Doch in der letzten Runde war Irina Mikitenko nicht mehr zu halten und gewann souverän. "Ich freue mich über den zweiten Platz. Wenn Irina mich schlägt, dann macht mir das nichts - sie ist ja auch eine gute Läuferin", erklärte Sabrina Mockenhaupt und fügte noch hinzu: "Wenn wir unterwegs nicht das Tempo forciert hätten, dann hätte ich vielleicht beim Schlussspurt Chancen gehabt."

"Ich habe von Anfang an gemerkt, dass es ganz gut geht. Ich hätte noch schneller laufen können. Bisher habe ich noch kein Schnelligkeitstraining absolviert, sondern nur etwas für die Kraft und die Ausdauer getan", erzählte Irina Mikitenko. Nach ihrem fünften Platz über 5000 m bei der WM in Edmonton 2001 hatte die inzwischen 30-Jährige weit über ein Jahr lang keine Wettkämpfe mehr bestreiten können. Aufgrund ihrer Verletzung an der Patellasehne im Knie hatte sie operiert werden müssen. "Von August 2001 bis Mai 2002 konnte ich überhaupt nicht laufen." Mit Radfahren und Aquajogging hielt sie sich fit so gut es ging. Als sie dann wieder mit dem Laufen beginnen konnte, musste sie fast bei null anfangen. "Ich bin in der ersten Woche wechselnd zehn Minuten gelaufen und zehn Minuten gegangen, in der zweiten Woche waren es dann schon zwanzig Minuten", erzählt Irina Mikitenko, die sich in den Jahren zuvor als einzige deutsche Langstrecklerin in der Weltklasse etablieren konnte. Dorthin möchte sie zurückkehren, und Irina Mikitenko ist optimistisch. "Bis jetzt habe ich erst zweimal die Spikes angezogen. Aber im Sommer möchte ich bei der WM in Paris die 5000 m laufen."

Nur auf den ersten 200 Metern hätte man vielleicht vermuten können, dass es hier doch noch ein Rennen um die Hallen-WM-Norm von 7:48,00 Minuten geben könnte. Da hatte sich Carsten Schütz (TV Wattenscheid) an die Spitze des Feldes gesetzt und für Tempo gesorgt, gefolgt vom schnellsten deutschen Läufer dieser Saison, seinem Vereinskameraden Jan Fitschen. Doch schon nach einer weiteren Runde und einer 400-m-Zwischenzeit von gut 64 Sekunden war klar, dass es mit der Norm an diesem Tag nichts werden würde. "Wir hatten nichts geplant in Richtung Normjagd. Für mich ging es hier darum, sicher zu gewinnen - das hatte Priorität bei der Meisterschaft", erklärte Jan Fitschen, der seinen Titel in 7:55,76 Minuten schließlich auch souverän gewonnen hatte. Das Fehlen von Dieter Baumann bedauerte der 25-jährige Sieger. Mit ihm wäre es sicher interessanter geworden - und vielleicht wäre dann sogar die Norm möglich gewesen", erklärte Jan Fitschen, der hinzufügte: "Wenn ich im Laufe der Saison das entsprechende Rennen bekommen hätte, dann wäre sicherlich auch von der Zeit her mehr drin gewesen. In den letzten Runden habe ich hier in Leipzig gezeigt, was ich kann." Mit 7:51,83 Minuten führt Jan Fitschen die deutsche Jahresbestenliste an - und er hoffte noch auf eine Nominierung für die Hallen-WM trotz verpasster Norm.

Verdient hätte Jan Fitschen diese Nominierung wohl wie kaum ein anderer. Das hängt damit zusammen, was ihm vor zwei Jahren passierte. Damals hatte sich der Wattenscheider sportlich qualifiziert für die Hallen-WM in Lissabon, doch bei seinem vermeintlichen ersten Karrierehöhepunkt blieb ihm dann nur ein Tribünenplatz. Die IAAF hatte ihn gesperrt, weil er damals in Dortmund bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften gegen den gesperrten Dieter Baumann gelaufen war. Jan Fitschen wurde zu einem bekannten Athleten, was jedoch nicht mit seiner Leistungsentwicklung zusammenhing sondern mit dem Fall Baumann. "Es war nicht die Art, die ich mir gewünscht hatte, um im Rampenlicht zu stehen", erzählt der Physikstudent. "Lieber gewinne ich bei den Deutschen Meisterschaften und habe dafür nur ein paar kleine Fotos in den Medien."

Auch im vergangenen Jahr hatte Jan Fitschen kein Glück. Vor dem 5000-m-Vorlauf bei der EM musste er aufgrund einer Magen-Darm-Grippe passen. Eine Krankheit hatte ihn zuvor auch in der Hallensaison gestoppt.

Einen Erfolg gab es überraschend für einen Berliner Läufer im 3000-m-Rennen von Leipzig. Christian Goy (SCC) belegte nach einem starken Schlussspurt den dritten Rang in 7:59,68 Minuten. Er war direkt aus dem Höhentraningslager in den USA zu den Titelkämpfen gefahren und gewann eine von nur zwei Berliner Medaillen. Die andere sicherte sich die 400-m-Läuferin Claudia Marx (LG Nike), die hinter Grit Breuer (Magdeburg) Zweite wurde.


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