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Die Frauen holen auf

Zum ersten Mal werden beim AVON RUNNING Berliner Frauenlauf über 10.000 Läuferinnen starten, doch die Entwicklung war so mühsam wie die des Frauen-Langstreckenlaufes insgesamt

23.05.2003

Der Laufsport boomt in Deutschland, doch eine Sparte dieser Massenveranstaltungen hat noch Nachholbedarf: Frauen sind bei den großen Läufen in einer deutlichen Minderheit. Während es in den USA inzwischen einen Marathon gegeben haben soll, bei dem mehr Frauen als Männer am Start standen, betrog die Frauenquote im Feld des real,- BERLIN-MARATHON im vergangenen Jahr rund 18 Prozent – und das ist für deutsche Verhältnisse schon viel. Reine Frauenläufe gibt es nur wenige in Deutschland, und nur einer ist wirklich groß: Am Sonnabend wird der AVON RUNNING Berliner Frauenlauf zum 20. Mal gestartet und zum ersten Mal werden über 10.000 Frauen und Mädchen erwartet.

Es hat allerdings lange gedauert, bis es so weit kam – die Entwicklung war eine mühsame. Mit 645 Läuferinnen wurde 1984 der erste Berliner Frauenlauf gestartet. Doch viele Jahre stagnierte das Rennen mit Teilnehmerzahlen von unter 1500. 1995 versuchte man in Berlin etwas Neues, strich das sportliche Rennen über 10 km und setzte ausschließlich auf einen 5-km-Lauf ohne Wettkampfcharakter. Das Experiment, kopiert vom größten Frauenlauf der Welt in Oslo, wo jährlich über 40.000 Läuferinnen am Start sind, scheiterte. Schon ein Jahr später war der 10-km-Lauf in Berlin wieder im Programm, die Läuferinnen kamen zurück. Doch erst bei der 14. Auflage 1997 wurde erstmals die Zahl von 2000 Frauen und Mädchen erreicht. Weitere zwei Jahre später gab es einen echten Aufwärtstrend, als sich die Teilnehmerzahl mit 4362 fast verdoppelt hatte. Seitdem läuft es, und im vergangenen Jahr rannten 9426 Läuferinnen durch den Berliner Tiergarten. Inzwischen wurden die Parkwege zu eng, so dass die Strecke verändert werden musste.

“Als wir 1984 den Frauenlauf initiierten, bekamen wir böse Briefe von Männern, die uns fragten, wie wir dazu kämen, einen Lauf nur für Frauen zu veranstalten“, erzählt Organisationschef Horst Milde vom SCC und erklärt: “Aber die Entwicklung zeigt, dass sich unser Engagement gelohnt hat. Immer mehr Frauen erkennen, dass man durch das Laufen ein anderes, besseres Lebensgefühl bekommt.“ In Zusammenarbeit mit Sponsoren haben die Berliner Veranstalter jahrelang viel Werbung für den Frauenlauf betrieben. “Dieser Lauf hat eine phänomenale Entwicklung gemacht und ist zugleich eine Motivation. Ich kenne Frauen, die eigentlich nie bei einem Wettkampf starten – aber beim Frauenlauf in Berlin sind sie dabei“, erzählt die Deutsche Marathon-Meisterin Kathrin Weßel. Die Berlinerin, die am Sonnabend zu den Favoritinnen über 10 km gehört, ist nicht die einzige Spitzenläuferin, die die Veranstaltung unterstützt.

Die frühere Siegerin des New-York-Marathons, Kathrine Switzer, reiste in den vergangenen Jahren mehrmals nach Berlin, um beim Frauenlauf zu starten. Es ist 26 Jahre her, als Kathrine Switzer ein Stück Leichtathletik-Geschichte schrieb. Sie startete damals beim Boston-Marathon, obwohl die Teilnahme für Frauen strikt verboten war. Die Amerikanerin hatte auf ihrem Meldezettel einfach statt des Vornamens nur ihr Initial eingetragen und auf diese Weise eine Startnummer erhalten. Als sie einer der Organisatoren mitten im Rennen entdeckte, stürmte er auf sie los, um sie am Laufen zu hindern. Doch Jock Semple hatte nicht mit dem kräftigen Begleiter der K. Switzer gerechnet, der ihn prompt in den Straßengraben beförderte. Fotos dieser Szene gingen nicht nur in die Geschichte des Boston-Marathons ein. Kathrine Switzer lief bis ins Ziel und wurde damit berühmt. "Ich denke heute noch oft an diese Szene zurück, denn sie hat mein Leben verändert." Kathrine Switzer wurde zu einer Symbolfigur des Laufsports. Ihr Start in Boston war einer der entscheidenden Schritte in der Entwicklung des Frauen-Langstreckenlaufes. Sie selbst organisierte später Frauenrennen und machte sich auch dafür stark, dass der Frauen-Marathon 1984 erstmals zur olympischen Disziplin wurden.

Kathrine Switzer war auch lange Jahre Repräsentantin von AVON, der großen amerikanischen Kosmetikfirma, die zunächst USA-weit, dann auch weltweit, Frauenlaufserien initiierte. Sie traf 1983 Horst Milde beim New York Marathon und beide verabredeten – zusammen mit AVON – am 31. Mai 1984 den ersten reinen Frauenlauf in Deutschland zu organisieren. Start und Ziel waren am “Kleinen Stern“ - zwischen Siegessäule und Entlastungsstraße – auf der Straße des 17.Juni. Charlotte Teske, Deutschlands führende Langstrecklerin, siegte damals vor Christa Vahlensieck und Birgit Lennartz.

Vorher war die 1500-m-Strecke die längste olympische Distanz für Frauen. Und erst 1968 war der 800-m-Lauf für Frauen olympisch geworden. Die Läufe galten als zu anstrengend für Frauen. Beim AVON RUNNING Berliner Frauenlauf werden die kleinen Mädchen am Sonnabend 800 Meter durch den Tiergarten rennen.


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