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WM-AKTUELL: Vierter WM-Titel für Hicham El Guerrouj

Auch über 1500 m der Frauen gibt es eine klare Favoritin

28.08.2003

Der 1500-m-Weltmeister heißt zum vierten Mal in Folge Hicham El Guerrouj. Der 28-jährige Marokkaner gewann in 3:31,77 Minuten und bekommt wie alle anderen Goldmedaillengewinner eine Prämie von 60.000 Dollar. Silber gewann im ausverkauften Stade de France der umjubelte Franzose Mehdi Baala in 3:32,31, Bronze ging überraschend an Ivan Heshko (Ukraine/3:33,17). Damit hat Hicham El Guerrouj den ersten Teil seines Vorhabens in Paris erreicht – die Titelverteidigung. Die schwierigere Aufgabe allerdings kommt erst noch: das 5000-m-Rennen. Als erster Athlet der WM-Geschichte möchte Hicham El Guerrouj Medaillen über diese beiden Strecken gewinnen.

Schon am Donnerstag stehen die 5000-m-Vorläufe auf dem Programm, am Sonntag ist das Finale, in dem Hochspannung garantiert ist. Denn wie gestern bekannt wurde wird auch der Hindernis-Weltmeister Saif Saaeed Shaheen, der seit kurzem nicht mehr für Kenia sondern für Katar startet, die 5000 Meter laufen. Er ist derjenige, der beim Meeting in Ostrava im 5000-m-Lauf Hicham El Guerrouj bezwang. Außerdem haben der Kenianer Abraham Chebii und vielleicht auch der 10.000-m-Sieger Kenenisa Bekele (Äthiopien) Goldchancen. Bei Bekele war noch nicht sicher, ob er tatsächlich antreten wird. Äthiopiens Teamleitung trifft diese Entscheidung.

“Ich war so aufgeregt vor diesem Rennen, dass ich fünf Tage lang nicht schlafen konnte. Es war nicht einfach für mich bei dieser Kulisse. Ich habe die Führung übernommen, weil ich lieber selber das Rennen kontrolliere und nicht von anderen abhängig sein möchte“, erklärte Hicham El Guerrouj.

Steve Ovett, der frühere britische Mittelstreckenstar, hatte in einem Artikel der Financial Times, die Läufer aufgefordert, die Ehrfurcht vor Hicham El Guerrouj abzulegen und ihn während des Rennens zu attackieren. Einfach machte es Baala dem scheinbar übermächtigen Titelverteidiger nicht, doch so richtig in Gefahr schien der Weltrekordler auch nicht zu geraten. Reyes Estevez setzte sich anfangs an die Spitze. Nach 700 Metern ging dann El Guerrouj nach vorne. Als es in die letzte Runde ging erhöhte der Marokkaner die Pace, doch Baala und Estevez liefen hinter ihm, dicht gefolgt vom restlichen Feld. El Guerrouj war seine Konkurrenten auch noch nicht an der 200-m-Marke los. Und selbst 100 Meter vor dem Ziel war Baala zur Freude der Zuschauer immer noch dran am großen Favoriten. Doch dann ging dem Franzosen die Kraft aus.

“Das ist meine erste WM-Medaille – das ist etwas besonderes, diese in Frankreich zu gewinnen. Ich habe versucht, Hicham zu folgen. Aber ich wusste, dass es schwer wird am Ende. Natürlich war es mein Traum, Weltmeister zu werden, aber ich achte Hicham sehr – und deswegen bin ich froh, mit ihm auf das Medaillenpodest zu kommen“, erklärte Mehdi Baala.

Auch über 1500 m der Frauen gibt es eine klare Favoritin: Süreyya Ayhan. Der neue Sportstar der Türken rannte in ihrem Vorlauf von der Spitze weg und führte bis ins Ziel. In 4:08,12 Minuten qualifizierte sie sich für das Halbfinale am Freitag. Deutsche Läuferinnen waren hier nicht am Start.

Im 50-km-Gehen hatte am Morgen der für Potsdam startende Berliner Andreas Erm die zweite deutsche Medaille bei der WM gewonnen. Erm feierte als Dritter in der deutschen Rekordzeit von 3:37:46 Stunden den größten Erfolg seiner Karriere.


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