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WM-AKTUELL: Äthiopiens kompletter Triumph über 10.000 Meter

Der neue Weltmeister hieß am Ende Kenenisa Bekele

25.08.2003

Die Äthiopier haben den vor zwei Jahren bei der WM in Edmonton verloren gegangenen Titel über 10.000 m zurück gewonnen. Und dabei haben sie mit drei Startern gleich alle drei Medaillen gewonnen, während die Kenianer einen Einbruch erlebte. Erst gab ihr Titelverteidiger Charles Kamathi verletzt auf, dann verlor bei 7600 Metern auch der letzte Kenianer den Anschluss an den äthiopischen Expresszug. Der neue Weltmeister hieß am Ende Kenenisa Bekele, der 26:49,57 Minuten lief. Haile Gebrselassie blieb in einem mitreißenden Spurtduell dieses Mal nur der zweite Platz in 26:50,77 Minuten. Dritter wurde Sileshi Sihine in 27:01,44. Hinter dem viertplatzierten Abdullah Ahmad Hassan (Katar/27:18,28) kam dann der Kenianer John Cheruiyot Korir in 27:19,94 ins Ziel.

Kamathi war nicht der einzige, der bei dieser Tempojagd aufgab. In der ersten Hälfte des Rennens wurde gebummelt. Und als Dieter Baumann (Tübingen) zwischen Kilometer eins und zwei kurzzeitig mit Mebrahtom Keflezighi (USA) die Führung übernahm, ließen ihn die Favoriten gewähren. Sie liefen mit etwas Abstand. Bald darauf hatte sich das Bild komplett gewandelt. Es sah kurios aus, denn alle schwarzen Läufer rannten vorne, während alle weißen Athleten in der zweiten Hälfte des Rennens waren. Doch die ersten 5 km waren für die Äthiopier nur ein Warmlaufen. Nach 13:52,33 Minuten hatten sie die 5000-m-Marke passiert.

Doch dann ging es richtig zur Sache – die zweite Hälfte des Rennens war wie ein hochkarätiges 5000-m-Rennen. Gelaufen wurde diese Strecke in unter 13 Minuten – 12:57,25 Minuten. Dieter Baumann war plötzlich Letzter – und nach 5600 Metern stieg er vorzeitig aus. Der Saisonhöhepunkt auf der Bahn war missraten. Nun wird sich Baumann auf den Start beim New-York-Marathon Anfang November vorbereiten. Sechs Runden vor Schluss waren die drei Äthiopier bereits unter sich. 800 Meter vor Schluss verlor Sihine den Kontakt. Doch erst 200 Meter vor dem Ziel fiel die Vorentscheidung um Gold. Kenenisa Bekele ging am führenden Haile Gebrselassie vorbei und lief zum Sieg.

Über 800 Meter steht eine Deutsche im Finale: In einem überzeugenden Rennen belegte Claudia Gesell (Bayer Leverkusen) in ihrem Halbfinale den zweiten Platz und qualifizierte sich damit für den Endlauf der besten Acht am Dienstag. Gesell lief 2:01,01 Minuten hinter der Marokkanerin Amina Ait Hammou. Unangefochten gewann Titelverteidigerin Maria Mutola (Mosambik) ihr Halbfinale, und auch die Britin Kelly Holmes sah hinter Mutola laufend stark aus.

Tags zuvor standen am Abend auch die Vorläufe über 3000 m Hindernis auf dem Programm. Kenia qualifizierte sich dabei mit allen drei Athleten für das Finale am Dienstag. Doch es ist ein Kenianer, der kurzfristig die Nationalität wechselte, der den erfolgsverwöhnten Athleten aus dem Läuferland Nummer eins einen Strich durch die Rechnung machen könnte: Stephen Cherono heißt seit kurzem Saif Saaeed Shaheen und startet für Katar. Er ist der Jahresweltbeste über die Hindernisse und die 5000 m. Es wird ein weiteres Lauf-Finale mit Hochspannung geben, bei dem kein deutscher Läufer vertreten sein wird, denn Filmon Ghirma (LAV Tübingen) schied als Neunter im Vorlauf aus.


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