42. BMW BERLIN-MARATHON am 27. September 2015

Weitere Veranstaltungen

News

Wo waren die deutschen Läufer?

Leichtathletik-Hallen-WM in Birmingham

18.03.2003

Die zehn deutschen Starter haben bei den Hallen-Weltmeisterschaften der Leichtathleten in Birmingham vier Medaillen gewonnen. Am Schlusstag der hochklassigen Titelkämpfe von Birmingham lief Grit Breuer (Magdeburg) über 400 m in 51,13 Sekunden auf Platz drei. Zuvor hatte es im Stabhochsprung einen Doppelsieg durch Tim Lobinger (Köln) und Michael Stolle (Leverkusen) gegeben, außerdem holte Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) Bronze. “Mit der Zahl der Medaillen sind wir zufrieden, mit der Teilnehmerzahl nicht. Aber die Leistungsdecke ist zurzeit einfach zu dünn“, sagte DLV-Leistungssportchef Rüdiger Nickel. Über das immer wieder diskutierte deutsche Mini-Team ärgerte sich auch Grit Breuer: “Die vier Medaillen für unser Team sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier zu wenig deutsche Athleten am Start waren. Athleten anderer Nationen haben mich gefragt, wo unsere Läufer und Sprinter geblieben sind.“

Die deutschen Athleten, die auf Birmingham verzichtet haben, haben die bisher hochklassigsten, bestorganisiertesten und stimmungsvollsten Hallen- Weltmeisterschaften verpasst. “Die Engländer haben bei dieser WM Leichtathletik regelrecht mitgelebt. Die ganze Region stand hinter dieser WM. Die Stimmung war beeindruckend, Birmingham hat Maßstäbe gesetzt“, erklärte Helmut Digel, der Vizepräsident des Weltverbandes IAAF.

Auch Tim Lobinger sah das kleine deutsche Team kritisch. Der Kölner Stabhochspringer sagte: “Zu viele Athleten schonen sich jedes Jahr für andere Höhepunkte – da ist mir zu wenig Wille und Risikobereitschaft vorhanden.“ Und das kann sich die um eine der olympischen Kernsportart angemessenen Anerkennung immer noch kämpfende Leichtathletik in Deutschland eigentlich nicht leisten. Der Kredit, den die deutsche Leichtathletik mit den Europameisterschaften in München im vergangenen August gewonnen hat, könnte schnell verspielt sein.

Grit Breuer (Magdeburg) war als einzige Sprinterin über 400 m dabei. Doch kein einziger Läufer stand im DLV-Team. Eine Reihe von Athleten haben dabei von vornherein auf die Hallen-Titelkämpfe beziehungsweise sogar auf die komplette Hallensaison verzichtet, um sich langfristiger auf die Weltmeisterschaften im August in Paris vorbereiten zu können. Darunter sind beispielsweise der 400-m-Europameister Ingo Schultz (Hamburg) oder Weitspringerin Heike Drechsler (Karlsruhe). Dem 800-m-Olympiasieger Nils Schumann (Erfurt) fehlt die Form, sein nationaler Bezwinger bei den Deutschen Hallenmeisterschaften René Herms (Pirna) macht das Abitur. “Die Entscheidungen, hier nicht teilzunehmen, sind alle individuell nachvollziehbar“, sagt DLV-Präsident Clemens Prokop und fügt hinzu: “Ich wäre bei entsprechender Qualität auch lieber mit 30 Athleten nach Birmingham gefahren. Es ist bedauerlich, dass das Team nicht größer ist, aber man sollte es in erster Linie an seiner Leistungsfähigkeit messen.“

Der DLV hat das Team aber auch bewusst klein gehalten, indem der Verband die Qualifikationsnormen für Birmingham anspruchsvoll bemessen hatte. “Wir haben einen hohen Leistungsanspruch und sind eher für strenge Normen. Wir würden den Athleten keinen Gefallen tun, wenn wir sie nominieren und sie dann gleich in den Vorkämpfen ausscheiden. Da baut sich schnell ein Frust auf“, erklärt der für den Bereich Spitzensport zuständige DLV-Vizepräsident Rüdiger Nickel. Manchmal hat man den Eindruck, als wenn der Verband noch immer unter dem Göteborg-Symptom leidet. Bei der WM 1995 sah sich der DLV besonders hämischer Kommentare ausgesetzt, weil das riesige Team mit über 100 Athleten in etlichen Disziplinen mit Abstand der Konkurrenz hintergelaufen war. Es ist ein zweischneidiges Schwert. Ist das Team zu groß, leidet die Qualität, ist es zu klein, wird es in den Medien kaum noch wahr genommen. Ein Mittelweg zwischen Göteborg und Birmingham ist gefragt.

Unerwünschte Nebenwirkungen befürchtet Clemens Prokop angesichts des Mini-Teams und der geringeren Beachtung in der Öffentlichkeit aber nicht: “Von der Sponsorenseite sind deswegen keine Schwierigkeiten zu befürchten. Es ist klar, dass der Maßstab in diesem Jahr die WM in Paris sein wird, nicht die Hallen-WM in Birmingham.“


Weitere News

21.10.2014 Vattenfall BERLINER HALBMARATHON 2015: Bereits 20.000 Startplätze belegt
16.10.2014 BMW BERLIN-MARATHON 2015: Die Registrierung zum Anmeldeverfahren dauert vom 18. Oktober bis 2. November 2014
10.10.2014 Abbott wird Titelsponsor der World Marathon Majors
10.10.2014 Am Sonntag ist Anmeldeschluss für die Cross Days am 25./26. Oktober

Noch mehr News finden Sie in unserem Newsarchiv

Sponsoren des 42. BMW BERLIN-MARATHON Wobenzym plus BMW AOK Adidas Erdinger Alkoholfrei Holiday Inn Germanwings Here Maps

Anzeige

Anzeige