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WM-AKTUELL: Zweimal Gold für Kenias Läufer

Es war nicht der Tag der Favoriten

01.09.2003

Die mit Abstand schnellste Frau im Feld wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und wurde Weltmeisterin: Catherine Ndereba sicherte der Laufnation Kenia im Marathon am Schlusstag der Titelkämpfe die erste Goldmedaille. Die 31-Jährige, die vor zwei Jahren nach Naoko Takahashi als zweite Läuferin unter 2:20 Stunden rannte und deren Bestzeit seitdem bei 2:18:47 Stunden steht, gewann in Paris souverän in starken 2:23:55 Stunden, die Meisterschaftsrekord bedeuteten. Silber und Bronze gingen an die Japanerinnen Mizuki Noguchi (2:24:14) und Masako Chiba (2:25:09).

Insgesamt dreimal rannte Catherine Ndereba bereits unter 2:20 Stunden. Nach ihrem Weltrekord in Chicago war sie in 2:19:26 und 2:19:55 Stunden jeweils Zweite bei den Weltbestzeiten von Paula Radcliffe (Großbritannien) in Chicago 2002 und London 2003. Die nächstbeste Bestzeit im Feld der WM-Starterinnen hatte Mizuki Noguchi, die am Ende auch Zweite wurde, mit 2:21:18. Catherina Ndereba verhinderte mit ihrem Sieg bei 17° C und trockenem Wetter einen totalen Triumph der Japanerinnen, die die Plätze zwei bis vier belegten.

Die Favoritin hielt sich zurück. Lange Zeit beobachtete Catherine Ndereba aus der großen Führungsgruppe heraus das Geschehen an der Spitze. Dass Constantina Tomescu (Rumänien) kurz nach dem Start davonlief und bei fünf Kilometern in 16:45 Minuten bereits einen Vorsprung von 32 Sekunden hatte auf das große Feld mit fast 50 Läuferinnen, ließ die Favoritinnen kalt. Nachdem die Hälfte des Rennens in 1:12:46 Stunden gelaufen war, waren immer noch 18 Athletinnen an der Spitze. Bei 30 km (1:44:01) waren es immer noch 13. Der entscheidende Antritt von Catherine Ndereba kam kurz vor der 35-km-Marke, die sie mit vier Sekunden Vorsprung in 2:00:47 Stunden passierte. Nun riss das Feld auseinander. Mizuki Noguchi versuchte, der Kenianerin zu folgen, doch erreichen konnte sie sie nicht mehr. Ulrike Maisch (LAV Rostock) lief als 20. immerhin eine persönliche Bestzeit von 2:31:21 Stunden.

Die Kenianer sorgten danach für eine Überraschung. Der 19-jährige Eliud Kipchoge schaffte eine kleine Sensation, denn er vermasselte den beiden Goldmedaillengewinnern im Rennen ein prestigeträchtiges Double. In einem atemberaubenden Endspurt setzte sich Eliud Kipchoge in 12:52,79 Minuten ganz knapp vor dem ins Ziel stürzenden Hicham El Guerrouj durch. Der Marokkaner, der zuvor bereits die 1500 m gewonnen hatte, lief 12:52,83 Minuten. Dritter wurde der äthiopische 10.000-m-Sieger von Paris, Kenenisa Bekele in 12:53,12. Hicham El Guerrouj schaffte trotzdem ein Novum: Er ist der erste Läufer, der bei einer Weltmeisterschaft sowohl über 1500 Meter als auch über 5000 Meter Medaillen gewann.

Ein anderer Titelanwärter hatte kurzfristig auf einen 5000-m-Start verzichtet: Saif Saaeed Shaheen, der vor kurzem noch für Kenia als Stephen Cherono lief, wollte eigentlich nach seinem Triumph über 3000 Meter Hindernis auch noch den 5000-m-Titel für Katar gewinnen. Doch dann stand er doch nicht auf der Startliste über jene Distanz, über die er in Ostrava eine Jahresweltbestzeit von 12:48,81 Minuten gelaufen war und dabei Hicham El Guerrouj geschlagen hatte. Nun war Shaheen nicht am Start – und trotzdem musste der Marokkaner seine zweite Niederlage über 5000 m in diesem Jahr hinnehmen. “Vielleicht hätte ich mir die Haare ein Stück kürzer schneiden sollen“, flüchtete sich Hicham El Guerrouj in Ironie, nachdem er mit nur vier Hunderstelsekunden Rückstand das zweite Gold verpasst hatte. Aber er sagte auch: “Ich bin wirklich sehr glücklich über diese Medaille. Das Ziel war eine zweite Medaille für Marokko.“

Es war Kenenisa Bekele, der anfangs für hohes Tempo sorgte. In 2:31,94 Minuten passierte er die 1000-m-Marke. Doch trotz des enormen Tempos wurde er seine Konkurrenten nicht los. “Ich wusste, dass es die einzige Chance sein würde Hicham El Guerrouj zu schlagen, wenn das Tempo hoch bleibt, so dass er dadurch müder wird. Vielleicht hätte ich besser von Anfang an noch schneller laufen sollen“, erklärte Kenenisa Bekele, der eine Woche zuvor im Spurt seinen Landsmann Haile Gebrselassie über 10.000 m bezwungen hatte.

Bekele lag auch bei der 2000- und 3000-m-Marke vorne. Das Tempo war jetzt allerdings etwas langsamer mit Zwischenzeiten von 5:07,27 Minuten beziehungsweise 7:45,44. Es entwickelte sich der erwartete Kampf zwischen Äthiopien, Kenia und Hicham El Guerrouj. “Das Problem war, dass jeder natürlich gewinnen wollte. Und so hat jeder gewartet und den anderen beobachtet“, erklärte Bekele später und fügte hinzu: “Ich bereue nicht, dieses Double gelaufen zu sein, denn ich habe viel Erfahrung gewonnen. Ich werde weiterhin über 5000 und 10000 m antreten“, sagte Bekele.

800 Meter vor dem Ziel übernahm Hicham El Guerrouj die Initiative. Er beschleunigte und ging an die Spitze. Doch auch der Marokkaner wurde seine Konkurrenten nicht los. 200 Meter vor dem Ziel führte er immer noch, doch hinter ihm liefen Kipchoge und Bekele. Ausgangs der Zielgeraden kam der Angriff des Kenianers. Zentimeterweise schob er sich am 1500-m-Weltrekordler vorbei, während Bekele in diesen packenden Zweikampf nicht mehr mit eingreifen konnte. Auf den letzten Metern war Eliud Kipchoge dann minimal vor Hicham El Guerouj und hielt diesen Vorsprung. “Diese Weltmeisterschaften waren bisher so schlecht für Kenia – und jetzt haben wir noch zwei Goldmedaillen gewonnen. Ich bin sehr froh darüber. Drei Runden vor Schluss fühlte ich mich noch stark und wusste, dass ich am Ende eine Chance hatte mit einem starken Spurt. Ich bin hinter Hicham hergelaufen“, sagte Eliud Kipchoge und fügte hinzu: “Als ich im Frühjahr Junioren-Weltmeister im Cross wurde, habe ich gemerkt, dass für mich alles möglich ist.“ Der nächste kenianische Läufer-Star ist geboren.

Das 800-m-Rennen brachte ebenfalls eine Überraschung, denn am Ende triumphierte der Algerier Djabir Said-Guerni in 1:44,81 Minuten. Mit drei Hundertstelsekunden Vorsprung vor dem Russen Juri Borsakowski und dem Südafrikaner Mbulaeni Mulaudzi (1:44,90). Weltrekordler Wilson Kipketer (Dänemark) wurde in1:45,23 Minuten Vierter. Kipketer hatte nach der ersten Runde geführt (52,46 Sekunden), doch im Endspurt hatte er keine Chance. Borsakowski, der zum ersten Mal bei einem internationalen Sommerhöhepunkt über die 800 Meter startete, war wie üblich zunächst Letzter. In der vorletzten Kurve ging er dann außen an den Konkurrenten vorbei und 200 Meter vor dem Ziel führte er. Doch der Russe hatte sich etwas verspekuliert mit seiner spektakulär aussehenden Renntaktik. Denn auf den letzten Metern ging ihm die Kraft aus und Djabir Said-Guerni fing ihn drei Meter vor dem Ziel noch ab. “Ich habe alles gegeben, was ich hatte“, sagte der Sieger. Und auch der zweitplatzierte Borsakowski war nicht enttäuscht: “Es war ein tolles Rennen, und ich bin zufrieden mit meinem Resultat.“

Es war nicht der Tag der Favoriten bei den Lauf-Entscheidungen auf der Bahn. Über 1500 Meter musste sich fast sensationell auch die Türkin Süreyya Ayhan geschlagen geben. Schon während des Rennens wirkte sie nicht ganz so souverän wie zuletzt. Eingangs der Zielgeraden führte Ayhan zwar, doch die Russin Tatjana Tomaschowa nutzte die Schwäche der Türkin aus und überholte sie im Endspurt. In 3:58,52 Minuten gewann sie vor Ayhan (3:59,04) und, ebenfalls eine Überraschung, der Britin Hayley Tullett, die in 3:59,95 Minuten persönliche Bestzeit lief.


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