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Nordic Walking, der neue Trend Sport

Angesprochen werden Alle: Junge und Ältere, Breitensportler und Leistungssportler

15.03.2003

Walking und Inline Skating sind inzwischen mit steigenden Teilnehmerzahlen "In-Sportarten" und in jedermanns Bewusstsein. Nordic Walking ist ein ganz neue Sportart, abgeleitet vom Walking und vom Skilanglauf. In Finnland und USA erlebt Nordic Walking einen wahren Boom.

Aus Finnland kommt das "Nordic“ -Walking. Dieser Begriff ist nicht zwangsläufig selbsterklärend, im englischen wird er ein wenig verständlicher, versteht man hier z.B. unter Nordic Skiing den auch bei uns populären Skilanglauf. Entwickelt wurde die Sportart von den finnischen Biathleten die eine Trainingsmöglichkeit für den Sommer suchten. Damit ersieht man auch dass Nordic Walking eine Bewegungsform ist die sowohl Elemente vom Walking als auch vom Skilanglauf enthält.

Für Nordic Walking verwendet man eigens dafür entwickelte Stöcke. Die Stöcke unterscheiden sich in einigen Einzelheiten von den Skistöcken: als ideales Material wird eine Kohle/Glasfaser Kombination verwendet, so erreicht man ein extrem leichtes Gewicht (300 -350 Gramm pro Paar) und die bei Aluminiumstöcken meist auftretenden Schwingungen entstehen nicht und können somit auch nicht auf die Arme und die Gelenke übertragen werden (ähnliches Problem wie bei Aluminium Schlägern im Tennis). So sind z.B. die Stöcke des Marktführers Exel aus Kohle/Glasfaser in einem speziellen Verfahren hergestellt und vermeiden dieses Problem, denn die Schwingungen können langfristig zu Gelenkproblemen führen.

Die Stöcke werden in verschiedenen Längen hergestellt, die Stocklänge beträgt bei Skistöcken 0,8 x Körpergrösse, bei Walkingstöcken jedoch nur 0,7 x Körpergrösse (die verstellbaren Stöcke sind zu instabil). Um die verschieden Untergründe zu berücksichtigen, kann die Spitze der Stöcke wahlweise mit den mitgelieferten "Gummifüßen" (für glatten Untergrund wie auf Strassen, Asphalt oder Stein) bestückt werden, es kann aber auch eine Metallspitze verwendet werden, die durch Abziehen des Gummis frei wird. Damit ist auch auf allen weichen und rauhen Wegen (auch bei Schnee und Eis) ein ideales und sicheres Fortkommen möglich. Die Gummifüsse absorbieren auch Stösse und Geräusche auf Asphalt oder anderem harten Untergrund.

Am anderen Ende der Stöcke sind spezielle Handschlaufen, die es ermöglichen über einen langen Zeitraum die Stöcke gut zu führen, die Hand wird dabei nicht zum Umfassen verwendet, da dies zu Verkrampfungen führen kann. Vielmehr liegt die Hand in den Schlaufen auf, die so konstruiert sind, daß die äußere Handkante in ihnen über mehrere Zentimeter aufliegt. Der Daumen hat eine extra Öffnung. Das ganze wird mit einem Klettband fixiert, wodurch für die sonst bei Skistöcken übliche feste Umklammerung des Handgriffes nur noch durch ein leichtes Umgreifen des Griffes ausreicht. Man sogar soweit gehen und die Hand ständig Öffnen und Schliessen (Schliessen in der Abdruckphase, Öffnen beim Zurückholen des Stockes). . Durch die Stöcke tritt ein zusätzlicher positiver Effekt auf: die Gelenke werden entlastet, da ein Teil der Kraft über die Arme eingeleitet wird. Hierdurch ist es möglich diese Art des Walken auch im Bereich der Rehabilation bei Knie- und Hüftproblemen einzusetzen.

Durch den Einsatz der Stöcke kann ein komplettes Ganzkörper- Training durchgeführt werden. Speziell die Muskelgruppen des Schultergurtes, des Nacken, der Brust und des Rücken sowie die Muskulatur der Arme lassen sich mit Nordic Walking intensiv trainieren. Etwa 80 % der Gesamtmuskulatur des Körpers werden eingesetzt. Der verstärkte Einsatz der Oberkörpermuskulatur führt aber auch zu einer Erhöhung der Pulsfrequenz, was wiederum zu einem höherem Trainingseffekt zur Folge hat. Die Übersäuerung der Muskulatur setzt erst später ein, da mehr Muskelmasse im Einsatz ist.

Vielfach wird angenommen, dass das Walken mit Stöcken ein höheres Mass an Koordination erfordert, dem ist jedoch nicht so. Der diagonale Bewegungsablauf beim Walken wird durch die Stöcke stärker unterstützt. Der rechte Stock hat dann Bodenberührung, wenn die linke Ferse aufsetzt. In dieser gleichmäßigen Bewegung zwischen links und rechts ist aber auf eine körpernahe Führung der Stöcke zu achten. Um in den richtigen Bewegungsablauf zu kommen, zieht man zunächst die Stöcke hinter sich her, dann fängt man an die Arme gegengleich zu bewegen und übt Abstossbewegungen mit den Stöcken aus. Die Bewegung ähnelt dann sehr stark dem Bewegungsablauf des Skilanglaufs, lediglich die typische Gleitphase fehlt.

Ideal ist das Nordic Walking für Leute, denen das Laufen/Joggen zu anstrengend ist, nur Walking alleine aber wiederum nicht genügend körperliche Betätigung bedeutet. Mit Nordic Walking kann man effektiver zu trainieren. Die zusätzliche Bewegung der Arme zum Vorwärtstrieb und die gleichzeitige Bewegung des Oberkörpers, bewirken auch hier ein Trainieren der Muskulatur ähnlich wie beim Skilanglauf. Doch auch für den Läufer ist Nordic Walking eine gute Möglichkeit bei Verletzungen Gelenke und Muskeln zu schonen. Viele Läufer sehen Walking als "unter ihrem Niveau" an, doch hier bietet sich mit dem Nordic-Walking eine neue Möglichkeit mit dem Einsatz der Stöcke die verletzten Körperpartien zu schonen. Die meist um 15 - 25 Schläge höhere Pulsfrequenz gegenüber dem normalen Walken liegt fast im Bereich des langsamen Laufens, auch tendiert man dazu mit den Stöcken schneller zu Walken und grössere Schritte zu machen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mit dem Nordic-Walking ein um ca. 40 % effektiveres Training möglich ist, es steigert den Puls, so dass man in den Fettverbrennungsbereich gelangt, stärkt Schulter-, Brust- und Armmuskulatur, schont und entlastet Gelenke, vor allen Dingen auch bei übergewichtigen Personen und verbessert die allgemeine Fitness. Wissenschaftliche Studien in USA und Finnland (Cooper, UKK in Finnland) haben die gesundheitsfördernde Wirkung von Nordic Walking bestätigt. Für ältere Menschen geben die Stöcke eine zusätzliche Stütze und somit eine zusätzliche Sicherheit (speziell auch im Schnee). Und dann kann man mit den Stöckern auch zur Gymnastik, zum Stretching und für Mobilisationsübungen einsetzen, die notwendigen Geräte hat man ja dabei! Auch beim Inline Skaten lassen sich die Stöcke einsetzen sie sind hier jedoch etwas länger (0,9 x Körpergrösse), auch hier das erhöhte Gefühl der Sicherheit. Nordic Walking ist entgegen der landläufigen Meinung nicht nur für Leute im Mittel- und Hochgebirgsraum, sondern auch für Flachländler geeignet. Selbst am Strand kann man es ausführen. Sogar Australien hat das Nordic Walking Fieber erfasst!

Wer ist heute der typische Nordic Walker?

Angesprochen werden Alle: Junge und Ältere, Breitensportler und Leistungssportler die NW als Ausgleich betreiben, Sportstudios bieten es an, Rehazentren wenden es zur Behandlung von Patienten an, Sportverbände und Tourismusverbände interessieren sich dafür, Nordic Walking Parks entstehen. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, neue Tendenzen entwickeln sich in Richtung Nordic Fitness: Nordic Walking, Nordic Skiing, Schneeschuhwandern etc.

Aber auch die Gesundheits- und Wellnessbewegung nimmt gierig die neue Bewegungsform auf, unterstützt von der Tendenz der Politik und des Gesundheitswesens mehr Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit zu entwickeln. Wo kann man nun Nordic Walking lernen und ausüben? Es haben sich in ganz Deutschland schon Nordic Walking Treffs gebildet, meist als Ergänzung zum Walkingtreff, verschiedene Organisationen bilden Betreuer und Kursleiter aus. In Berlin kann man z.B. beim SCC Nordic Walking in der Gruppe ausüben, ebenso bei der SFB Laufbewegung und beim AOK -Frühstückslauf

Mehr Infos zur Ausbildung, Angeboten und Treffs gibt es bei http://www.berlin-marathon.com/go/www.walkingonline.de oder http://www.walkingonline.de

Volker Rose
INWA Mastertrainer


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