41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

Weitere Veranstaltungen

News

Paula Radcliffe bricht erneut Marathon-Weltrekord

Engländerin läuft 2:15:25 Stunden beim London-Marathon / Olympiasieger Gezahegne Abera gewinnt Sprint-Finish

13.04.2003

Paula Radcliffe läuft in einer eigenen Dimension. Im dritten Marathonlauf ihrer Karriere rannte die Engländerin zum zweiten Mal eine Weltbestzeit und zum dritten Mal unter 2:20 Stunden – eine Zeitbarriere über die klassische Distanz von 42,195 Kilometer, die erst vor eineinhalb Jahren in Berlin zum ersten Mal von Japans Olympiasiegerin Naoko Takahashi unterboten worden war. Inzwischen gibt es insgesamt schon sieben Zeiten unter 2:20 Stunden. Doch keine war bisher so schnell wie Paula Radcliffe beim London-Marathon: Mit 2:15:25 Stunden verbesserte sie ihren eigenen, im vergangenen Oktober in Chicago aufgestellten Weltrekord um 1:53 Minuten und gewann vor der Kenianerin Catherina Ndereba, die in 2:19:55 Stunden ebenfalls zum dritten Mal in ihrer Karriere unter 2:20 Stunden blieb.

Rang drei ging im schnellsten Frauen-Marathon aller Zeiten an Deena Drossin. Die US-Amerikanerin steigerte sich in ihrem zweiten Marathonrennen auf erstklassige 2:21:16 Stunden und brach den Uralt-US-Rekord. Drossin war fünf Sekunden schneller als Joan Benoit 1985 in Chicago. Der London-Marathon hat einmal mehr gezeigt, dass der Frauen-Marathon sich enorm entwickelt hat, nachdem es zuvor jahrelang einen Stillstand gegeben hatte. Die schnellsten Frauen, allen voran natürlich Paula Radcliffe, nehmen die nächste Zeitbarriere ins Visier: 2:15 Stunden. “Paula ist eine Inspiration für alle anderen Läuferinnen – ihre Leistung war sehr eindrucksvoll“, sagte Deena Drossin, die sich um gut fünfeinhalb Minuten steigerte. Die US-Amerikanerin sorghte unfreiwillig für ein Novum: Nie zuvor wurde eine Läuferin in einem Marathon mit einer Zeit von 2:21:16 Stunden nur Dritte – auch das zeigt die Entwicklung in dieser Disziplin.

Der schnellste unter über 33.000 Londoner Marathonläufern war schließlich der Olympiasieger Gezahegne Abera. Der Äthiopier setzte sich in einem seltenen Endspurt am Buckingham Palast auf der Zielgeraden gegen vier Konkurrenten durch und lief 2:07:56 Stunden. Das Finale war ähnlich spannend wie bei der Weltmeisterschaft in Edmonton im August 2001, als sich Abera und Simon Biwott (Kenia) einen atemberaubenden Kampf geliefert hatten. Damals war der Kenianer der Leidtragende, dieses Mal war es ein Italiener: Zeitgleich hinter dem 24-jährigen Abera wurde der Italiener Stefano Baldini Zweiter. Nur eine Sekunde zurück lag Joseph Ngolepus (Kenia), der Sieger des Berlin-Marathons 2001. Fünf Läufer waren insgesamt nur sieben Sekunden hinter dem Sieger im Ziel.

War das Frauenrennen vom Alleingang von Paula Radcliffe geprägt, entwickelte sich bei den Männern ein ganz anderes Rennen. Auch die Männer waren anfangs auf Weltrekordkurs, doch je länger das Rennen dauerte, desto mehr entwickelte sich ein taktisches Rennen. Den 10-km-Punkt hatte die große Spitzengruppe nach 29:47 Minuten erreicht – dieses Tempo wäre gut gewesen, um auch den Männer-Weltrekord von Khalid Khannouchi zu brechen. Der US-Amerikaner war vor einem Jahr in London 2:05:38 Stunden gelaufen, so dass London nun sogar beide Weltbestzeiten hält. Khannouchi musste aufgrund einer Mandelentzündung auf seinen Start in London verzichten.

Nach 60:02 Minuten hatte die Spitzengruppe Kilometer 20 erreicht. Und auch noch auf den letzten 10 km rannte eine kompakte Gruppe an der Spitze. Inzwischen ging es schon längst nicht mehr um schnelle Zeiten sondern nur noch um den Sieg. Nach mehreren Tempowechsel wurde die Gruppe zwar kleiner, aber keine konnte sich lösen. “Mir haben diese Tempowechsel nichts ausgemacht, ich habe mich bewusst zurück gehalten“, erklärte Abera später, neben dem zeitweise in dieser Phase auch Paul Tergat (Kenia) lief.

Fünf Läufer bogen dann am Buckingham Palast auf die Zielgerade ein. Fast wie bei einer Rad-Sprintentscheidung hatten sie sich zuvor belauert. Und auch zu Beginn des Schlussspurtes blieb Gezahegne Abera cool und hielt sich zurück. Erst auf den letzten Metern kam er stark von hinten und fing den überraschend in die Phalanx der Afrikaner einbrechenden Stefano Baldini noch ab. Ob er nun in Äthiopien ähnlich populär werden wird wie Haile Gebrselassie, wurde Abera gefragt: “Nein“, antwortete der Londoner Sieger, “Haile, das ist noch eine andere Dimension.“ Im fünften Marathon verpasste Paul Tergat erneut seinen ersten Sieg. Der zweitschnellste Marathonläufer (2:05:48 Stunden) aller Zeiten gehörte zu den Geschlagenen im Endspurt und wurde Vierter in 2:07:59 Stunden. “Es war ein starkes Rennen mit fantastischen Wetterbedingungen (10 bis 16 ° C, leichter Wind), aber ich hatte leichte Magenprobleme in der zweiten Hälfte des Laufes“, erklärte Paul Tergat.

Die Frauen liefen in London wie in den Jahren zuvor vorneweg, jedoch war es dieses Mal kein reines Frauenrennen. Um die Chance auf einen Weltrekord zu erhöhen, hatten die Organisatoren um David Bedford entschieden, acht Pacemaker einzusetzen. Jeweils zwei liefen exaktes Tempo für Endzeiten von 2:16, 2:18 und 2:20 Stunden. Zwei weitere rannten ohne feste Zeitvorgabe im Frauenfeld mit. “Ich glaube nicht, dass ich viel von den Tempomachern profitiert habe, denn ich laufe immer mein eigenes Rennen. Als wir streckenweise etwas Gegenwind hatten, waren die Tempomacher allerdings hilfreich“, erklärte Paula Radcliffe später.

Von Beginn an war Paula Radcliffe die einzige Läuferin, die sich an die 2:16-Hasen hielt. Derartu Tulu (Äthiopien), die Londoner Siegerin von 2001, Susan Chepkemei (Kenia), Adriana Fernandez (Mexiko) und Constantina Dita (Rumänien) liefen im 2:18-Tempo. Für Catherina Ndereba (Kenia), die im Oktober 2002 in Chicago das Rennen und den Weltrekord an Paula Radcliffe verloren hatte, und Deena Drossin sollte es sich auszahlen, mit einer großen Gruppe von Läuferinnen die 2:20-Variante anzunehmen. Sie rollten im Laufe des Marathons das Feld von hinten auf. “Sicherlich ist das hilfreich, wenn man vor sich immer ein Ziel sieht, aber in erster Linie war ich auf mich selbst konzentriert“, sagte Deena Drossin. Eine Läuferin blieb freilich außer Reichweite: Paula Radcliffe. “Man sieht aber an der Startlinie die anderen Läuferinnen nicht unbedingt als Rivalin, die es zu schlagen geht. Sondern es geht in einem Marathon eher um die maximale persönliche Leistung“, erklärten Drossin und Ndereba übereinstimmend auf die Frage, wie man damit umgeht, wenn eine vemeintlich übermächtige Läuferin wie Paula Radcliffe am Start steht.


Weitere News

23.04.2014 Am 25. April ist Anmeldeschluss für den AVON RUNNING Berliner Frauenlauf
17.04.2014 Bambini-Suchspiel mit Frido Flink
11.04.2014 Am 15. April startet die Trainingsserie AOK After Work Run
06.04.2014 Die Reise: Das Video zur Einstimmung auf den BMW BERLIN-MARATHON

Noch mehr News finden Sie in unserem Newsarchiv

Sponsoren des 41. BMW BERLIN-MARATHON Wobenzym plus BMW AOK Adidas Erdinger Alkoholfrei Timex Tata Consultancy Services

Anzeige

Anzeige