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Kenianer wieder Favoriten bei den 25 km von Berlin

25 km von Berlin finden am Sonntag zum 23. Mal statt

01.05.2003

Sieben Mal kam in den vergangenen acht Jahren der Sieger der 25 km von Berlin aus Kenia. Wenn das Rennen, das der Berliner Leichtathletik-Verband (BLV) mit Hilfe der Berliner Vereine organisiert, nun am Sonntag seine 23. Auflage erlebt, wäre es eine Sensation, wenn diese Serie nicht fortgesetzt werden sollte. 14 Kenianer stehen auf der Startliste. Und wenn die Hälfte von ihnen auf den Plätzen eins bis sieben einläuft, wäre auch das keine Überraschung. Nachdem die Kenianer vor kurzem auch den Bewag BERLINER HALBMARATHON dominiert hatten, zeichnet sich kein eindeutiger Favorit ab.

Doch es sind einige interessante Namen dabei. Mit der Startnummer 2 wird Simon Kasimili ins Rennen gehen. Er hat eine Halbmarathon-Bestzeit von 61:14 Minuten. Vor vier Wochen zwangen ihn Magenkrämpfe zur Aufgabe beim hochkarätigen Paris-Marathon. Als er bei Kilometer 15 aufgab, lief Kasimili ein Tempo, das auf eine Endzeit von 2:06 Stunden hinausgelaufen wäre. Mit einer solchen Form wäre es schwer, ihn am Sonntag zu schlagen. Vor zwei Jahren zeigte ein Läufer in Berlin eine erstklassige Leistung, der nun erneut am Start ist: Titus Munji (Kenia) war beim Bewag BERLINER HALBMARATHON in 60:27 Minuten Zweiter. Ebenfalls Zweiter, dieses Mal allerdings beim BERLIN-MARATHON 1996, war Francis Naali (Tansania), der auch am Sonntag am Start sein wird.

Bei den Frauen gibt es eine klare Favoritin: Vorjahressiegerin Magdaline Chemjor, die bei den 25 km von Berlin mit einem “Hattrick“ für ein Novum sorgen möchte, kommt natürlich aus Kenia. Sie gewann vor vier Wochen den Bewag BERLINER HALBMARATHON und war zuvor als Fünfte bei der Cross-WM über die Langstrecke beste Kenianerin. Das beweist ihre starke Form in diesem Frühjahr – und der Streckenrekord von 1:24:29 Stunden könnte in Reichweite sein.

Dass die deutschen Langstreckenläufer schon lange nicht mehr mit der Weltspitze mithalten können, ist nicht neu. Seitdem Stephan Freigang (Cottbus) vor elf Jahren überraschend Bronze im olympischen Marathon von Barcelona gewonnen hatte, lief es bei den Männern mehr rückwärts als vorwärts. Und auch die Frauen, die bei der EM in München 2002 noch mit Platz zwei und drei im Marathon für Erfolge sorgten, sind streng genommen weit von der Weltspitze entfernt. Auf der Liste der Favoriten für die 25 km von Berlin – immerhin der einzige hochkarätige deutsche Lauf über diese Distanz – findet sich kein einziger deutscher Name mehr.

“Die deutsche Spitze ist leider sehr ausgedünnt“, sagt Christoph Kopp, der bei den 25 km von Berlin für die Verpflichtung der Topathleten zuständig ist. Der Berliner kennt sich in der Materie aus wie kaum ein anderer in Deutschland. “Es ist leider so, dass einige deutsche Athleten bewusst ausweichen, um zu starker Konkurrenz aus dem Weg zu gehen“, sagt Christoph Kopp und fügt hinzu: “Ausweichen hat aber noch nie etwas gebracht in der Leistungsentwicklung.“ Abgesehen von den Marathon-Perspektiven eines Dieter Baumann spricht also wenig dafür, dass sich bald etwas ändert. “Es gibt Konzepte, wie man das ändern kann – sie müssen nur umgesetzt werden“, sagt Kopp. Bonusgelder für die besten deutschen Läufer gehören dazu. Doch die können sich die Organisatoren am Sonntag sparen, denn nicht einmal die zweite Reihe der deutschen Athleten ist am Start.

“Das Motto ist an diesem Tag nicht ,In 80 Tagen um die Welt‘ sondern in zwei Stunden durch Berlin“, sagt Derk Kogelheide. Er ist der Veranstaltungschef des traditionellen Straßenlaufes 25 km von Berlin, der am Sonntag zum 23. Mal stattfindet. Und die Strecke wird auch an den Filmkulissen auf dem Gendarmenmarkt vorbei führen, was zeitweise aufgrund der dortigen Filmarbeiten nicht sicher war. Doch nun läuft alles wie geplant. Insgesamt 10.000 Teilnehmer aus 41 Nationen erwarten die Organisatoren des Berliner Leichtathletik-Verbandes (BLV) am Sonntag beim zweiten großen Berliner Frühjahrslauf, der genau vier Wochen nach dem Bewag BERLINER HALBMARATHON stattfindet.

Die Gesamtzahl teilt sich auf in rund 7000 Läufer und 1600 Inline-Skater, die jeweils um 9Uhr beziehungsweise 8.45 Uhr auf dem Olympischen Platz an den Start des 25-km-Wettbewerbes gehen. Die weiteren Teilnehmer sind Kinder und Jugendliche, die sowohl laufend als auch auf Inline-Skates bei Rennen über zwei und drei Kilometer starten. “Dieser 25-Kilometer-Lauf ist immer ein riesiges Erlebnis für die Teilnehmer“, sagt Peter Hanisch, der Präsident des Landessportbundes Berlin (LSB), der am Sonntag selbst mitläuft und ein großer Förderer des Laufsports ist. “Eine solche große Traditionsveranstaltung“, so Hanisch, “zeigt auch den Politikern der Stadt, dass der Sport gefördert werden muss.“


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