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WM-Aktuell: Die Türkei steht vor einem Volksfest

Keinen Fehler machte dieses Mal Weltrekordler Wilson Kipketer

29.08.2003

Der deutsche 800-m-Meister Rene Herms (Asics Pirna) hat das Finale bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften von Paris verpasst. Herms – in Abwesenheit des verletzten Olympiasiegers Nils Schumann der einzige deutsche Starter über diese Strecke – kam in seinem Semifinallauf nicht über Platz fünf in 1:46,88 Minuten hinaus. Das bedeutete eine weitere Enttäuschung für die deutschen Leichtathleten. Zu zaghaft und zu spät kam der Antritt von Herms – so dass er keine Chance hatte im Rennen um die zwei Plätze, die die Eintrittskarte zum großen Finale am Sonntag bedeuteten.

Statt dessen sicherte sich in diesem Lauf Andrea Longo (Italien) in 1:46,26 Minuten den Sieg vor Hezekiel Sepeng (Südafrika). Mit Mbulaeni Mulaudzi qualifizierte sich ein weiterer starker Südafrikaner als Halbfinal-Sieger für den Endlauf. Keinen Fehler machte dieses Mal Weltrekordler Wilson Kipketer, der im Vorlauf fast ausgeschieden wäre. Der für Dänemark startende Kenianer wurde Zweiter hinter dem starken Russen Juri Borsakowski. Ausgeschieden ist dagegen der Titelverteidiger: Der Schweizer André Bucher wurde in seinem Halbfinale nur Fünfter.

Bei den Frauen stand das 1500-m-Halbfinale auf dem Programm. Die türkische Volksheldin Süreyya Ayhan kontrollierte das Rennen wie immer von der Spitze. Sie ließ es allerdings ruhiger angehen am Ende und lief schließlich locker als Zweite ins Ziel in 4:03,60 Minuten hinter Maria Cioncan (Rumänien/4:03,40). Das ändert aber nichts daran, dass Ayhan die große Favoritin ist. Nach dem Saisonverlauf wäre es eine Sensation, wenn sie am Sonntag nicht Gold für die Türkei holen würde. In ihrer Heimat ist Süreyya Ayhan der Sportstar schlechthin. Durch ihre Leistungen erlebt die Leichtathletik in dem Land einen enormen Popularitätszuwachs: Fast jedes Kind will so laufen wie Süreyya Ayhan. Wenn am Sonntag um 18.20 Uhr das Finale beginnt, wird die Türkei vor dem Fernseher sitzen. Es wird ein Volksfest geben. Im zweiten Halbfinale setze sich Tatjana Tomaschowa (Russland) in 4:05,38 Minuten durch.


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