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Weltrekord ist Paul Tergats Ziel

Die Ziele für den 28. September sind klar: der Sieg und der Weltrekord

19.07.2003

Als der Kenianer Josephat Kiprono 1999 den BERLIN-MARATHON in 2:06:44 Stunden gewann, der damals drittschnellsten Zeit aller Zeiten, stand sein Manager Gabriele Rosa im Zielbereich und sagte: "Wenn eines Tages einmal Paul Tergat den BERLIN-MARATHON laufen sollte, könnte er in der Lage sein, eine Zeit von 2:05 Stunden oder 2:04 zu erreichen." Am 28. September wird sich herausstellen, ob der Italiener recht hatte mit seiner Einschätzung, denn dann wird Paul Tergat tatsächlich beim 30. real,- BERLIN-MARATHON starten. Die Organisatoren gaben inzwischen die Verpflichtung des besten kenianischen Marathonläufers bekannt.

Fünfmal in Folge wurde Paul Tergat in den 90er Jahren Cross-Weltmeister. Doch bekannt wurde der Kenianer in erster Linie als der große Herausforderer von Haile Gebrselassie. Den 10.000-m-Weltrekord hatte er dem Äthiopier einmal entrissen, doch bei den großen Finals war er immer wieder Zweiter. Zuletzt verlor er gegen Gebrselassie bei den Olympischen Spielen von Sydney 2000 nur hauchdünn. Danach wechselte Paul Tergat die Strecke. Sein Marathon-Debüt beendete er 2001 in London als Zweiter.

Ein Jahr später besiegte er Haile Gebrselassie beim London-Marathon, wurde aber wieder nur Zweiter. Khalid Khannouchi (USA) siegte in der Weltrekordzeit von 2:05:38 Stunden. Seitdem ist Paul Tergat der zweitschnellste Läufer über die klassischen 42,195 km. Nur zehn Sekunden fehlen dem Halbmarathon-Weltrekordler (59:06 Minuten), um auch über die Marathondistanz in den Rekordbüchern zu stehen. Doch gewonnen hat er bis heute keines seiner Marathonrennen. Die Ziele für den 28. September sind klar: der Sieg und der Weltrekord. Der 34-Jährige will die flache und dadurch besonders schnelle Berliner Strecke dazu nutzen, um Weltrekord zu laufen. Dafür nimmt er sogar finanzielle Einbußen in Kauf. Denn beim wesentlich finanzstärkeren Chicago-Marathon hätte er im Oktober weit mehr verdienen können als in Berlin. Doch Gabriele Rosa überredete seinen Star zu einem Start in Berlin. Der Manager weiß, dass der Weltrekord für Paul Tergat in Berlin ein realistisches Ziel ist. Und ein solches Ergebnis wiederum wäre nicht nur gut für das Renommee. Auch finanziell würde der Kenianer dann profitieren, beispielsweise durch hohe Startgelder bei den nächsten Rennen.

Während der Weltrekord erst noch gelaufen werden muss, hat der real,- BERLIN-MARATHON andere Rekorde bereits vor dem Start gebrochen. Bei der 30. Auflage des Rennens wird die Rekordzahl von über 35.000 Läufern erwartet. Anmeldungen sind inzwischen nicht mehr möglich, denn das Limit wurde erreicht. "Mit dieser Zahl schließen wir auf zu London, New York und Chicago, den größten Marathonrennen weltweit", sagte Organisationschef Horst Milde. Lediglich für die Inline-Skater, deren Rennen erstmals einen Tag vor dem der Läufer stattfinden wird, gibt es noch rund 3000 freie Startnummern. Hier liegt das Limit bei der Rekordzahl von 12.000 Skatern.

Jörg Wenig


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