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2-Stundenlauf in Brühl am 22. Juni 2003

Picknick im Stadion & ein kurzweiliger langer Tag

27.06.2003

Zum Sommeranfang wird in Brühl nun bereits in der 16. Ausgabe zwölf Stunden lang gelaufen. Drei Wettbewerbe stehen an diesem langen Sonntag auf dem Programm. Die zwölf Stunden können sich Staffeln mit maximal fünf Läuferinnen und Läufern nach Belieben aufteilen. Sportlerinnen und Sportler, die an diesem Sonntag nichts anderes vorhaben, dürfen die zwölf Stunden alleine laufen. Für Menschen mit anderen Terminen, hat der Veranstalter einen 25 Kilometer Lauf ins Programm integriert.

Bereits morgens um sechs pilgern sportlich gekleidete Menschen mit Liegestühlen, Wasserkisten und Sonnenschirmen ins kleine - mächtig in die Jahre gekommene - Brühler Schlossparkstadion und schlagen ihr “Mannschaftslager“ für den Rest des Tages am Rand der Tribüne auf. Die Stimmung ist locker und sehr entspannt, die Staffeln kommen größtenteils aus der Region, die Langläufer kennen sich. 86 Staffeln, neun Frauenstaffeln und 32 Mix-Teams treten gegen 45 reine Herren-Mannschaften an, 59 Einzelstarterinnen und Einzelstarter machen das Feld komplett.

Um sieben fällt der Startschuss. Die Strecke ist ein 2.500 Meter langer Rundkurs. Es geht vom Stadion durch den Schlosspark, vorbei am Schloss Augustusburg - die Stadt Brühl liegt zwischen Köln und Bonn und ist vor allem wegen ihres barocken Schloss Augustusburg bekannt, das bis 1994 Repräsentationssitz des Bundespräsidenten war - durch die kurze Brühler Fußgängerzone und wieder zurück ins Stadion. Hier ist die Wechselzone für die Staffeln und die Verpflegungsstation für die Einzelläufer. Der Wetterbericht hat schwüles Wetter mit 30 Grad im Schatten für heute angekündigt. Die Temperatur ist früh erreicht und Schatten gibt es so viel nicht auf der Strecke.

So nimmt das Rennen seinen Lauf, die ersten Runden ziehen vorbei, die kurvige und schattige Streckenstück im Park, die Fußgängerzone, noch ausgestorben, bald lässt sich die Tageszeit an den draußen servierten Speisen ablesen, Frühstück, Mittag, Kaffee & Kuchen ... dann wieder das heiße staubige Stadion, die Verpflegungsstation mit den unermüdlichen freundlichen Helferinnen und Helfern. Das 25 Kilometer Rennen als eine kurze und vorübergehende Episode, die ersten schweren Runden um die Mittagszeit, die gute Stimmung im heißen staubigen Stadion, hin und wieder ziehen Staffelläufer im Tempo von Mittelstrecklern vorüber, ein frisches Hemd als Motivationshilfe, mal Schuhe wechseln kann auch nicht schaden. Gespräche mit den Mitläuferinnen und Mitläufern über die letzten Rennen, neu entdeckte Landschaftsläufe, die weitere Saisonplanung, und warum man beim Kölnmarathon immer eine Stunde im Regen steht, bevor es endlich losgeht. Und dann kommt schon wieder das Ziel und der Gedanke, dass es der Welt nicht weiter schaden wird, wenn ich jetzt hier und auf der Stelle und dann eben um fünf statt um sieben das Rennen beende. Keine Chance, ein freundliches Lächeln, zwei Aufmunterungen, das Angebot eine Runde mit zu gehen statt zu laufen und schon zeigt die Uhr 18.53, letzter Zieldurchlauf, noch eine flotte letzte halbe Runde und um Punkt 19.00 Uhr wird das Rennen mit einem Böllerschuss beendet, noch bevor der Kampfrichter unsere letzten Meter vermessen hat erreicht uns der Helfer mit Kölsch – so heißt das Bier hier – und Mineralwasser und ich wundere mich, wie schnell der Tag vergangen ist.

Die schnellste Damen-Staffel kam vom TuS Deuz und hat 160,1 Kilometer zurück gelegt, die Männer vom Brühler TV haben mit 196,2 Kilometern den Herren Wettbewerb gewonnen, das beste Mixed-Team war THC Runaways Brühl mit 180,6 Kilometern.

Bei den Einzelläuferinnen schaffte Anke Drescher 125,7 Kilometer, die zweitplazierte Marion Braun 116,2. Bei den Männern gewann Michael Brenner mit 130,9 Kilometern vor Ralf Weis, der 125 Kilometer zurück legte. Schade ist, dass der Veranstalter keine Altersklassenwertung bei den Einzelläufern vornimmt. Die sehr engagierten Damen und Herren der höheren Altersklassen hätten eine besondere Würdigung ihrer großartigen Leistungen verdient gehabt. Das Schloss hat am Wochenende leider nur von 10 bis 18.00 Uhr geöffnet. Wer Balthasar Neumanns berühmtes Treppenhaus trotzdem besichtigen will, sollte einfach einen Tag länger bleiben, 12-Stunden Sport - allein oder in einer Staffel - müssen es in Brühl schon sein.

Frank Bielefeld


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