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Bewag BERLINER HALBMARATHON

Der “kleine Bruder“ wächst

03.04.2003

Der Cheforganisator zeigte sich optimistisch bei der Pressekonferenz vor dem Bewag BERLNER HALBMARATHON: “Eines Tages werden wir mit dem Halbmarathon die Zahlen des Berlin-Marathons erreichen“, sagte Horst Milde. Diesen Optimismus muss man als realistisch einschätzen, wenn man die Entwicklung des Halbmarathons der letzten Jahre kennt. Am Sonntag wird um 9.30 Uhr auf der Karl-Marx-Allee die 23. Auflage des mit Abstand größten und spitzensportlich bestbesetzten deutschen Rennens über die 21,0975-km-Distanz gestartet. Und auch international spielt der Bewag BERLINER HALBMARATHON inzwischen eine sehr gute Rolle. Bis Anfang der Woche lagen SCC-RUNNING genau 16.799 Meldungen aus 65 Nationen vor. Da für alle Wettbewerbe – Läufer, Inline-Skater, Walker und Rollstuhlfahrer – noch Nachmeldungen angenommen werden, rechnet Horst Milde schließlich mit einer Zahl von etwa 17.500 Startern. Darunter sind auch etwa 1300 Schüler, die wieder beim 4-km-FUN-RUN laufen werden.

Über 41.000 Teilnehmer zählte der real,- BERLIN-MARATHON im vergangenen September. Der Abstand erscheint noch gewaltig, doch es ist der Bewag BERLINER HALBMARATHON, der die bei weitem höheren Zuwachsraten aufweist. Es ist erst vier Jahre her, da starteten nicht einmal 4000 Teilnehmer bei diesem Lauf. Zuletzt waren es schon gut 14.700.

Auch spitzensportlich verkürzt der Bewag BERLINER HALBMARATHON den Abstand zum “großen Bruder“. Während der real,- BERLIN-MARATHON zu den hochkarätigsten Laufveranstaltungen weltweit gehört, wird der Halbmarathon am Sonntag so gut besetzt sein wie nie zuvor. Verpflichtet wurden beide Sieger des New-York-Marathons 2002: Rodgers Rop und Joyce Chepchumba. Die zwei Kenianer gehören zur Trainingsgruppe des deutschen Managers Volker Wagner. Dadurch ist für sie die Anreise nach Berlin eine kurze, denn sie trainieren zurzeit in Detmold. Moses Tanui ist ein weiterer Kenianer mit einem großen Namen. Der 37-Jährige war 1995 Weltmeister im Halbmarathon und hielt zeitweilig den Weltrekord (59:47 Minuten).

Damit ist Tanuis Bestzeit genau fünf Sekunden schneller als der Berliner Streckenrekord von Fabián Roncero. Der Spanier, der am Sonntag nicht laufen wird, hatte vor zwei Jahren in der noch heute gültigen Europarekordzeit von 59:52 Minuten gewonnen. Dieses Ergebnis bedeutete damals zugleich die Jahresweltbestzeit 2001. Ein derartiges Ergebnis ist auch am Sonntag möglich, wenn das Wetter mitspielt. Die Jahresweltbestzeit steht zurzeit noch bei 60:21 Minuten, gelaufen vom Kenianer Nagotho in Marugame (Japan) Anfang Februar.

Gleich neun Athleten werden am Start sein, die schon schneller als 62 Minuten gelaufen sind. Dabei wäre es eine Überraschung, wenn der Sieger des Bewag BERLINER HALBMARATHON nicht aus Kenia kommen würde. Deutsche Topläufer sind leider nicht in Berlin am Start – allerdings gibt es zurzeit ohnehin gar keinen, der einer derartigen Konkurrenz das Wasser reichen könnte. Dieter Baumann käme vielleicht in Frage, doch der Schwabe fiel aufgrund einer Verletzung ohnehin aus.

Bei den Frauen sieht es im Langstreckenbereich zwar besser aus und Kathrin Wessel (SCC Berlin) stand auch bis vor kurzem noch auf der Startliste. Doch die Lokalmatadorin, die im vergangenen September in Berlin Deutschen Marathon-Meisterin geworden war, musste krankheitsbedingt passen. Aufgrund eines Infektes erhielt sie vom Arzt zeitweilig sogar Lauf-Verbot. Mit Joyce Chepchumba (Kenia) ist bei den Frauen aber die Streckenrekordlerin (68:22 Minuten) dabei. Für sie ist der Bewag BERLINER HALBMARATHON, ebenso wie für ihren Trainingspartner Rodgers Rop, die Generalprobe für den Boston-Marathon am Ostermontag. Joyce Chepchumba trifft unter anderen auf Magdaline Chemjor (Kenia), die in den vergangenen beiden Jahren die 25 km von Berlin gewonnen hatte. Chemjor bewies am vergangenen Wochenende ihre starke Form, als sie bei der Cross-WM über die Langstrecke als beste Kenianerin Fünfte wurde.


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