41. BMW BERLIN-MARATHON am 28. September 2014

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Gaiardo und Lallemand Europameister

EAA auf einem guten Weg mit der Berglauf-EM – 26 Nationen in Trento am Start – Deutsche Läufer halten nur in den Teamwertungen Anschluß – Schließl Zehnter im starken Männerfeld

07.07.2003

Marco Gaiardo ließ bei den Berglauf-Europameisterschaften am Monte Bondone bei Trento mit einem überlegenen Sieg die Gastgeber letztlich doch noch jubeln. Vor heimischem Publik mußten die Azzuri nämlich ohne den wegen Achillessehnenbeschwerden pausierenden Altmeister Antonio Molinari antreten, zudem erwies sich Marco de Gasperi auf dem reinen Berglaufkurs als nicht medaillenfähig. Seine überaus erfolgreiche Karriere beschloss der inzwischen 40jährige Österreicher Helmut Schmuck auf der13 km langen Strecke mit einer Höhendifferenz von 1460 m auf den Monte Bondone nicht minder überzeugend mit Silber. Bei den Frauen sorgte die leichtgewichtige Catherine Lallemand für eine weitere Überraschung, als sie im steilen Ziel-Anstieg Angela Mudge und die als Favoritin gehandelte Antonella Comfortolla auf die Plätze verweisen konnte. “Sie ist den Berg regelrecht hinaufgeflogen“, zeigte sich die Schottin noch eine Stunde später bei der Siegerehrung regelrecht konsterniert über den Antritt der 35 kg schweren Läuferin aus Charleroi. “Für mich ist die Silbermedaille ok“, vergass sie allerdings nicht hinzuzufügen. Aus dem deutschen Team wußte alleine der deutsche Meister Helmut Schließl aus Buchenberg mit Rang zehn überzeugen, die Mannschaften landeten auf den Rängen sieben (Männer) und acht (Frauen).

“Natürlich hätte es besser laufen können“, zog der deutsche Berglaufchef Wolfgang Münzel ein erstes Fazit, “doch wir haben uns einmal mehr unter den besten acht Nationen platziert. Bei den Männern konnten wir mit Helmut Schließl, Frank Türk und Markus Jenne drei Läufer unter die Top Dreißig bringen. Das ist angesichts der doch deutlich stärker werdenden Konkurrenz immer noch eine Richtschnur. Bei den Frauen mußten wir bedingt durch die Anti-Doping-Regeln des DLV auf mindestens zwei leistungsstarke Läuferinnen verzichten, weil diese es verpaßt hatten, sich rechtzeitig für den ST-Kader zu melden!“

Mit Blick auf die für den Berglauf-Bereich doch recht bescheidenen finanziellen Mittel stellte Münzel am Monte Bondone jedoch unumwunden fest: “Der Berglauf ist nach dem Bahnbereich die stärkste Disziplin im Block Lauf, das ist doch auch etwas!“

Mit Helmut Schießl hat der DLV ein neues Aushängeschild, das auf Anhieb im internationalen Geschehen eine beachtliche Rolle spielt. Der 31jährige Herrgottschnitzer aus Buchenberg bei Kempten mit Vorliebe für die Ultrastrecken ist in der Tat ein Gewinn für den Berglaufbereich. Unbekümmert tummelte sich der Novize inmitten der namhaften Läuferkonkurrenz, um letztlich als Zehnter (“ein Traumergebnis“) eine vorzügliche Leistung einzubringen. Zufrieden zeigte sich aber auch Frank Türk, der als Siebzehnter endlich einmal ein Vorzeigeresultat schaffen konnte, nachdem er bei Einsätzen im Nationaltrikot bislang wenig glücklich agierte. Dagegen mußte ein Markus Jenne, EM-Vierter auf dem allerdings bergauf-bergabführenden Kurs auf Madeira, erkennen, dass die Luft international recht dünn wird, wenn man nicht in Topform an den Start gehen kann. Als 26. blieb er im Bereich seines aktuellen Leistungsvermögens, mit dem er vor Wochenfrist den Berglauf Grindelwald-Männlichen sogar gewinnen konnte.

Bei den Frauen hatte die deutsche Meisterin Stefanie Buss Probleme, im starken Feld Schritt zu finden. Erst im steilen Skihang rückte sie auf einen letztlich nicht ganz zufriedenstellenden 22. Rang vor. Dicht dahinter Ellen Schöner, die allerdings mit Wadenproblemen von Beginn an zu kämpfen hatte und diesmal nicht in der gewohnten Form punkten konnte.

“Ich habe mich heute wie vor zehn Jahren gefühlt“, freute sich Helmut Schmuck über seine überraschende Silbermedaille. Der 40jährige Polizist, vor zehn Jahren an die Weltspitze mit seinem Sieg in Susa/ Italien gerückt, wird sich mit diesem Coup aus der internationalen Szene endgültig verabschieden, nachdem er bereits vor zwei Jahren die Aktivenlaufbahn der sportliche Leitung im österreichischen Verband nachgeordnet hatte. “Ich habe in diesem Winter mein Training umgekrempelt und bis April viele Einheiten mit den Langlaufbrettern absolviert. Viele Trainingseinheiten habe ich nach Dienstschluß aber auch auf dem Laufband im Keller gemacht, wenn es draußen dunkel oder ungemütlich war!“ Informative Aspekte zur sensationellen Abschiedsvorstellung von Helmut Schmuck. Während die Italiener einmal mehr die Teamwertung beherrschten, zeigen sich die mitfavorisierten Franzosen etwas geknickt. Im Verbund mit dem Vorjahreszweiten Raymond Fontaine sollte heuer der große Coup gelingen, doch mit 39 Punkten verpaßte das Trikolore-Team sogar noch eine Medaille, auch wenn dies bei Punktgleichheit mit den Tschechen hinter Italien (19) und der Slowakei (30) unglücklich endete.

Seit der Premiere der Berglauf-Europameisterschaften unter der Federführung des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA) im vergangenen Jahr auf Madeira hat sich gerade auf diesem Sektor einiges getan. Mit 26 Nationen waren diese zweiten Titelkämpfe nicht nur quantitativ stark besetzt, sondern auch hinsichtlich der Qualität brauchen sich die Bergläufer keineswegs zu verstecken. Dies vor dem Hintergrund, dass die derzeit weltbeste Bergläuferin Svetlana Demidenko vom russischen Verband keine Starterlaubnis zur Titelverteidigung erhalten hat, da sie für die Weltmeisterschaften in Paris für die Marathondistanz vorgesehen ist. Im Berglaufbereich scheint sich allerdings ein Wandel abzuzeichnen. Mit Vehemenz drängen die osteuropäischen Nationen wie Tschechien und die Slowakei stärker in die Medaillenränge, zudem werden Medaillengaranten wie Helmut Schmuck oder Antonio Molinari sich aus Altersgründen aus dem internationalen Geschehen zurückziehen, um jungen Leuten Platz zu machen. .

Berglauf-Europameisterschaften Trento/ Italien (6.7.):

Männer (13,5 km/ HD 1460 m): 1. Marco Gaiardo (Italien) 1:06:05, 2. Helmut Schuck (Österreich) 1:07:13, 3. Robert Krupicka (Tschechien) 1:07:31, 4. De Gasperi (Ita) 1:08:03, 5. Pasquion (Fra) 1:08:15, 6. Gex-Fabry (Sui) 1:08:19, 7. Roux (Fra) 1:08:32, 8. Vanko (Svk) 1:08:36, 9. Matanin (Svk) 1:08:39, 10. Helmut Schießl (Ger/ TSV Buchenberg) 1:09:09, 11. Castaner (Esp) 1:09:32, 12. Jöhl (Sui) 1:09:43, 13. Bajcicak (Svk) 1:09:56, 14. Manzi (Ita) 1:10:18, 15. Davies (Gbr) 1:10:42, 16. Faschingbauer (Cze) 1:10:46, 17. Frank Türk (Ger/ SpVgg Mössingen) 1:10:50, 18. Namleev (Rus) 1:11:06, 19. Kröll (Aut) 1:11:11, 20. Havlicek (Cze) 1:11:11, 21. Cura (Tur) 1:11:25, 22. Quinn (Gbr) 1:11:37, 23. Ceh (Slo) 1:11:41, 24. Brown (Gbr) 1:11:49, 25. Rieder (Aut) 1:11:52, 26. Markus Jenne (Ger/ USC Freiburg) 1:12:00, 27. Fontaine (Fra) 1:12:06, 28. Lopez (Esp) 1:12:08, 29. Tastan (Tur) 1:12:19, 30. Batory (Svk) 1:12:26..... 52. Dirk Debertin (Ger/ SG Walldorf Astoria) 1:16:59 – Mannschaften: 1. Italien 19, 2. Slowakei 30, 3. Tschechien 39, 4. Frankreich 39, 5. Österreich 46, 6. Schweiz 50, 7. Deutschland 53, 8. Groß-Britannien 61, 9. Spanien 70, 10. Türkei 86.

Frauen (8,0 km/ HD 855 m): 1. Catherine Lallemand (Belgien) 43:48, 2. Angela Mudge (Groß-Britannien) 44:01, 3. Antonella Confortola (Italien) 44:30, 4. Zatorska (Pol) 45:08, 5. Guillot (Fra) 45:27, 6. Gassmann (Sui) 45:37, 7. Salvini (Ita) 45:42, 8. Pichrtova (Tschechien) 45:51, 9. Bottinelli (Ita) 46:11, 10. Sadkova (Cze) 46:38, 11. Moreiras (Por) 46:58, 12. Hizar (Slo) 47:12, 13. Brindley (Gbr) 47:15, 14. Gaviglio (Ita) 47:23, 15. Melicherova (Svk) 47:33, 16. Baumann (Aut) 47:37, 17. Farget (Fra) 47:39, 18. Rausch (Aut) 47:40, 19. Rueda-Oppliger (Sui) 47:58, 20. Docouto (Fra) 48:04, 21. Matyasova (Cze) 48:20, 22. Stefanie Buss (Ger/ ASC Rosellen-Neuss) 48:40, 23. Jurisic (Cro) 48:44, 24. Sharp (Gbr) 48:57, 25. Martinez (Esp) 48:58, 26. Erofeeva (Rus) 49:03, 27. Ellen Schöner 49:04 (Ger/ LG Domspitzmilch Regensburg) 49:04, 28. Onat (Tur) 49:07, 29. Berberoglu (Tur) 49:15, 30. Lehmann (Sui) 49:20, 31. Kapuscinski (Aut) 49:40, 32. Czuta-Pakosz (Pol) 49:48, 33. Andrea Scharrer (beide Ger/ LG Domspitzmilch Regensburg) 50:04 – Mannschaften: 1. Italien 19, 2. Tschechien 39, 3. Groß-Britrannien 39, 4. Frankreich 43, 5. Schweiz 55, 6. Österreich 64, 7. Polen 71, 8. Deutschland 82, 9. Türkei 96, 10. Belgien 98.

Offenes Rennen (13,5 km/ HD 1460 m): Männer: 1. Torresani (Ita) 1:11:58, 2. Cox (Gbr) 1:12:48, 3. Pintarelli (Ita) 1:14:31. Frauen: 1. Lisa Reisinger (Ger/ SSC Hanau-Rodenbach) 1:33:06, 2. Bailoni (Ita) 1:36:14, 3. Derigo (Ita) 1:39:12.

-wira


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